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Lehnt Benedikt XVI einen Dialog mit der Pfarrerinitiative ab?

Lombardi: Ein pastorales Problem

Lombardi: Ein pastorales Problem

Wie heute bekannt wurde, hat Vatikansprecher Federico Lombardi gemeint, bei der Pfarrerinitiative handle es sich um ein „Pastoralproblem“, und es sei Aufgabe der österreichischen Bischöfe, diesen Dialog zu führen. „Das ist der normale Weg“, sagte Lombardi vor österreichischen Journalisten in Rom. Wenn jetzt die Wünsche der Pfarrerinitiative von den Bischöfen geteilt werden, müssen diese Wünsche Papst Benedikt vorgelegt werden.

Was würde Jesus tun?

Es ist jetzt an den österreichischen Bischöfen, die Wünsche mit den Pfarrern einzeln zu besprechen und sich zu überlegen, was Jesus tun würde und ob die Wünsche im Sinne des Geistes von Jesus Christi sind.

Internationale Wünsche

Es ist jetzt aber auch an den Bischofskonferenzen der jeweiligen Länder wie Irland und Deutschland, in denen Pfarrerinitiativen bestehen, diese Fragen und Wünsche im Sinne Jesu mit den Pfarrern zu besprechen.

Welche Wünsche haben die Pfarrer?
1. Die Wiederverheiratet Geschiedenen sollen die Kommunion empfangen können.
2. Nichtkleriker sollen predigen können.
3. Nichtkleriker als Gemeindeleiter und Gemeindeleiterinnen.
4. Frauen sollen zu Priesterinnen geweiht werden können.
5. Verheiratete sollen zu PriesterInnen geweiht werden können.
6. Verheiratete Priester ohne Amt sollen wieder ihr Amt ausüben können.

Was ist dabei im Sinne Jesu? Die Bischöfe sind gefragt. Das wären

Erzdiözese Salzburg: Erzbischof Alois Kothgasser SDB
Diözese Feldkirch: Bischof em. Elmar Fischer
Diözese Graz-Seckau: Bischof Egon Kapellari
Diözese Gurk – Klagenfurt: Bischof Alois Schwarz
Diözese Innsbruck: Bischof Manfred Scheuer
Erzdiözese Wien: Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn OP
Diözese Eisenstadt: Bischof Ägidius Zsifkovics
Diözese Linz: Bischof Ludwig Schwarz SDB
Diözese St. Pölten: Bischof Klaus Küng
Österreichische Militärdiözese: Militärbischof Christian Werner
Nuntius: Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen

Links: Pfarrerinitiative (Sprecher Mag. Helmut Schüller)
Liste der österreichischen Bischöfe

Maria, das Vorbild der Bischöfe und selbst Bischöfin

Maria zu Pfingsten

Maria im Kreise der Apostel, Gemeindeleiterin, Priesterin und Bischöfin, erfüllt vom Hl. Geist

Der Blick auf Maria ermöglicht viele kreative Möglichkeiten.
Ein Fest, das oft übergangen wird, ist das Fest Jesu Empfängnis am 25. März. Der Engel Gabriel erschien Maria, um ihr mitzuteilen, dass sie auserwählt wurde, den Sohn Gottes auf die Welt zu bringen. Sie verstand nicht, wie sie ohne Mann ein Kind empfangen soll.  Gabriel aber erklärte ihr: Die Ruach, der Hl. Geist, wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Neun Monate später brachte sie Jesus, den Sohn Gottes zur Welt, der nach christlicher Tradition das Ursakrament ist.
Dadurch wird Maria zur ersten christlichen Sakramentenspenderin und zur archetypischen Figur der christlichen Priester, aber auch der christlichen Priesterinnen. Sie ist eine der Frauen, die Jesus in der Passion begleiteten und unter dem Kreuz ausharrten. Sie war in der Urgemeinde „das spirituelle Herz“, „Mutter und Vorbild der Kirche, die erste und vollkommenste Jüngerin Jesu“ (so Benedikt XVI am 9.5.2010).  In der Sorge um die Christen ist sie die Mutter der Kirche und war neben Petrus die Päpstin der Urgemeinde.

Mutter Gottes von Guadalupe

Maria sorgt sich wie eine Mutter um uns Christen

Sie ist als Gottesmutter die Spenderin der Gnadengaben und erste Spenderin aller Sakramente. Die marianische Tradition ist eine sehr kreative. Was liegt näher, als dass Frauen, so sie Gott beruft, in ihrer Tradition zu Priesterinnen geweiht werden können.

Neues zum Thema Frauenpriestertum: Augustinus

Maria und die Apostel versammeln sich und der Heilige Geist erfüllt sie

Maria als Gemeindeleiterin und die Apostel versammeln sich und der Heilige Geist erfüllt sie.

Es erscheint heutzutage wichtiger denn je, auf die Lösungen in der Geschichte zu blicken, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und kreative Überlegungen für die Probleme von heute anzubieten. Es überrascht, dass gerade Augustinus zum Frauenpriestertum Lösungen anbietet.

Der heilige Augustinus sah sich nach seiner Bekehrung einer gespaltenen Kirche gegenüber. In der Zeit der Christenverfolgung blieben einige standhaft und andere arbeiteten mit den römischen Behörden zusammen. Bischöfe übergaben den römischen Behörden ihre heiligen Bücher und Priester opferten dem Kaiser. Es entstand ein Streit, ob diese Abgefallenen nach der Verfolgungszeit weiter Sakramente spenden können. Die Sakramente könnten ungültig sein. Diejenigen, die die Sakramente für ungültig hielten, wurden nach ihrem Bischof Donatus Donatisten genannt. Sie sahen sich als Kirche der Märtyrer und hatten bald eine eigene Hierarchie. Sie gingen in Nordafrika teilweise gewalttätig gegen Katholiken vor.

Augustinus sah hingegen die Kirche als Gemeinschaft von fehlerhaften Menschen, die von Gott beschenkt werden. Der wirkliche Spender des Sakramentes war für Augustinus Christus selber. Der Mensch hingegen ist ein Werkzeug Gottes, der die Gnadengaben vermittelt. Er macht das an einem Bild deutlich: „Ob das Rohr, durch welches Wasser fließt, aus Blei oder Gold ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass das Wasser fließt.“

Später hat die katholische Kirche im Konzil zu Trient das Geschehen als „Ex Opere Operato“, das heißt „durch die vollzogene Handlung“, benannt. Wenn es um den Vollzug geht, ist es unerheblich, ob jetzt ein Mann oder eine Frau das Sakrament spendet. Die Kirche fügte auch hinzu, dass die Gültigkeit dann gegeben ist, wenn der Spender das Sakrament auch spenden will. Dieses Wollen kann auch eine Frau.

Die Gnadengaben fließen. Christus ist der Spender, Ex opere operato, der Vollzug zählt.

Die Gnadengaben fließen. Christus ist der Spender, Ex opere operato, der Vollzug zählt.

Es gibt Sakramente, die Frauen offiziell in der katholischen Kirche spenden. In der Ehe spendet die Frau dem Mann und der Mann der Frau das Sakrament und die Gnadengaben Gottes. In der Taufe kann in einer Notsituation jeder Mensch (ob Frau oder Mann) das göttliche Sakrament spenden. In beiden Situationen sind Frauen sakramentale Vermittlerinnen der göttlichen Gnadengaben. Auch eine konkrete Frau, Maria, die Mutter Gottes, ist eine sakramentale Vermittlerin der göttlichen Gnadengaben.

Die anderen Sakramente können nach dieser Sakramentenlehre der katholischen Kirche auch von Frauen gespendet werden, wenn sich die Kirche auf ihre Geschichte besinnt. Die Frauen können als Vorsteherinnen der Eucharistiefeier dadurch auch die Vermittlerinnen der göttlichen Gnadengaben sein. Dass sie das heutzutage nicht können, ist eine Einschränkung, die auf die ersten Jahrhunderte zurückgeht, wo die Christenheit einen Kompromiss gegenüber der Antike einging. Heutzutage ist dieser Kompromiss nicht mehr notwendig.

Ob der Mensch, durch welchen die Gnadengaben fließen, männlich oder weiblich ist, spielt für Christus keine Rolle. Entscheidend ist, dass die göttlichen Gnadengaben fließen.

Hannes Daxbacher

Gehorsam gegenüber Gott: Ein Bischof und ein Probst in Österreich für Reform der Kirche

Bischof Alois Schwarz

Bischof Alois Schwarz

Probst Maximilian Fürnsinn

Probst Maximilian Fürnsinn

Anlässlich der Diskussion über den Aufruf zum Ungehorsam von österreichischen katholischen Pfarrern hat sich der Bischof von Gurk-Klagenfurt, Alois Schwarz, und der Probst von Herzogenburg, Maximilian Fürnsinn zu Wort gemeldet.  Alois Schwarz sieht die Notwendigkeit einer Kirchenreform, sollte die katholische Kirche eine Zukunft haben. Der Augustiner-Chorherr Fürnsinn sieht die Hoffnung in einem „breiten, intensiven Pastoralgespräch“, bei dem es um Laienpredigt, um die Bevollmächtigung von älteren, verheirateten Männern zur Gestaltung einer Messe und um die Spendung von Sakramenten an Wiederverheiratet-Geschiedenen gehen soll. Fürnsinn ist auch Vorsitzender der Superioren-Konferenz der katholischen Männerorden Österreichs und Ehrengroßprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Viele Bischöfe und viele Leiter von Orden in Österreich und in der Weltkirche (Bischof Harris, Kardinal José Policarpo) sehen die Notwendigkeit einer Reform der katholischen Kirche.

In Deutschland ruft der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck dazu auf, das Gespräch über die Zukunft der Kirche zu suchen. Der jüngste Bischof Deutschlands möchte, dass möglichst viele Dialogprojekte entstehen.  Auch in der Diözese Münster gab es Dialogtreffen, bei denen in vielen Gruppen diskutiert wurde und Bischöfe wie der Bischof von Fulda, Heinz-Josef Algermissen, ehrlich über Ängste und Hoffnungen gesprochen haben. Der ungeduldige Vorsitzende der deutschen katholischen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch rechnet noch zu seinen Lebzeiten mit Änderungen im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.

Der Dialog wird noch spannender, wenn Papst Benedikt XVI von 22. bis 25. September nach Deutschland kommt. In Freiburg trifft er das Zentralkomitee der deutschen KatholikInnen und eine Abordnung engagierter KatholikInnen aus Kirche und Gesellschaft. Ob da die heißen Eisen zur Sprache kommen?

Aufruf zum Gehorsam! Zwei Aufrufe

In der katholischen Auseinandersetzung um den Pflichtzölibat gibt es neuerdings einen Aufruf zum Gehorsam als Reaktion zum Aufruf zum Ungehorsam. Beiden geht es um das Verhalten gegenüber Bischöfen, dem Papst und der römischen Kurie. Ursprünglich war der Gehorsam bei Jesus aber ein Gehorsam gegenüber Gott, wie eine Geschichte erzählt

Jesus fragte die Priester, was sie zu dieser Geschichte sagen: „Ein Mann hatte zwei Söhne. Er sagte zum einen: „Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!“ „Ich will nicht“, erwiderte der Sohn; später aber überlegte er es sich und ging doch. Dasselbe sagte der Vater auch zu seinem anderen Sohn. „Ja, Herr“, antwortete der, ging aber nicht.

Jesus fragte: „Wer von den beiden hat nun nach dem Willen des Vaters gehandelt?“ „Der Erste“, antworteten sie. Da sagte Jesus: „Ich versichere euch: Die Zolleinnehmer und die Prostituierten werden eher in Gottes Reich kommen als ihr. Der Täufer Johannes ist gekommen und zeigte euch, was ihr jetzt tun müsst, um Gottes Willen zu erfüllen; aber ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zolleinnehmer und die Prostituierten haben ihm geglaubt! Aber ihr – nicht einmal als ihr das saht, habt ihr euch besonnen und ihm Glauben geschenkt.“ (Matthäus 21,28-32)

Es geht um den Glauben der Menschen. Einige sagen, dass sie glauben und handeln aber nicht. Einige weigern sich zu glauben und tun es dann trotzdem. Gehorsam ist bei Jesus der Glaube an Gott und nicht der Gehorsam gegenüber dem Petrus. Es geht ihm darum, dass der Wille des himmlichen Vaters erfüllt wird.

Bei dem einen Aufruf von Kaplan Markus Doppelbauer geht es um den Willen des Papstes in Rom, der erfüllt werden soll und im anderen Aufruf der Pfarrerinitiative (Helmut Schüller) geht es um das Gewissen, dem gefolgt werden soll. Der katholische Christ denkt sich: Ich habe ein Gewissen, ich habe einen Papst in Rom, ich glaube an Jesus Christus und den Heiligen Geist – da kann ich ja ganz zufrieden sein. Wenn nicht der Papst die Zolleinnehmer, die  Prostituierten und die Geschieden-Wiederverheirateten von der Kommunion ausschließt. Aber das macht er nicht. Er liebt ja Jesus. Warum also die ganze Aufregung?

Die hoffnungsvolle Aufarbeitung der Missbrauchsfälle

Man kann zuversichtlich sein, dass durch die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle neue Sichtweisen in der Kirche sich durchsetzen:

  1. Die Sicht der Opfer: Es ist ein schmerzlicher Prozess, bis ein Opfer sexueller Übergriffe die Wahrheit sehen kann. Früher war diese lange Dauer ein Argument der Bischöfe für die Unglaubwürdigkeit des Opfers.  Heute wird von den Bischöfen immer betont, dass von den Opfern auszugegehen ist.  Ihnen ist zu glaubens, sie sind geschädigt und traumatisiert, sie müssen um Verzeihung gebeten werden und ihnen muss jegliche Hilfe zuteil werden. Die Bischöfe müssen mit ihnen reden.
  2. Die Transparenz ist herzustellen: Es kann nichts mehr vertuscht werden und es kann nicht mehr der Schwarze Peter der Gesellschaft, dem Teufel oder der sexuellen Revolution zugespielt werden.  Jetzt heißt es genau hinschauen und die Verantwortung wahrnehmen.
  3. Die Verantwortlichkeit liegt beim Klerus: Einerseits sind die Priester, die sich an Kindern und Unmündigen vergangen haben, verantwortlich für ihre Taten. Sie haben ein Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt, das durch ihren Status herstellbar war. Andererseits sind die Bischöf verantwortlich, die die Opfer nicht ernstgenommen haben, denen der Corpsgeist wichtiger war die Priester in der Pastoral versetzt haben, obwohl sie wussten, dass der Priester Kinder missbaucht. Ein Rücktritt eines Bischofs ist da angebracht.
  4. Solide Untersuchung und Hilfe: Die Broschüre „Verhinderung sexuellen Missbrauchs“ der Erzdiözese Wien ist ein gutes Beispiel für eine hoffnungsvolle Aufarbeitung dieser Vorfälle: http://stephanscom.at/service/dokumente/verhinderungvonmissbrauch.pdf. Es werden klare Verhaltensanweisungen ausgearbeitet und auch Diözesangesetze geändert.
  5. Die Zeit des Pflichtzölibats ist vorbei. Es stimmt vielleicht, dass die zölibatär lebenden Priester und Ordensangehörigen weniger oft Kinder missbrauchen als andere Männer. Es kann sein, dass die Priester und Erzieher sich mehr an die Moral halten als andere. Aber die Täter geben immer wieder an, dass ihre Einsamkeit und ihre unerfüllten sexuellen und erotischen Gefühle sie zu dieser Tat brachten. Durch die Abschaffung des Pflichtzölibats, (den es in den katholisch unierten Kirchen ja auch nicht gibt), würden die Priester nicht unter der Einsamkeit und ihren unbefriedigten sexuellen Wünschen leiden.  Sie müssen ja auf ein Menschenrecht verzichten: Enweder sie verzichten auf das Recht auf Familie oder auf das Recht auf freie Berufswahl.
  6. Durch absolutistisches Entscheiden sind Bischöfe und Pfarrer überfordert. Für ihre pastoralen,  liturgischen und verkündigenden Vorgangsweisen sind sie nur ihrem Gewissen verantwortlich. Es gibt kaum ein von den Getauften gewähltes Gremium, das dem Pfarrer oder dem Bischof Entscheidungen abnehmen oder einen Kleriker wegen einer Verfehlung zur Rechenschaft ziehen kann.
  7. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Man kann viele gute Ansätze in den Diözesen erkennen: Regeln im Umgang mit Kindern und Unmündigen, Supervision und Teamarbeit und Kontrolle der Erzieher.  Diese genauen Untersuchungen werden aber auch die Zwänge und Überforderungen der Priester und Bischöfe aufdecken. Das ist jedenfalls schon viel auf dem steinigen Weg, den das Volk Gottes gehen wird.