Duftendes Fladenbrot und Gott lieben: Marta und Maria

Marta und MariaIch bin fasziniert von den zwei Schwestern. Maria sitzt zu den Füßen Jesu und hört ihm zu. Wenn Gott Mensch wird, wer könnte ihm da nicht zuhören? Marta kann ihm nicht zuhören. Sie ist die Gastgeberin und läuft herum und bedient Jesus. Sie bringt die Speisen des Landes, Oliven, Feigen, Datteln, Weintrauben, geräucherten Fisch, duftendes Fladenbrot, frisches Wasser mit Wein, Ziegenmilch, Ziegenkäse, Ziegenbutter, Rosinenkuchen mit Honig, Äpfel, Traubensaft und Granatäpfel. Sie merkt verärgert, dass ihre Schwester nur Jesus zuhört und ihr nicht hilft. Jesus verteidigt aber seine Schülerin Maria. Auf ihn zu hören sei notwendig, gut und darf ihr nicht genommen werden.
Diese Maria wird bei uns Christen zum Vorbild derer, die auf Gott hören. Wir kennen das von den Juden, die das „Schma Jisrael“ täglich beten: „Höre, Israel! Der Herr, unser Gott, ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ Die Liebe zu Gott verschränkt sich mit der Liebe zum Nächsten.
Die Gottesliebe ist für Maria leichter als für uns Christen. Denn die Figur Gottes ist für sie sichtbar in der Person Jesu. Wenn ich hingegen bete, dann habe ich keine Figur vor mir. Er ist mir eine riesige Fläche, wie der Himmel, der sich über uns spannt. Gott entzieht sich mir. Und doch – es gibt Umrisse, mit denen er mir hilft. Da ist das Brot und der Wein in der Messe, mit denen ich Gott esse und trinke. Da ist das Brot, das ich anschauen kann in der Monstranz, da ist Jesus am Kreuz, da sind die Geschichten von Jesus und da sind die Menschen um mich, in denen er mir entgegenkommt. So schwer ist Beten doch nicht.

Der Satan fiel vom Himmel

motor bike running close up photography

Vor einem Pfarrhof versucht ein junger Mann vergeblich sein Motorrad in Gang zu bekommen. Er stößt dabei die grässlichsten Flüche aus. Schließlich erscheint der Pfarrer: „Junger Mann, wer wird denn so schrecklich fluchen! Versuchen sie es lieber mit Beten, z.B. Lieber Gott, hilf mir!“ Der junge Mann blickt verzweifelt zum Himmel und spricht: „Lieber Gott, hilf mir!“ Und das Motorrad springt mühelos an. Als der junge Mann davonsaust, sagt der Pfarrer: „Ein Wahnsinn, das hätte ich nicht gedacht!“.
Da staunt sogar ein Pfarrer. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eine Frage der Beziehung zu Gott ist. Wenn ich etwas Spezielles will, bekomme ich es in den meisten Fällen nicht. Da wird Gott funktionalisiert. Wenn ich aber Gott bitte, mir grundsätzlich zu helfen, dann merke ich, dass er mir in seiner Art hilft.

Macht über den Satan und Freude an Gott

dry animal gift dangerous

In der guten Nachricht, dem Evangelium zu diesem Sonntag, heißt es: Wenn wir mit Christus unterwegs sind, dann sind uns die bösen Geister, die Dämonen untertan, dann fällt der Feind, der Satan, wie ein Blitz vom Himmel, dann haben wir die Vollmacht, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und dann haben wir Macht über den Feind der Menschen, den Satan. Aber freuen sollen wir uns nicht darüber, sondern wir sollen uns freuen, dass wir eine Beziehung zu Gott haben.

Der Satan verursacht Neid und Rivalität

René Girard sieht den Satan als den Heraufbeschwörer von Konflikten zwischen uns Menschen. Er ist der Verursacher des nachahmenden Begehrens, das einen Prozess einleitet, der über die Rivalität jeder gegen jeden zum Sündenbockmechanismus und letztlich zum Menschenopfer führt. Jozef Niewiadomski erklärt lebensnah die Bedeutung des Satzes Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz
(Lukas 10,17ff)
(Photo1 by kelly lacy on Pexels.com)
(Photo2 by Pixabay on Pexels.com)

Carola Rackete und Sea-Watch: Argumente im Faktencheck – JoBos Blog

Nachdem Frau Rackete wieder auf freiem Fuß ist, ohne ganz aus der Sache raus zu sein („Racketes Anwälten zufolge kommt am 9. Juli noch eine Anhörung der italienischen Staatsanwaltschaft auf sie zu,…

Quelle: Argumente im Faktencheck – JoBos Blog

Die Liebe brennt im Herzen

herzjesufeuer-kartitschSich entscheiden für Christus ist eine Entscheidung für die Freiheit. In unserer Bibelrunde beklagen wir uns, dass manche Texte uns einschränken. Wenn Jesus sagt: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst“, fühlen sich viele durch das Verleugnen abgewertet.

Es ist unklar, in welcher Situation dies Jesus spricht. Wir wissen aber, dass Jesus uns heilen, erlösen und befreien möchte. Wenn uns in dem Text nichts Befreiendes entgegenkommt, dann kann man den Satz vergessen. Paulus sagt: „Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.“

Auch beim nächsten Sonntagsevangelium kommt so ein Satz vor, bei dem man sich leicht gedrängt fühlen kann:
Wieder ein anderer sagte: „Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich Abschied nehmen von denen, die in meinem Hause sind.“ Jesus erwiderte ihm: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.“
Hoppala, tauge ich nicht für das Reich Gottes? Meine Antwort ist: Meine Nachfolge geschieht im Herzen. Und das jetzt.

Und: Ich freue mich schon auf das himmlische Brot im Gottesdienst, durch das die Liebe in unsere Herzen ausgegossen wird.

Bild: Am 3. Wochenende nach Pfingsten, das ist heuer dieses Wochenende, gibt es in Tirol Herz-Jesu-Feiern und Herz-Jesu-Feuer.

Gebet legt die Sehnsucht frei

Pfingsttreffen der Jugend in Salzburg 2019

Pfingsttreffen der Jugend in Salzburg 2019

„Ich bin von einer tollen Mitstudentin gefragt worden, ob ich mit nach Salzburg zum Fest der Jugend fahren wolle. Als ich kurz knapp vorher zugesagt habe (nach langem Überlegen), wusste ich noch nicht was mich dort erwartet. Ich habe noch nie den Heiligen Geist erfahren dürfen wie in Salzburg. Dieses eine Wochenende hat meinen Glauben richtig erneuert und verstärkt!“

Dominik ist einer von achttausend Jugendlichen, die zu Pfingsten auf Einladung der Loretto-Gemeinschaft nach Salzburg kamen.

Er schrieb: Es war schön, mit so vielen Menschen zu beten, zu singen, zu feiern und Lobpreis zu halten. Gott hat mich durch das Fest wieder zu sich berufen, und es fühlt sich sehr gut an. Wenn ich nicht von meiner Freundin gefragt worden wäre, wäre ich nie nach Salzburg gefahren, und Gott nähergekommen. So kann Gott auf der Erde in uns Menschen wirken. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Fest der Jugend 2020!

Pfingstfest der Jugend in Salzburg

Kein Verhungern in der Sehnsucht. Fronleichnam

UngesäuertesBrotIch weiß nicht, was Jesus gedacht hat. Vielleicht war es das: Er wusste, dass die Auseinandersetzung mit den Hohenpriestern tödlich enden könnte. Als lebender Gottessohn war er die Gegenwart Gottes. Nun suchte er ein Medium, das seinen Tod überstand. Im Brot und im Wein sah er gute Speisen, in denen Gottes Geist gegenwärtig sein kann. Brot und Wein markierten im jüdischen Pessachfest und an jedem Sabbat die Gegenwart Gottes. Jüdinnen und Juden erlebten im Pessachfest jedes Jahr die Befreiung aus der Sklaverei. Befreiung wurde Gegenwart.

Brot wurde zum Gottesmedium

Brot und WeinJesus macht nun das Brot und den Wein zu Medien. Brot hat drei Bedeutungen: Es ist einerseits konkrete Nahrung. Es ist zum zweiten ein Symbol für Nahrung schlechthin. Brot ist aber in einem dritten Schritt Körper des Gottessohnes. Jesus sagt: Das ist mein Leib. Das Brot wird zum „Gefäß“ für Gott. Damit kann es in jeder Feier zum Medium für Jesus und Gott werden. Das Brot wird zum Fenster, durch das Gott in unsere Welt kommt. So passiert es auch mit dem Wein. Jesus sagt: Das ist mein Blut. Damit wird der Wein zum Medium für Gottes Gegenwart.

Wir werden Fenster für Gott

Wenn wir Christinnen und Christen dieses Brot essen und diesen Wein trinken, dann kommt Gott in unser Herz, in unsere Seele. Aber es passiert etwas mit uns. Wir werden auch Medien, Gottes Medien. So wie Jesus ein Gottesmedium geworden ist. So werden wir Gottesmedien. Wir werden trotz unserer Fehler Fenster, durch die Gott in die Welt kommt.

Quelle: Eckhard Nordhofen, Corpora, Die anarchische Kraft des Monotheismus

Drei Personen in einem Gott

Mir wird ganz anders:

Die drei Personen tanzen vor Freude!

Gott besucht zu dritt Abraham. Bild von Andrei Rubljow (etwa 1411)

Gott besucht zu dritt Abraham. Bild von Andrei Rubljow (etwa 1411)

Die Babylonier glaubten an unzufriedene Götter, die Diener brauchten. Sie erschufen fleißige Menschen, die ihnen dienten. Diese Babylonier warfen sich vor schönen Götter-Statuen nieder. Die Juden lachten, weil sie fanden, dass die Statuen von Menschen gemacht sind. Sie glaubten an einen unsichtbaren Gott, der alles erschuf und keine anderen Götter neben sich hatte. Aber ist dieser einzige Gott nicht einsam und vielleicht traurig?
Als ich einem Freund vom einsamen und traurigen Gott erzählte, meinte er: „Das ist eine Nasenbohrer-Frage.“ Gott ist kein Mensch und deswegen kann ich nicht wissen, ob er einsam und traurig ist. Nun, da kann er Recht haben.

Die Geschichte geht weiter. Dieser unsichtbare Gott zeigte sich den Juden als Jesus und als Heiliger Geist. Diese zwei Personen waren überhaupt nicht einsam und traurig. Sie heilten die Kranken und richteten die Traurigen auf. Jesus und der Heilige Geist zeigten damit einen Gott, der in sich dreifach und dreifaltig ist. Dieser Gott freut sich in dieser Dreifaltigkeit, er tanzt in dieser Dreiheit. Er hat aus seiner tiefen Freiheit und aus seiner unbändigen Freude die Welt erschaffen. Am Ende werden wir Menschen alle diesen Tanz der Dreifaltigkeit sehen. Vielleicht auch mittanzen. Wer weiß.

Es gibt Kirchen, die dieser Dreifaltigkeit geweiht sind. Zwei sind mir ans Herz gewachsen, die Pfarrkirche Pressbaum und die Georgenbergkirche in Wien Liesing.
Die Gemeinde Georgenberg erinnerte in einem Fest an die große Österreicherin Margarethe Ottillinger, die jetzt 100 Jahre geworden wäre. 1948 wurde sie entführt und bis 1955 in einem sowjetischen Straflager festgehalten. Nach ihrer Befreiung beauftragte sie den Künstler Fritz Wotruba, die Kirche am Georgenberg zu errichten. In ihrem einzigartigen Leben bemerke ich das Wirken des Heiligen Geistes!