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Franziskus: Kinder bitte nicht schlagen!

Papst Franziskus tritt anscheinend in die Fußstapfen von Don Camillo. Nachdem er angedeutet hat, dass ihm bei seinem Freund die Hand auskommt, wenn dieser seine Mutter beleidigt, lobt er jetzt bei einer Generalaudienz einen Vater, der seine Kinder gelegentlich leicht schlägt, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen. Das findet er der Würde des Kindes angemessen. Ich finde das nicht. Ich vermute, er ist da in seiner italienisch-argentinischen Tradition verhaftet. Er könnte aber bei Don Camillo nachlesen. Dieser Dorfpfarrer ging öfters in die Kirche und sprach zu Jesus am Kreuz, der ihn wegen seiner Handlungen immer wieder kritisierte.
Die Figur des Don Camillo  hat der Autor Giovannino Guareschi vermutlich Don Camillo Valota nachempfunden, „einem katholischen Priester, Partisanen und Gefangenen der Konzentrationslager Dachau und Mauthausen. Er ist ein schlagkräftiger und schlitzohriger Priester in einem fiktiven, Boscaccio genannten Dorf (in den Filmen sieht man die Kulisse von Brescello) in der Poebene in Norditalien, der in ständigem Konflikt mit dem kommunistischen (und ebenfalls schlagkräftigen) Bürgermeister Giuseppe Bottazzi, genannt Peppone, liegt“ (Zitat aus Wikipedia).
Papst Franziskus hat sich in dieser Generalaudienz zu der Rolle des Vaters in der Familie geäußert. Er habe von einem Vater gehört, der seine Kinder gelegentlich schlage, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu beschämen, so der Papst. „Wie schön“, sagte Franziskus weiter. „Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber tut es gerecht und geht dann weiter.“ Papst Franziskus will die Würde des Kindes gesichert sehen. Das ist ihm anzurechnen. Aber ein Schlag auf den Körper des Kindes ist nicht angemessen und schädigt die Seele des Kindes.
„Kinder, die Schmerzen durch körperliche Gewalt erdulden müssen, entwickeln ein Schmerzgedächtnis. Kinder werden empfindsamer für Schmerzen, da sich spezielle Nervenzellen stärker verknüpfen. Sie erleben Schmerzen intensiver und bedrohlicher. Es kommt zu einer Generalisierung, sodass jeder Schmerzreiz bereits Alarmreaktionen im Gehirn und im Körper auslöst. So zeigen Kinder die oft geschlagen werden eine Mutlosigkeit und verweigern sich körperlicher Anstrengung. Sie scheuen die normalen Herausforderungen und Abenteuer des Kindseins aus Angst vor Schmerzen. Dadurch ist ihr natürlicher Lernwille gehemmt und die Lernmöglichkeiten reduziert.“ (Marwin Dürrer-Klien)
In Österreich ist Gewalt gegen Kinder Gott sei Dank seit 1989 verboten und seit 2011 steht der Kinderschutz auch in Verfassungsrang. Im „Bundesverfassungsgesetz über die Rechte der Kinder“ lautet der Artikel 5: „Jedes Kind hat das Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, die Zufügung seelischen Leides, sexueller Missbrauch und andere Misshandlungen sind verboten.“
Das Verbot gegen Gewalt von Kindern ist im Sinne Jesu. „Selig die keine Gewalt anwenden!“ Auf Jesus müssen wir Christen schauen und seine Kritik ernst nehmen. Auch ein bodenständiger Dorfpfarrer muss sich von Jesus kritisieren lassen.
LINKS:
Papst befürwortet leichte Züchtigung von Kindern (ORF On)
Radio Vatikan: Kommentar von Gudrun Sailer: Klaps für Kinder verpönt – neu
Pope Francis says ist is OK (The Guardian)
Warum eine Tachtel Kindern schadet (Standard)
Die gesunde Watschen (DOC, Marwin Dürrer-Klien)
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