Schlagwort-Archive: Franziskus

Ich bin verliebt in Gottes Natur

Die Schöpfung schützenDie Größe und Schönheit der Schöpfung bringen uns zum Staunen. Die schier unendliche Weite des Himmels und die bunte Vielfalt der Erde zeigen die Herrlichkeit Gottes. Im katholischen Kalender ist der 1. September als „Weltgebetstag für die Schöpfung“ eingetragen. Damit hat Papst Franziskus eine Einladung der orthodoxen Kirche aufgegriffen. Alle, die in besonderer Verantwortung stehen, sollten „den Schrei der Erde und den Schrei der Armen, die am meisten durch Umweltzerstörung betroffen sind, hören“ Der Tag soll einen nachhaltigen Lebensstil fördern, betonte der Papst. Mit diesem Tag beginnt die „Schöpfungszeit“, die bis zum Fest des Hl. Franziskus am 4. September dauert. Die Überschwemmungen in Texas, Indien und Nigeria sind eine Folge des von Menschen verursachten Klimawandels. Auch die Flüchtlinge verlassen ihre Heimat, weil das Klima sich ändert, Küstengewässer von riesigen Schiffen leergefischt werden oder die Lebensmittelimporte die eigene Landwirtschaft zerstören. Die Entwicklungshilfe reagiert darauf mit Hilfe zur Selbsthilfe.

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag: Ich möchte dein Jünger sein.
Die Matthäusgemeinde erinnert daran, dass Jesus vorhersah, dass er in Jerusalem wird leiden müssen und Petrus ihn davon abhalten will. Jesus fordert uns Menschen heraus. Wir sollen das anzunehmen, was auf uns zukommt. Am Ende kommt Christus mit seinem Vater und gibt den Lohn:

In jenen Tagen begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen. (Evangelium nach Matthäus 16, 21-27)

Lesung aus dem Buch Jeremia: Ich bin verliebt in Gott.
Jeremia ist verliebt. Gott hat ihn betört, gepackt und überwältigt. Wenn er von Gott weggehen will so ist es ihm, als brenne in seinem Herz ein Feuer:

Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören; du hast mich gepackt und überwältigt. Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, ein jeder verhöhnt mich. Ja, sooft ich rede, muss ich schreien, «Gewalt und Unterdrückung!», muss ich rufen. Denn das Wort des Herrn bringt mir den ganzen Tag nur Spott und Hohn. Sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen!, so war es mir, als brenne in meinem Herzen ein Feuer, eingeschlossen in meinem Innern. Ich quälte mich es auszuhalten und konnte nicht. (Jeremia 20, 7-9)

Franziskus: Situation und Glaube wichtiger als Gesetze

Petrus und Paulus

Petrus und Paulus

In seinem Rundschreiben Amoris Laetitia geht es Papst Franziskus wie dem Apostel Paulus um eine neue Sicht auf die Not der Menschen. Weil der Messias Jesus das jüdische Gesetz des Moses erfüllte und damit wie in einem Schatzkästchen aufhob und bewahrte, konnte der Apostel Paulus erkennen, dass das „Gesetz des Moses“ durch das „Gesetz des Glaubens“ von Gott ersetzt wurde. Das Gesetz des Moses half den Menschen nicht immer, es zeigte ihnen ständig ihre Unvollkommenheit. Gott konnte mit dem Messias Jesus das mosaische Gesetz bewahren und den Glauben an den Messias Jesus begründen. Weil mit dem Messias Jesus die messianische Zeit begonnen hat, sind die Menschen in diesem „Kairos“ nicht mehr für die Einhaltung der mosaischen Gesetze verantwortlich, sondern für ihren Glauben. Glauben heißt hier „Geloben“. Es geht um die Beziehung und die Treue zu Christus Jesus. Ähnlich ist es auch mit den Kirchengesetzen. Sie können als Prinzipien, wie es Kardinal Schönborn betonte, bewahrt werden, aber wichtiger ist das „Gesetz des Glaubens“ oder, wie es Franziskus sagt, wichtiger ist die „Barmherzigkeit“. Gott schaut ins Herz und heilt. Paulus würde sagen: wichtiger als die Kirchengebote sind jetzt in der Zeit, die bleibt, die messianische Barmherzigkeit, die Freude und die Liebe.
Paulus im Römerbrief 3, 27
(vergleiche Giorgio Agamben, Die Zeit, die bleibt: Ein Kommentar zum Römerbrief, Frankfurt am Main 2006)

Amoris Laetitia auf deutsch

Sudanesin Mariam Ishag trifft Papst Franziskus

Meriam_IshagDie sudanesische Ärztin und Mutter zweier Kinder konnte nach Italien ausreisen, nachdem das Todesurteil wegen Glaubensabfall aufgehoben wurde, sie wegen unklarer Papiere nicht ausreisen durfte und sich drei Wochen in der US-Botschaft von Khartum wegen Todesdrohungen aufhalten musste. Die 26-jährige Mariam Jahia Ibrahim Ishag und ihre Kinder Maya und Martin landeten heute Vormittag auf dem römischen Flughafen Ciampino in Begleitung von Italiens Vizeaußenminister Lapo Pistelli, der sich seit längerer Zeit mit dem Fall beschäftigt. In Rom hieß es, ihre Ausreise sei aufgrund einer Einigung zwischen den sudanesischen und den italienischen Behörden möglich geworden. Bei ihrer Ankunft wurde die junge Frau am Flughafen von Ministerpräsident Matteo Renzi und Außenministerin Federica Mogherini begrüßt. Ibrahim wird sich vor ihrer Weiterreise in die USA einige Tage in Italien aufhalten. Vor ihrer Heirat mit Daniel Wani ist sie von der ätiopischen orthodoxen Kirche in die katholische Kirche übergetreten. Bereits vor einigen Wochen hat sie angekündigt, dass sie gerne auch Papst Franziskus treffen möchte. Heute, 24. 7.2014 wurde dies möglich. Die gesamte Familie wurde von Papst Franziskus empfangen, das Treffen soll etwa 30 Minuten gedauert haben. Vatikan- Presseprecher Federico Lombardi berichtete, dass das Treffen „sehr herzlich“ gewesen sei. Ihr Mann Daniel Wani ist südsudanesischer Abstammung und US-Bürger. Meriam wird mit ihren Kindern Maya und Martin voraussichtlich von Rom in die USA weiterreisen.

Links
KRONE: Zum Tode verurteilte Christin von Papst empfangen
AD HOC NEWS: Mariam Jahia Ibrahim Ishag ist in Freiheit

Die Sexuallehre der Kirche ist nicht in Stein gemeißelt

Bischof Stephan Ackermann

Bischof Stephan Ackermann

Nach der Umfrage über Ehe und Familie, die Papst Franziskus angeregt hat, geht die Diskussion in der katholischen Welt weiter. Viele Katholikinnen und Katholiken sehen voreheliche Sexualität nicht als schwere Sünde an. Auch Wiederverheiratete sollen nicht generell von den Sakramenten ausgeschlossen werden. Die Lehre der Kirche ist eine sehr dynamische Sache. Im katholischen Volk Gottes gib es 5 Bereiche, in denen sich Gott dem Menschen mitteilt: 1. die Heilige Schrift mit dem Alten und dem Neuen Testament, 2. der Glaubenssinn aller Getauften (SENSUS FIDEI), 3. die Tradition der Gebete, Lieder, Glaubensbekenntnisse, Gottesdienste und Heiligen, 4. das Lehramt der Bischöfe und des Papstes und 5. die theologische Wissenschaft. Diese 5 Bereiche sind zu befragen, wenn die Sexuallehre der Kirche neu interpretiert werden soll. Bei der Umfrage zu Ehe und Familie, die Papst Franziskus angeregt hat, ist ein wichtiger Bereich hervorgehoben worden, der Bereich „Glaubenssinn“ des katholischen Volk Gottes. Hier spricht Gott durch alle Getauften. Es ist gut, dass die Bischöfe und der Papst auf das Gottesvolk hören. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann griff diese Stimmen auf und hat eine moderate Änderung der Sexuallehre vorgeschlagen: „Wir können die katholische Lehre nicht völlig verändern, aber Kriterien erarbeiten, anhand derer wir sagen: In diesem und diesem konkreten Fall ist es verantwortbar. Es geht nicht an, dass es nur das Ideal auf der einen und die Verurteilung auf der anderen Seite gibt.“
Grundlage der katholischen Wahrheit ist die Liebe, die Barmherzigkeit, das Verzeihen und die Versöhnung. Diese Kriterien zeigen sich in den 5 Bereichen: der Heiligen Schrift; im Glaubenssinn aller Getauften; in der Tradition der Gebete, der Lieder, der Glaubensbekenntnisse, der Gottesdienste und der Heiligen; im Lehramt der Bischöfe und des Papstes und in der theologischen Wissenschaft. Die Sexuallehre der Kirche ist ein dynamischer Prozess, der von der Offenbarung Gottes und seinem Willen ausgeht und in den 5 Bereichen vermittelt wird. Danke, Papst Franziskus, dass du das Gottesvolk befragst. Danke, Bischof Stephan Ackermann, dass du die Stimme des Volkes Gottes aufgreifst und niemanden verurteilst.
Allgemeine Zeitung
FAZ
Spiegel

Papst Franziskus: Was sagt er zum Grundeinkommen?

Nach der Wahl von Franziskus stellt sich eine Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen vor.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen brachte in einem armen Dorf in Namibia eine bessere Ernährung der Kinder. Die Unterernährung konnte stark gesenkt werden und die Kinder konnten in die Schule gehen. Ein zweiter Effekt war, dass die Kriminalität in der Bevölkerung sank. Dieses erfolgreiche Pilotprojekt in Namibia im Dorf Otjivero zeigt, dass ein Grundeinkommen keine Utopie ist, sondern eine soziale und wirtschaftliche Alternative ist.

Alternative Grundeinkommen

Alternative: Grundeinkommen

Nachdem ein sozial engagierter Papst gewählt wurde, stellt sich am 16. März 2013 eine Bürgerinitiative in Wien vor, die von Katholischer Arbeitnehmerbewegung (KAB) und Katholischer Sozialakademie Österreichs (ksoe) mitinitiiert wurde. Es kommen der Provinzial P. Lorenz Voith, der Wiener Bischofsvikar Dariusz Schutzki und die Grundeinkommens-Vordenkerin Lieselotte Wohlgenannt. Die europäische BürgerInnen-Initiative sammelt die nächsten 10 Monate (bis 14.1.2014) Unterschriften, damit dieses Thema breit in Europa dikutiert werden kann. Durch die Produktivitätssteigerungen produzieren immer weniger ArbeiterInnen immer mehr Güter. Die ersten Modelle zeigen, dass ein bedingungsloses, personenbezogenes Grundeinkommen eine zukunftsweisende Alternative zu den massiven Schwierigkeiten der Wirtschaft ist.

Links: Europäische BügerInnen-Initiative für ein Grundeinkommen
Veranstaltung am Sa 16.März 2013 im 21er Haus, Wien
ORF Religion, Kirchliche Organisationen für Grundeinkommen
Wikipedia, Bedingungsloses Grundeinkommen

Ein Radfahrer wurde Papst: Franziskus

Am 13. März 2013 wählten die Kardinäle Jorge Mario Bergoglio, den Kardinal von Buenos Aires, zum neuen Papst. Er ist bekannt dafür, dass er mit dem Fahrrad und den öffentlichen Verkehrsmitteln von seiner Wohnung ins erzbischöfliche Palais fuhr. Auch sein erster Auftritt am Petersplatz war einfach. In einer weißen Soutane gekleidet, wünschte er dem Volk einen guten Abend. Er bat um ein Gebet für ihn, dabei verneigte er sich tief. Es war eine Geste der Einfachheit wie sein Namenspatron Franz von Assisi. Alles Gute, Franziskus!