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Wir töten Atheisten und Christen

Das Geiseldrama in der algerischen Wüste hat mindestens 80 Menschen das Leben gekostet. Bei den islamistischen Terroristen handelt es sich um eine Gruppe, die sich „Bataillon des Blutes“ nennt. Die Geiselnehmer in Algerien haben nach Angaben eines aus ihrer Gewalt entkommenen Augenzeugen gezielt ihre westlichen Gefangenen ins Visier genommen und mit deren Tötung gedroht. Die Nachrichtenagentur Reuters sprach am Abend mit einem entkommenen Algerier: „Die Terroristen haben uns gleich von Anfang an gesagt, dass sie Muslimen nichts antun würden“, sagte Abdelkader (53) in dem Telefon-Interview. Es sei ihnen nur um „Christen und Atheisten“ gegangen. „‚Wir werden sie töten‘, sagten sie.“ Die islamistischen Terroristen fordern einen Abzug der französischen Truppen aus Mali, damit sie einen islamischen Staat mit strengen Scharia-Gesetzen errichten können. Dieses Beispiel zeigt, dass religiöse Kulturen sehr gewalttätig sein können. Nicht alle sind gleich friedfertig. Nicht alle sind gleich gewalttätig. Es gibt einige, die gewaltfrei agieren, wie Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Oskar Romero oder die Mönche von Tibhirine in Algerien, die in einer gewalttätigen Welt den Glauben an die eigene Vernunft bewahrten. Es gibt aber auch religiöse Kulturen, die gewalttätig und aggressiv Territorien erobern wollen. 'Arabs Crossing the Desert', 1870, Je GérômeMeist sind es islamistische Gruppen, die ihr Ideal in jener Gemeinschaft von Wüstenbewohnern sehen, die Mohammed 622 in Medina errichtet hat. Er formte seine Anhänger zu einer kriegerischen Truppe, mit der er die arabische Halbinsel eroberte. Wenn Islamisten in diesen gewalttätigen Eroberungen ihr Ideal sehen, dann sind sie eine große Gefahr für alle, für Atheisten und Christen, Religiöse und Nichtreligiöse.

20. Januar 2013