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Sartre wollte sein Werk umschreiben

Wenn ich Subjekt bin, wie behandle ich die Anderen? Am Anfang stand für J. P. Sartre fest, dass  er gezwungen war, die anderen Menschen zu Objekten zu machen. Auch die anderen Menschen um ihn machen ihn zum Objekt. „Die Hölle – das sind die Anderen.“ Auch im Tod noch ist das Subjekt ein Objekt der Anderen: „Tot sein heißt den Lebenden ausgeliefert sein.“

Diese Überzeugung änderte sich für Sartre in den letzten Jahren seines

J.P. Satre, 1905 - 1980

J.P. Satre, 1905 - 1980

Lebens. Im Interview mit Benny Lévy, das nach seinem Tod mit dem Titel „Brüderlichkeit und Gewalt“ herauskam, kündigte er ein Buchprojekt an, das sich vor allem mit dem „Sein für Andere“ beschäftigt. Er las Martin Buber und sah in den Anderen kein behandeltes Objekt mehr, sondern Menschen begegnen in verschränkter Weise dem anderen Ich in der Beziehung von Subjekt zu Subjekt. Er wollte sein ganzes früheres Werk umschreiben. Was hätte sich dabei geändert?

Reinhard Olschanski in „der Freitag“ 14.04.2000

OE1 Denken im Alter