Seine Liebe ist das Wasser, das wir trinken

Ich liebe die Gedanken des Mystikers Ernesto Cardenal. Sie haben mir in meinem Leben sehr geholfen, die Kälte der Welt und der Menschen zu ertragen und mir einen Blick auf das Dahinter geöffnet.

Er schreibt: Die ganze Natur ist Caritas, aber nur die Mystikerin und der Mystiker erleben diese Art von Liebe mit der eigenen Erfahrung. Die Liebe Gottes umgibt uns von allen Seiten. Seine Liebe ist das Wasser, das wir trinken, die Luft, die wir atmen und das Licht, das wir schauen. Alle natürlichen Phänomene sind nichts Anderes als verschiedene materielle Formen der Liebe Gottes. Wir bewegen uns in Seiner Liebe wie der Fisch im Wasser. Und wir sind so nahe bei Ihm, so durchtränkt von Seiner Liebe und Seinen Gaben (wir sind selbst eine Gabe Gottes), dass wir es gar nicht merken, weil uns die Perspektive fehlt. Seine Liebe hüllt uns von allen Seiten ein, darum spüren wir sie nicht, wie wir auch den Druck der Atmosphäre nicht spüren.

Die Natur ist die fühlbare, die materialisierte Liebe Gottes. Seine Vorsehung ist sichtbar in allem, was wir anschauen. Aber die Menschen hasten durch die Straßen, voller Sorgen und ohne einen Augenblick innezuhalten und an Ihn zu denken, an Ihn, der sie von allen Seiten einhüllt, der die Haare auf ihrem Haupte gezählt hat und alle ihre Zellen.

Warum sorgen wir uns dann eigentlich?

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Taufe Jesu: Baden für den Frieden?

Viele Menschen baden gerne. Ich auch. hinein ins Wasser, auch wenn es ein wenig kalt ist. Der Körper gewöhnt sich daran. Jesus tauchte im Jordanwasser unter. Das Wort Taufe bedeutet untertauchen. Das Wasser des Jordans ist etwas Besonderes. Ich habe eine kleine Flasche noch immer aufbewahrt. Auch von Freunden habe ich eine Flasche Jordanwasser bekommen. Viel verwenden es für die Taufe. Durch den Jordan ist das Volk Israel in das gelobte Land eingezogen. Auch wurde der leprakranke Naaman durch Untertauchen im Jordan geheilt. Durch die Taufe bekommen wir den Heiligen Geist, der uns in die Hintergründe Gottes einführt. Da erkennen wir, dass Jesus auch Gott ist. Daher könnte man sagen: Gott lässt sich von Johannes im Jordan taufen. Wobei wir nicht lesen, dass er das für sich tut, sondern für uns. Gott zeigt sich uns im Fluss. Er zeigt sich im Fluss der Geschichte. Gott zeigt sich in der Menschheitsgeschichte. Er taucht in die Menschheitsgeschichte ein. Er taucht auch in unsere persönliche Biographie ein. Wir bilden, wenn wir in seinem Geist leben, seinen Körper. Wir wirken damit in der Friedensgeschichte mit. Wir können ihn in unserer Geschichte erkennen. Einige von uns erkennen ihn im Untergang des Faschismus und des Nationalsozialismus, im Fall der Mauer, im Untergang des Stalinismus, in den Friedenszeiten, in der Aussöhnung in Europa, sogar in der Aussöhnung im Nahen Osten. Das alles geschieht durch das Eintauchen Gottes in die Geschichte.

Heilige Drei Könige: Aufbruch in eine lichte Zukunft

Abraham ist aufgebrochen, weil ihm Gott ein gutes Land und viele Nachkommen versprochen hat. Viele unserer Vorfahren sind nach Amerika, dem Land der großen Versprechungen aufgebrochen. Aus einem anderen Grund sind die Sterndeuter aufgebrochen. Sie suchten das göttliche Königskind.

Heute kam mir der Gedanke, dass ich mit anderen aufbreche. Es bewegt mich, wenn ich daran denke, dass wir alle jetzt mit Gottes Geist aufbrechen, um das göttliche Jesuskind besuchen. Ich stelle mir vor, dass wir wie die Sterndeuter voll Freude uns bei Maria und dem göttlichen Kind treffen, Jesus preisen und loben und ihm königliche, priesterliche und ärztliche Geschenke wie Gold, Weihrauch und Myrrhe bringen.

Das ist der Anfang. Wir werden, so hoffe ich, trotz allem Schwierigen, eine helle Zukunft erleben.

Long-Covid-Koryphäe erklärt, was wir zu Corona-Spätfolgen bei Geimpften wissen

Corona kann mild oder tödlich verlaufen. Das „Dazwischen“ wird oft viel zu wenig gesehen, mahnt Jördis Frommhold. Die Chefärztin hat bisher knapp 3000 Long-Covid-Patienten behandelt. Im Interview erklärt sie, warum die Spätfolgen der Infektion immer noch unterschätzt werden – und was wir bisher zur Gefahr für Geimpfte wissen.

Quelle: Long-Covid-Koryphäe erklärt, was wir zu Corona-Spätfolgen bei Geimpften wissen

Bei Diskussionen zwischen Impfgegnern und Impfbefürwortern habe ich den Eindruck, dass Long Covid nicht sehr oft gesehen wird. Da finde ich dieses Interview mit Jördis Frommhold sehr aufschlussreich.

Wir Christinnen und Christen müssen uns für die wissenschaftliche Forschung einsetzen. Wir glauben nicht an die Natur, sondern an den Schöpfer der Natur und wir als seine Repräsentanten (biblisch gesprochen „Abbild Gottes“) haben die Aufgabe, die Natur so zu gestalten, dass man in ihr leben kann. Dazu gehört wissenschaftliche Forschung und angepasste Technik. Professor Dominique de Quervain bringt eine Übersicht über Studien zu Long Covid und Post Covid:

Die Studien zur Erforschung von Long Covid und Post Covid

Professor Dominique de Quervain bringt eine Übersicht der Studien zu Long Covid und Post Covid auf Twitter in einem Thread https://twitter.com/quervain_de/status/1477978488686747648:

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Er bringt die Zukunft

Der Astrophysiker Arnold Hanslmeier ist Wissenschaftler am Institut für Physik der Universität Graz, der in seinen Büchern und Vorträgen die Faszination astronomischer Erkenntnisse allgemein verständlich kommuniziert. In seinem Buch „Dimensionen des Weltalls“ beantwortet er die 250 spannendsten Fragen der Astronomie. Ich hörte ihn in Ö1. Die meisten Astrophysiker sagen, erst im Urknall begann Raum und Zeit. Die Physik findet deshalb seit Einstein die Frage nach dem, was vor dem Urknall war, als nicht zu beantworten. Anders die Theologie. Sie befasst sich mit Gott, der das Universum erschafft und damit vor dem Urknall seine Entscheidungen trifft. Nächsten Sonntag werden zwei Erzählungen vorgelesen, die den Anfang des Universums besingen. Bekannt ist das Lied im Johannesevangelium, das mit „Im Anfang war das Wort“ beginnt. Nicht so bekannt ist das Lied des Epheserbriefes, in dem ich lese: „Gott hat uns erwählt vor der Grundlegung der Welt“.

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Sehnsucht nach dem Christkind

Es war für viele Kinder und Jugendliche ein schweres Jahr. Während die Pandemie kein Ende zu nehmen scheint, ist mehr als sonst Trost notwendig. „Im zweiten Jahr des Ausnahmezustands ist das Magische, das das Christkind umgibt, vielleicht wichtiger denn je. Hat es hierin dem Weihnachtsmann etwas voraus?“

David Novakovits, katholischer Religionspädagoge: Eine Schülerin der Unterstufe habe von der Erfahrung gesprochen, „dass da jemand außer deinen Eltern ist, der dich mag und an dich denkt“. Im Prinzip sei doch die christliche Botschaft von Weihnachten genau das, „dass unser menschliches Dasein für jemanden wichtig ist, dass Gott selbst sogar in dieses Dasein tritt. Dass die Welt also nicht einfach ein stahlhartes Gehäuse ist, sondern etwas, mit dem man in Beziehung treten kann.“ Für Kinder ist das umso einfacher, wenn dieses Etwas, dieser Jemand ein anderes „Kind“ ist.

Quelle: Sehnsucht nach dem Christkind, ORF.at

Gott macht unsere Armseligkeit herrlich.

Es ändert sich alles im armen Betlehem, wenn der der Schöpfer der Welt ein kleines Kind wird. Gott kommt in unsere Armseligkeit und bringt seine Herrlichkeit.
Die Futterkrippe wird zum göttlichen Licht, der Stall wird zum himmlischen Paradies, das Stroh wird zum Flügelschlag der Engel, was klein und arm wird groß und himmlisch.

Der große Schöpfer der Welt wird ein kleines Kind in unserer Welt. So kann sein Geist uns erfüllen, die Welt erneuern und das Kleine in der Welt groß machen. Es wird sein, als hätt der Himmel die Erde still geküsst, – dass sie im Engelschimmer von ihm nun träumen müsst.

Ich wünsche dir, liebe Leserin, lieber Leser die Erfahrung, dass Gott dich liebt und das Christkind in deinem Herzen und in deiner Welt geboren wird.

Wie Ochs und Esel an die Krippe kamen

Als Josef und Maria auf dem Weg nach Betlehem waren, rief ein Engel die Tiere heimlich zusammen, um einige auszuwählen, der Heiligen Familie im Stall zu helfen. Als erster meldete sich natürlich der Löwe: „Nur ein König ist würdig, dem Herrn der Welt zu dienen“ brüllte er, „ich werde jeden zerreißen, der dem Kinde zu nahe kommt.“
„Du bist mir zu grimmig“, sagte der Engel.
Darauf schlich sich der Fuchs näher. Mit unschuldiger Miene meinte er: „Ich werde die gut versorgen. Für das Gotteskind besorge ich den süßesten Honig, und für die junge Mutter stehle ich jeden Morgen ein Huhn.“
„Du bist mir zu verschlagen“, sagte der Engel.
Da stelzte der Pfau heran. Rauschend entfaltete er sein Rad und glänzte in seinem Gefieder. „Ich will den armseligen Schafstall köstlicher schmücken als Salomon seinen Tempel!“
„Du bist mir zu eitel“, sagte der Engel.
Da kamen noch viele und priesen ihre Künste an. Vergeblich. Zuletzt blickte der Engel noch einmal suchend um sich und sah Ochs und Esel draußen auf dem Felde dem Bauern dienen. Der Engel rief auch sie heran: „Was habt ihr anzubieten?“
„Nichts“, sagte der Esel und klappte traurig die Ohren herunter, „Wir haben nichts gelernt außer Demut und Geduld. Denn alles andere hat uns immer noch Prügel eingetragen!“ Und der Ochse warf schüchtern ein: „Vielleicht können wir dann und wann mit unseren Schwänzen die Fliegen verscheuchen!“
Da sagte der Engel: “Ihr seid die richtigen!“

(Nach einer Geschichte von Heinrich Waggerl, von Willi Hoffsümmer gekürzt, aus Kurzgeschichten 2)

Da hüpfte das Kind in meinem Körper

Maria und Elisabet

Niemand ist eine Insel, schrieb Mario Simmel. Aber jede und jeder hat seine eigene Welt. Es gibt Menschen, die schwer unter der Vereinsamung leiden. Es gibt aber auch Personen, die sich ihr Leben gut eingerichtet haben. In der Telefonseelsorge rufen Personen an, die unterschiedlichen Faktoren die Schuld an ihrer Einsamkeit angeben: „Die ganze Welt ist schlecht.“ „Ich bin bei schlimmen Eltern aufgewachsen.“ Ich gehe im Gespräch ihrer Geschichte nach und schaue, wo Ausnahmen auftauchen. Dies kann helfen, einen kleinen Schritt hinaus zu machen.

Es gibt auch religiöse Hilfen, die ich selbst erfahren habe. Ich sehe mich von Gott gerufen, als Mensch unter Menschen zu leben. Ich merke, dass er mir sehr geholfen hat, meine individuelle Realität anzunehmen, auf andere zuzugehen und in den anderen ihn, den verborgenen Gott, zu entdecken. So wie schwangere Elisabet in Marias Körper den kleinen Jesus als ihren Gott entdeckt hat und uns das mitgeteilt hat: „Die Mutter meines Gottes kommt zu mir! Da hüpft das Kind in meinem Körper.“

Advent: Jesus ist noch nicht geboren. Aber der Geist ist da.

Maria bei Elisabet

In der Zeit des Wartens auf das Kind, das in Betlehem in einer Krippe geboren wird können wir nicht davon ausgehen, dass Jesus uns begleitet. Er ist zum Vater gegangen und hat uns den Heiligen Geist gesandt, damit dieser uns begleitet. In jeder Messe rufen wir den Heiligen Geist auf die Gaben herab, damit sie uns Leib und Blut Jesu werden. Sie werden zu Gottesmedien, durch die Gott, speziell der Sohn zu uns kommt und wir werden zu einem Körper des Messias.

Aber jetzt, in dieser Zeit des Wartens auf die Geburt des Messias wäre es unlogisch, wenn er uns begleiten würde. Wir werden aber vom Geist Gottes begleitet und wir begleiten spirituell, mit Hilfe des Heiligen Geistes, die schwangere Maria und ihren Verlobten Josef auf ihren Wegen.

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Die 9 Aktionen des Heiligen Geistes

Ganz neue Erfahrungen machte die Gemeinde, in der Lukas lebte. Sie war bewegt vom Heiligen Geist und in den Erzählungen kommt der Geist immer wieder vor. Im großen Glaubensbekenntnis der Christenheit steht: Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, … und der gesprochen hat durch die Propheten. – Lassen wir uns erfüllen vom Heiligen Geist. In ihm können wir die Erzählungen lesen:
1. Der Heilige Geist schickte dem Zacharias einen Engel, der ihm einen Sohn verkündete.
2. Der Heilige Geist war in dem Kind, als es noch im Körper Elisabets wuchs.
3. Der Heilige Geist schickte den Engel Gabriel zu Maria.
4. Der Heilige Geist kam über Maria, sodass sie mit Jesus schwanger wurde.
5. Er erfüllte Elisabet, sodass sie laut und voll Freude Maria begrüßte.
6. Der Heilige Geist ließ das Kind im Körper der Elisabet hüpfen.
7. Er erfüllte Maria, sodass sie Gott und ihre Beziehung zu ihm pries.
8. Der Heilige Geist kam über Zacharias und dieser pries Gott und seine Beziehung zum Volk Israel.
9. Er stärkte Johannes den Täufer seit seiner Geburt und führte ihn wie Israel in die Wüste.

Wenn der Heilige Geist uns lebendig macht, wenn wir uns so von ihm erfüllen lassen wie Zacharias, Elisabet, Maria und Johannes, dann machen wir ganz neue Erfahrungen.

(Im ersten Kapitel des Lukasevangeliums sind diese Aktionen des Heiligen Geistes erzählt, nachzulesen im Link Lukas 1.)