Übers Wasser gehen

Mit Freunden sprachen wir gestern über Gott und die Welt. „Gott ist außerhalb der Welt.“ „Gott agiert aber auch in der Welt.“ Unklar ist, wie wir bemerken können, dass Gott in der Welt handelt. Wenn Krebspatienten über Nacht geheilt sind, spricht die Medizin von Spontanremission und von einer Ausnahme. Normalerweise können Menschen nicht übers Wasser gehen. Ich glaube, dass Jesus als Mensch gewordener Gott das in einer Ausnahmesituation gemacht hat. Er agierte nicht, damit alle ihn bestaunen, sondern – wie ich glaube – damit wir ein Zeichen der Erlösung und der Liebe bekommen. Das Ereignis am See Genesaret zeigt einige solcher Ausnahmesituationen.

Jesus sah, wie sich die Jünger am See gegen den Wind beim Rudern abmühten. Er kam ihnen auf dem See entgegen, stieg in ihr Boot und der Sturm legte sich. Es ist eine Aktion Jesu, die zeigt, dass Gott helfend anwesend ist.

Als die Jünger glaubten, der übers Wasser kommende Jesus sei ein Gespenst, beruhigte er sie mit „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“ Es ist eine Aktion, bei dem Jesus als anwesender Gott die Furcht und die Angst nimmt.

Als Petrus Jesus bat, ihn über das Wasser zu ihm gehen zu lassen, sagte Jesus nur: „Komm!“ Darauf stieg Petrus aus dem Boot und ging auf Jesus zu. Nichts lenkte ihn ab und er konnte die Hilfe Gottes annehmen. Diese Aktion zeigt, dass Gott im Einklang mit Menschen handelt.

Erst als er nicht mehr auf Jesus, sondern auf den Wind schaute, verlor er die Hilfe Gottes und ging unter. Aber auch da half Jesus. Diese Aktion zeigt mir, dass er niemanden untergehen lässt.

Interessant wäre es, wenn wir uns austauschen könnten, inwiefern wir solche Ausnahme-Aktionen Gottes in unserem Leben schon bemerkt haben.

Jesus, Vollkorn und Omega 3

Ich liebe gesundes Essen. Aber ich habe mich bis jetzt nicht für die biologischen Hintergründe interessiert. Begonnen hat dieses Interesse, als meine Schwester von einem Buch schwärmte, das die aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Ernährung auswertet. Als der Wissenschaftsjournalist Bas Kast gerade 40-jährig mit Schmerzen in der Brust zusammenbrach, stellte sich ihm die existentielle Frage: Hatte er mit Junkfood seine Gesundheit ruiniert? Ich wurde ein Fan seiner Auswertung der vielen Mega-Studien und kaufte gleich am Brunnenmarkt Linsen, Kichererbsen, Vollkornbulgur und Hummus. Meine Frau machte köstliche Gerichte daraus, sagte aber, dass sie nicht nur diese Sachen verarbeiten möchte.
Im Evangelium vom Sonntag gibt es die Geschichte, wo Jesus mit fünf Broten und zwei Fischen tausende Menschen satt machte. Das war eine großartige Sache. Er zeigte, dass wir Hungrige speisen und auf Gott schauen sollen, der der Spender von allem Guten ist und aus unserem Wenigen viel macht.
Menschen machten schon immer die Erfahrung, dass die Schöpfung uns nicht nur manche Medizin schenkt, sondern auch gesunde Nahrung. Die Brote waren zurzeit Jesu nicht aus Auszugsmehl, sondern aus Vollkornmehl gebacken. Sie machten satt. Die Fische brachten gesunde Omega 3 Fette den Menschen, die vor tödlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gott für uns gerne sorgt und uns im Brot der Hostie begegnen möchte. Er schenkt uns gesunde Nahrung, Liebe und Inspiration.

Begehrenswerter Schatz

Er verkaufte alles, und kaufte sich den Acker.

Wenn sich die Ehepartner begehren, kann das die Beziehung stärken. Begehren ist etwas zutiefst Menschliches. Wenn in einem Rosenkrieg beide Ehepartner sich um das Haus und die Kinder streiten und nicht loslassen, bringt dieses Begehren Probleme. Wenn die Manager von Wirecard oder der burgenländischen Commerzialbank die Bücher fälschen, dann verunsichert dies viele von uns. Wenn Menschen in der Coronazeit fröhliche Partys ohne Abstand oder Masken feiern, haben diese Personen oft nur ihre eigenen Glücksmomente, aber nicht die Gesundheit aller im Blick.
Nun, was ist ein angemessenes Begehren?
Jesus erzählt von einem Mann, der einen Schatz entdeckte, der in einem Acker vergraben war. Er grub ihn wieder ein, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker.
Auch ein Kaufmann suchte schöne Perlen. Als er eine besonders wertvolle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte die Perle.
So, sagt Jesus, ist es mit dem Reich Gottes. So intensiv kann ich das Reich Gottes, das Himmelreich begehren.
Jesus erzählt auch von einem Schriftkundler, der ein Jünger des Himmelreiches geworden ist. Über ihn sagt er: Er ist wie ein Hausherr, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt. Ich meine: Er begehrt das Richtige. Im Reich Gottes entdeckt er Neues und Altes. Altes, das Menschen vor mir entdeckten und Neues, das wir heute entdecken. Weil ich ein Mensch bin, darf und soll ich begehren. Ich soll das Gute begehren. Ich soll das Schöne begehren. Ich soll das Wahre begehren. Ich darf und soll das Reich Gottes begehren. Das macht Sinn.

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Verwurzelung: Was uns erdet.

Der Supermarkt Billa wirbt für Obst und Gemüse aus Österreich mit dem Satz „Was uns erdet“. Es heißt auch: Weil uns nichts mehr erdet als unsere Wurzeln. Dazu stellt der Supermarkt betende Hände und ein Herz dazu: 🙏💛. Der Konsum wird zur neuen, aber letztlich oberflächlichen Religion. Einige nennen es Religionsersatz: Iss regionale Produkte und du erdest dich. In der Kirche hingegen heißt es: Esst, das ist mein Leib.

Die Erdung durch heimische Karotten reicht maximal 25 cm in die Erde. Die Erdung durch Christus reicht unendlich tiefer. Die ganze Natur ist eine Wurzel, aus der wir entstanden sind. Auch unsere Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen ist eine Wurzel. Und dann haben wir eine Wurzel, die noch tiefer hinabreicht. Diese Wurzel reicht bis zum Gott, dem Urgrund von allem. In diesen Urgrund-Gott können wir unsere Wurzeln ausstrecken. Er gibt ihnen Halt und schenkt gutes Wachstum. Wir können ihm vertrauen und unsere unbegründete Angst vergessen. Einige sagen, dass sie das nicht können. Andere hingegen haben die Erfahrung gemacht, dass man das lernen kann. Ein guter Lehrer dafür ist Christus Jesus. Mich lehrt er, wie ich voll Vertrauen das Herz öffnen kann.

Masken im Gottesdienst?

Ich empfehle sie, die Masken.

Eine Bekannte musste wegen eines Eingriffes ins Krankenhaus und wurde routinemäßig auf Covid19 getestet. Obwohl sie keine Symptome hat, war sie positiv. Jetzt kommt sie sich wie im Gefängnis vor. Eine Krankenschwester meinte, dass sie noch Glück habe. Sie betreute schon viele Patienten, denen es sehr, sehr schlecht ging, die nicht mehr gut atmen konnten und deren Organe aussetzten. Einige verstarben. Am Telefon meinte die Bekannte zu mir, dass wir in den Gottesdiensten aufpassen sollen, dass wir uns nicht anstecken. Daraufhin habe ich mich über die Übertragungsarten intensiver informiert. Die meisten medizinischen Artikel und Studien sehen die ganz leichten Schwebeteilchen, die „Aerosole“ als hauptsächliche Überträger des Virus. Sie werden durch die Atemluft ausgestoßen, fallen wie Gase kaum zu Boden und haben eine Reichweite von ca. 5 Metern. Vor allem beim Husten, Rufen oder Singen sind weite Distanzen möglich. In großen Produktionshallen, Klassenräumen und Großraumbüros kann eine ansteckender Person ohne Maske nach einer Stunde viele Aerosole in die Luft blasen.
Die erste gute Nachricht: Nicht jeder und jede Infizierte ist ansteckend.
Die zweite gute Nachricht: Je weniger Viren ich inhaliere, umso geringer sind die Symptome.

Die dritte gute Nachricht: Die normalen Masken für den Mund- und Nasenbereich können die Aerosole gut abhalten. Sie schützen meine Nächsten und ich werde geschützt, wenn meine Nächsten Masken tragen.
Aus diesen Überlegungen heraus empfehle ich, in der Kirche einen Mund- und Nasenschutz zu tragen.
Im Eingangsbereich der Kirche lege ich Masken auf. Jeder und jede kann sich einfach eine nehmen.
Liebe Grüße, Hannes

Vor 13,8 Milliarden Jahren erschuf er das Universum

In der Evolution ließ er uns Menschen entstehen

Wenn ich mich auf die Suche nach dem Sinn von allem mache, dann komme ich an den Naturwissenschaften nicht vorbei. Ich erkenne dadurch besser, wie alles begann und wie Gott die Evolution vorantrieb.

Ich glaube an Gott, der kein Teil des Universums ist, sondern dem Universum gegenüber ist. Auch wenn es viele Universen gibt, wie manche behaupten, so ist er diesen ebenfalls gegenüber und hat sie aus dem Nichts erschaffen. Ich glaube an einen Gott, über den nichts Größeres gedacht werden kann, wie es Anselm von Canterbury sagte.

Ich glaube an einen Gott, der vor 13,8 Milliarden Jahren das Universum erschuf. Ich glaube an einen Gott, der vor 3,5 Milliarden Jahren Leben auf der Erde entstehen ließ. Ich glaube an einen Gott, der innerhalb der biologischen Evolution uns Menschen entstehen ließ. Ich glaube an einen Gott, der sich den Menschen immer wieder zeigte – wie dem Moses im brennenden Dornbusch.

Ich glaube an einen Gott, der vor 2000 Jahren ein Mensch wurde, damit wir ihn besser kennenlernen. Ich glaube an einen Gott, der uns nach dem Tod auffängt, sodass wir bei ihm leben können. Aber schon vor dem Tod ist er uns jetzt sehr, sehr nahe. Ich sehe mich von ihm überreich beschenkt.

Unter uns

Lebendig

Die starke Beschränkungen der Coronazeit ist vorbei. In den öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Friseur gibt es sie noch, die Maskenpflicht. Einige sagen mir, sie wollen die Maske beim Einkaufen weiterverwenden. Sie ist ein Zeichen, dass das Virus unsichtbar noch unter uns ist.
Unsichtbar ist auch Gott unter uns. Da macht es Sinn, wenn sich Menschen in Gruppen treffen (mit Abstand) und sich auf die Suche nach Gott machen. Ich möchte mich dem anschließen und mich mit anderen fragen, wo Gott in unserem Leben handelt. Wo zwei oder drei in seinem Namen zusammen sind, da ist er mitten unter ihnen.
Gott hat sich dem Moses mit seinem Namen gezeigt: Ich bin der, der ich bin da. Es muss kein brennender Dornbusch sein, der nicht verbrennt. Aber ein brennendes Herz unter uns würde einen Anfang machen. Da möchte ich mich auf die Suche nach den brennenden Herzen unter uns machen. Ich bin mir sicher, er handelt – aus Liebe – unter uns.

Er ist uns ganz, ganz nahe

Mein Staunen

Staunen und Freuen

Ich staune, dass Gott uns so nahe ist und dass er in allem, was existiert, anwesend ist. Ich staune über die Bäume, wie sie wachsen und Blätter hervorbringen, ich staune über die Hummeln, die in die Blüten kriechen. Ich staune über das Universum mit den Milliarden Galaxien und Sternen. Ich staune über uns Menschen, die wir seit tausenden von Jahren ein Bewusstsein entwickelt haben und uns mit anderen unterhalten können. Ich staune auch darüber, dass ich lebe und lebendig bin.

Meine Freude

Ich freue mich, dass es einen Gott gibt, der so wie wir fühlen, sehen, hören und sich auf seine Weise mitteilen kann. Ich fühle mich geborgen und danke ihm, dass er uns alle in seinem Gnadenstrom beschenkt. Wo ich auch gehe, er ist immer da. In den kleinsten Molekülen und Atomen kommt er mir entgegen. In jedem Menschen, dem ich begegne, ahne ich seine Gegenwart. In der Luft, die ich einatme, ist sein Windhauch. Es ist herrlich, wenn wir Menschen uns zuhören und verstehen. Da hilft Gottes Geist, der Kommunikation und Kommunion herstellt. Gott hält liebevoll in einem großen Rahmen alles zusammen, damit alles, was existiert, Sinn gibt. Danke, Gott!

Mit erhobenem Kopf

Jesus bringt seine Botschaft von der Liebe Gottes zu den Armen. Sie sollen ermutigt werden, mit erhobenem Kopf durch die Welt zu gehen. Auch den Schwarzen sagt Jesus: „Fürchtet euch nicht vor den anderen, bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf von Gott gezählt.“ Black lives matter.

Alles wird aufgedeckt.

Die Pandemie zeigt uns die Arbeitsbedingungen und Wohnverhältnisse in der Fleischindustrie. Die meist aus Osteuropa stammenden Arbeiter leben überwiegend in Gemeinschaftsunterkünften. Dort teilen sich oft zehn Personen ein Zimmer und müssen sich beengte Gemeinschaftseinrichtungen wie Küche und Bad mit anderen nutzen.

Auch in den Postverteilerzentren, in denen Leiharbeiter angestellt sind, gab es Ausbrüche des Coronavirus. Leiharbeiter melden sich nicht krank, weil sie befürchten, ihren Job zu verlieren und stecken andere an. Da muss der Staat unbedingt die Arbeitsgesetze nachbessern.

Dass das jetzt bekannt wird, erinnert mich an den Jesus-Spruch „Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern!“ (Mt 10, 26)

Nach den Berichten einer rumänischen Erntehelferin über Missstände in einem österreichischen Spargelbetrieb ist ein Erntehelfer-Quartier am Freitag behördlich gesperrt worden.
Quelle: ORF 19.6.2020

Atheismus oder Theismus?

Andromeda

Die Wissenschaft ist sich einig, dass es den Urknall wirklich gegeben hat. Das stimmt mit meinem Glauben an einen Gott überein, der das Universum aus dem Nichts erschaffen hat. Christian erzählt in einem Video mit Illustrationen seine Sicht der Dinge und sagt: Mein Glaube ist zu klein um Atheist zu sein. Einstein wollte es zu Beginn nicht glauben und viele Atheisten bis heute nicht. Aber seit Edwin Hubbels Entdeckung der Rotlichtverschiebung ist sich die Wissenschaft einig geworden, dass sich unser Universum in einem Moment in Existenz explodierte. Doch was war davor? Gibt es Gott? Ein Video setzt sich mit dem Atheismus und Theismus auseinander. Es versucht aufzuzeigen, dass es vielleicht sogar sinnvoller ist an einen Gott zu glauben als an keinen. Es macht Spaß und Freude, das Video zu sehen.

Übrigens: Harald Lesch erklärt in einem Video Feinabstimmung, Paralleluniversen und Multiversum. Wenn es letztere zwei gibt, dann hat Gott noch mehr erschaffen als gedacht.

Auch Christian machte ein Video zur Feinabstimmung und Multiverse-Theorie. Letztere braucht sehr viele phantastische Annahmen. Die beste Erklärung ist aber die, die am wenigsten Annahmen aufstellt (Ockhams Rasiermesser mit dem Sparsamkeitsprinzip).
Barbara Bleisch diskutiert die Gretchenfrage mit Philpp Hübl und Holm Tetens. Heute sind die meisten Philosophen Atheisten. Nicht so der Berliner Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Holm Tetens, der den Gottesglauben neu für sich entdeckt hat. Sein Kollege Philipp Hübl findet, dafür gebe es keine guten Gründe. Barbara Bleisch leitet den Disput über die Gretchenfrage.