Middelhoff: „Bedenke, auch du bist sterblich!“ | kurier.at

Der gefallene Star-Manager Thomas Middelhoff über seine Überheblichkeit, seine Zeit in Haft, seine katholische Praxis und sein Rat an Führungskräfte.

Quelle: Middelhoff: „Bedenke, auch du bist sterblich!“ | kurier.at

Das Interview führte Helmut Brandstätter. Es endete damit:

Anstatt nur im Gefängnis zu sitzen haben Sie mit Behinderten gearbeitet. Was haben Sie dabei gelernt?

Ich war Hilfskraft in einer Werkstatt, die behinderte Menschen beschäftigte. Da habe ich Arbeitsmaterialien zu den Behinderten getragen, habe sie betreut, bin mit ihnen zur Toilette gegangen, habe ihnen beim Essen geholfen und bin mit ihnen spazieren gegangen.

Hätte man Ihnen früher gesagt „Mache das ein paar Stunden“, dann hätten Sie vermutlich geantwortet: „Lächerlich, das mache ich nicht!“?

Ja, definitiv nicht. Und heute sage ich: „Wenn ich nochmal das Programm für Führungs-Nachwuchskräfte von Bertelsmann konzipiere, dann kommen sechs Wochen Bethel rein.

Bethel ist die Anstalt, in der Sie waren. Was hätte der 30-jährige Middelhoff dort gelernt?

Menschlichkeit und Demut.

Quelle: Middelhoff: „Bedenke, auch du bist sterblich!“ | kurier.at

Habe ich Angst?

450px-The_ScreamDie Angst begleitet mich mein Leben lang. Es ist nicht die Angst, die mich dazu bringt, im Straßenverkehr vorsichtig zu sein. Es ist die existenzielle Angst, die Angst vor der Verurteilung. Ich hatte in meiner Jugend eine Panikattacke, als ich in einem Bus die vielen Menschen sah, die mich verurteilen könnten. Ich habe Gott im Vater Unser angerufen. Er hat geholfen. Es gibt viele gute Erfahrungen gegen Panikattacken, eine davon ist sicher, wenn man sein Herz Gott öffnet.

Ich bin traurig – und freue mich

Ich habe das neue Buch des katholischen Religionspädagogen Hubertus Halbfas in die Hand genommen und bin schwer enttäuscht. Ich kenne ihn als fachlich versierten Verfasser von Religionsbüchern, Lehrerhandbüchern und als Kenner der Hermeneutik. Die Anzahl seiner Bücher und seiner genauen Kunst- und Literaturbesprechungen ist unübersehbar. Vielleicht ist das auch sein großes Handicap, er zitiert und bringt nichts Eigenes und Neues. Er bleibt im Rationalismus hängen und vertrocknet. Schade. Traurig. Umso mehr freue ich mich, dass ich „Die anarchische Kraft des Monotheismus (CORPORA)“ von Eckhard Nordhofen lesen kann. Das Medium Buch, die Heilige Schrift, wird beim inkarnierten Logos, Jesus Christus, vom Medium Menschenherz abgelöst. Menschen werden zum Medium Gottes.

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Missbrauchskrise – Krise der Moraltheorie? – JoBos Blog

Dass Missbrauch ein moralisches Problem ist, sollte nicht weiter erläuterungsbedürftig sein. Doch anders sieht es mit der These aus, Missbrauch sei das Ergebnis falscher Moraltheorie. Wie ist das zu versehen?

Quelle: Missbrauchskrise – Krise der Moraltheorie? – JoBos Blog

Josef Bordat zitiert den emeritierten Papst Bendedikt XVI und sagt dann: „Der ethische Proportionalismus – eine Variante des Relativismus – bestreitet, dass es Dinge gibt, die in sich schlecht sind. Er trägt uns stattdessen auf, die Moral einer Handlung situativ zu eruieren und damit immer neu zu beurteilen, was das Beste in einer bestimmten Konstellation ist – ohne dabei eine absolute Untergrenze des moralisch Vertretbaren anzuerkennen. Damit wird nicht nur das Bessere immer wieder neu definiert, sondern auch das Böse an sich geleugnet. Benedikt stellt klar, dass ein solches Denken in einigen Fällen verheerende Folgen hat. Zum Beispiel beim sexuellen Missbrauch.“

Das ist, so denke ich, ein Teil des Problems. Der andere Teil ist die Attraktivität der Kirche (und ähnlicher Organisationen) für Pädophile, die hoffen, ihre perversen Phantasien in ihr realisieren zu können.

 

Kinder, Kranke, Kreuze

KreuzinderHandMein Bruder liegt zurzeit im Krankenhaus, er kann nicht mehr viel reden. Am Dienstag habe ich ihm ein kleines Kreuz aus Olivenholz mitgebracht. Er hat es ganz fest in seiner Faust gehalten. Zum Abschluss meines Besuches fragte ich ihn, ob ich das Kreuz auf den Nachttisch legen soll. Er hielt das Kreuz aber ganz fest und ließ es nicht los. Es ist für mich ein Zeichen, dass wir uns an Christus ganz fest anhalten können und sollen. Das hat Folgen im Alltag.
Von den ersten Jüngern wird erzählt, dass sie darüber redeten, wer von ihnen der Größte sei. Jesus sagte: Wer der Größte sein will, soll der Diener aller sein. In den Mitmenschen kommt uns Jesus entgegen. „Du bist nicht allein. Ich bin mit dir.“

Jesus stellt ein Kind in die Mitte und sagt: Wer ein unscheinbares Kind aufnimmt, nimmt mich auf und den, der mich gesandt hat.
(Heute würde er den Missbrauch an Kindern anklagen und sagen: Wer ein Kind missbraucht, missbraucht mich und meinen Vater. Hört die Klagen! Der Wiener Dechant Jansen schreibt im aktuellen Sonntag, der Kirchenzeitung dazu: Sie töten Jesus.)

Die Aufgabe der Apostel

jesus-7 Erik Peterson (1890-1960) schreibt über die Aufgabe der Apostel: «Der Apostel hat als Herold nicht den Glauben einer obskuren Sekte zu verkündigen, sondern er hat den Heiden zu sagen, dass Jupiter nicht mehr im Himmel thront, er hat den Juden zu sagen, dass Christus neben Jahwe auf dem Thron sitzt und mit ihm zusammen regiert, er hat den Gnostikern zu sagen, dass kein anonymer Gott vom Himmelsthrone aus die Welt regiert, sondern dass Christus den Thron bestiegen hat und mit ihm ein neuer Äon begonnen hat, der … nun durch das Erscheinen des Menschensohnes charakterisiert ist».

«Seitdem Christus Priester und König ist, ist die irdische Macht ihres dämonischen Charakters entkleidet und kann nicht mehr, wie es das Heidentum will, den Anspruch erheben, Trägerin sakraler Funktionen zu sein»

Zahlen zum Missbrauch – JoBos Blog

Eigentlich sollten sie erst am 25. September rauskommen, aber dann lagen sie doch bereits heute vor: die Zahlen der DBK-Studie zum Missbrauch. Danach hat es von 1670 Priestern, Diakonen und männliche Ordensangehörigen in der Zeit von 1946 bis 2014 sexuelle Übergriffe auf (überwiegend männliche) Kinder und Jugendliche gegeben. 1670 von 38.156 – 4,4 Prozent Täteranteil. Damit viermal höher als in der Bevölkerung, in der von etwa ein Prozent Männern mit pädophilen Neigungen ausgegangen wird. Das ist signifikant. Und das finde ich schon bedenkenswert. Weiterlesen