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Neues zum Thema Frauenpriestertum: Augustinus

Maria und die Apostel versammeln sich und der Heilige Geist erfüllt sie

Maria als Gemeindeleiterin und die Apostel versammeln sich und der Heilige Geist erfüllt sie.

Es erscheint heutzutage wichtiger denn je, auf die Lösungen in der Geschichte zu blicken, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und kreative Überlegungen für die Probleme von heute anzubieten. Es überrascht, dass gerade Augustinus zum Frauenpriestertum Lösungen anbietet.

Der heilige Augustinus sah sich nach seiner Bekehrung einer gespaltenen Kirche gegenüber. In der Zeit der Christenverfolgung blieben einige standhaft und andere arbeiteten mit den römischen Behörden zusammen. Bischöfe übergaben den römischen Behörden ihre heiligen Bücher und Priester opferten dem Kaiser. Es entstand ein Streit, ob diese Abgefallenen nach der Verfolgungszeit weiter Sakramente spenden können. Die Sakramente könnten ungültig sein. Diejenigen, die die Sakramente für ungültig hielten, wurden nach ihrem Bischof Donatus Donatisten genannt. Sie sahen sich als Kirche der Märtyrer und hatten bald eine eigene Hierarchie. Sie gingen in Nordafrika teilweise gewalttätig gegen Katholiken vor.

Augustinus sah hingegen die Kirche als Gemeinschaft von fehlerhaften Menschen, die von Gott beschenkt werden. Der wirkliche Spender des Sakramentes war für Augustinus Christus selber. Der Mensch hingegen ist ein Werkzeug Gottes, der die Gnadengaben vermittelt. Er macht das an einem Bild deutlich: „Ob das Rohr, durch welches Wasser fließt, aus Blei oder Gold ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass das Wasser fließt.“

Später hat die katholische Kirche im Konzil zu Trient das Geschehen als „Ex Opere Operato“, das heißt „durch die vollzogene Handlung“, benannt. Wenn es um den Vollzug geht, ist es unerheblich, ob jetzt ein Mann oder eine Frau das Sakrament spendet. Die Kirche fügte auch hinzu, dass die Gültigkeit dann gegeben ist, wenn der Spender das Sakrament auch spenden will. Dieses Wollen kann auch eine Frau.

Die Gnadengaben fließen. Christus ist der Spender, Ex opere operato, der Vollzug zählt.

Die Gnadengaben fließen. Christus ist der Spender, Ex opere operato, der Vollzug zählt.

Es gibt Sakramente, die Frauen offiziell in der katholischen Kirche spenden. In der Ehe spendet die Frau dem Mann und der Mann der Frau das Sakrament und die Gnadengaben Gottes. In der Taufe kann in einer Notsituation jeder Mensch (ob Frau oder Mann) das göttliche Sakrament spenden. In beiden Situationen sind Frauen sakramentale Vermittlerinnen der göttlichen Gnadengaben. Auch eine konkrete Frau, Maria, die Mutter Gottes, ist eine sakramentale Vermittlerin der göttlichen Gnadengaben.

Die anderen Sakramente können nach dieser Sakramentenlehre der katholischen Kirche auch von Frauen gespendet werden, wenn sich die Kirche auf ihre Geschichte besinnt. Die Frauen können als Vorsteherinnen der Eucharistiefeier dadurch auch die Vermittlerinnen der göttlichen Gnadengaben sein. Dass sie das heutzutage nicht können, ist eine Einschränkung, die auf die ersten Jahrhunderte zurückgeht, wo die Christenheit einen Kompromiss gegenüber der Antike einging. Heutzutage ist dieser Kompromiss nicht mehr notwendig.

Ob der Mensch, durch welchen die Gnadengaben fließen, männlich oder weiblich ist, spielt für Christus keine Rolle. Entscheidend ist, dass die göttlichen Gnadengaben fließen.

Hannes Daxbacher