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Der Geschmack des Sommers

Wenn ich in diesen Tagen in der Früh aufwache, freue ich mich über die Wärme des Sommers. Heute erlebte ich eine Fröhlichkeit, als ich an den Heiligen Geist dachte. Ich spürte in meinem Körper seine köstliche Anwesenheit. Es war auch es sehr schön, mit meiner Frau unterm Sonnenschirm zu frühstücken und einen Ausflug zu planen. So fühlt sich Sommer an.

Warum gibt es familiäre Gewalt? Einige kulturelle Überlegungen

Ich kenne viele Menschen in meiner Umgebung, die Entscheidungen treffen, die sie mit dem Bauchgefühl begründen. „Ich verlasse meine Frau, weil ich nichts mehr für sie empfinde.“ „Ich hasse die Maske und werde den Beruf aufgeben.“ „Ich bin in der Therapie dem Hass auf meine Mutter nachgegangen und werde ihr das bald sagen.“ Handlungen werden begründet, weil man etwas spürt und man ein spezielles Bauchgefühl hat. Die Handlungsautorität ist das blinde Gefühl.

Gefühle sind wahrzunehmen. Sie sind aber selbst blind. Gefühle sind wichtig für die Handlungsorientierung und ich brauche sie im Sinne von E-Motion, um handeln zu können. Sie muss ich nur richtig einsetzen.

Männer, die im familiären Umfeld Frauen schlagen oder umbringen, haben die Bauchgefühle Zorn, Ärger, Hass und sehen sie als Handlungsautorität. „Weil in mir Ärger hochkommt, muss ich meine Frau schlagen.“ Ich finde, dass diese Werthaltung katastrophale Folgen hat. Viele der Frauenmorde und andere Verbrechen (z.B. sexuelle Gewalt gegen Kinder) werden so legitimiert.

Der andere Aspekt ist die patriarchale Männerrolle, die Vorbildcharakter hat und in einem Familiensystem solange stabil gelebt wird, bis die Frau den Mann verlassen möchte. Da kommt es zu einer Abwertung dieses Männerbildes, zu einer Kränkung und zu einer schlechten Verarbeitung dieser Kränkung durch den Mann. Es werden keine Handlungsalternativen bedacht, sondern Gewalt als schnelles Handeln erscheint hilfreich, um die Kränkung auszulöschen. Oft begeht der Mann dann Selbstmord.

Der dritte Aspekt sind traditionelle Familiensysteme, die durch das Handeln einer Person in eine Krise geraten. Das Familiengericht spricht ein Urteil, das von einem meist männlichen Mitglied vollzogen werden muss. Handlungsautorität ist nicht das Gefühl, sondern die Familientradition und die Wichtigkeiten, die weitergegeben werden.

Ich habe den Eindruck, dass in der Diskussion über Frauenmorde, Femizide, die Einstellung der Männer übersehen wird und auch der Anteil, den eine Gefühlsideologie in unserer Gesellschaft dabei hat.

Wenn Männer die Handlungsautorität in ihrem Bauchgefühl sehen und nicht im Herzen, nicht im Gewissen (mit Unterstützung des Verstandes, des Geistes), dann sind die Auswirkungen fatal. Wenn Männer lebensfördernde Handlungsalternativen mit ihrer Vernunft erkennen und sich dafür im guten Geist entscheiden, dann ist ein friedliches Zusammenleben möglich.

Die Liebe ist eine Himmelsmacht

Ist die Liebe wirklich eine Himmelsmacht?
Es gibt die Meinung, Liebe kann man nicht befehlen und zur Liebe kann man sich nicht entscheiden. Das stimmt dann, wenn man Liebe als Gefühl sieht. Dann liefert man sich den Gefühlen aus und wenn negative Gefühle hochkommen, werden diese Personen sogar gewalttätig.
Ich denke, Liebe ist eine bestimmte Art des Handelns. Lieben heißt, dass ich will, dass es dem oder der anderen gut geht. In solchem Handeln zeigt sich der Heilige Geist.
Gott vergleicht sich mit einer guten Mutter und einem guten Vater. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in unserem Herzen ganz tief Gott als Heiliger Geist seine Wohnung aufgeschlagen hat.
Es ist sinnvoll, ihn zu bitten, dass er uns in der Liebe leitet und dass er uns mit den Feuerzungen der Liebe segnet, so wie er zu Pfingsten in Jerusalem auf die Menschen herabgekommen ist (Apostelgeschichte 2) oder wie er in Cäsarea auf die Hausgemeinschaft des Kornelius gekommen ist. (Apostelgeschichte 10,24-48) Spannend wäre es zu schauen, wie er in unserer Gemeinde wirkt.

Sozial kreativ

„Ich lasse mir das nicht gefallen, ich schlage zurück. Sogar in der Bibel steht: Auge für Auge, Zahn für Zahn.“ Wenn das Leute sagen, verkennen sie, dass das ein alter Spruch ist, der in späteren Jahren, im Buch der Sprüche aufgehoben wurde: „Sag nicht: Wie er mir getan hat, so will ich auch ihm tun.“ (Sprüche 24,29). Jesus greift das in der Bergpredigt auf: „Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand.“ Das erinnert mich an die buddhistischen Kampfmönche in China, die den Angriff des Gegners ins Leere laufen lassen. Aber auch Gott handelt ähnlich.

Friedrich Nietzsche lässt den tollen Menschen sagen: „Wohin ist Gott? Ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet – ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder!“ Nun, Gott lässt diesen mörderischen Angriff ins Leere laufen. Er lacht darüber und kommt von wo anders zurück. Nietzsche bemerkt dies und schreibt in seinem Gedicht, das er dem unbekannten Gott widmet: „Ich will dich kennen, Unbekannter, du tief in meine Seele Greifender, mein Leben wie ein Sturm Durchschweifender, du Unfassbarer, mir Verwandter, ich will dich kennen, selbst dir dienen.“

Wenn wir wie Gott handeln, dann lassen wir den Angriff unserer Gegner auch ins Leere laufen. Ich bleibe frei und kann kreativ handeln.

Drei kreative Handlungen zeigt Jesus: Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. – Auf die Reaktion der Gegner bin ich neugierig. Ich denke, vor Feinden soll man sich schützen, aber man soll sie nicht hassen. Der Hass ist keine Tugend, sondern ein Gefühl, das zum Zerstören anregt. Ich kann den Hass wahrnehmen und warten, bis das Gefühl vorbeigeht. Ich sehe, dass tief in jedem Menschen Gott wohnt. Diese Überzeugung und Gottes Handeln hilft mir, zu lachen und sozial kreativ zu handeln.