Von einem Ast geritzt

Abgerissene Äste können gefährlich werden

Ödön von Horváth wurde in Paris von einem Ast erschlagen. Dieses Schicksal ist mir erspart geblieben. Der Ast verfehlte mich knapp und ich habe nur eine 5 cm lange Wunde, die mit fünf Klammern zusammengedrückt wurde. Ich danke Gott, der seine schützende Hand über mich gehalten hat. Da trifft es sich gut, dass ich jetzt in der Coronazeit nicht viel fortgehen kann. So kann ich mich gut auskurieren.
Ich sehe, dass viele Ereignisse, die zuerst schlimm aussehen, im Ende nicht so katastrophal sind.
So ist es auch mit der Hinrichtung von Jesus, die für sich betrachtet grauenhaft ist. Aber sein Tod zeigte Wirkung. Einige bekehrten sich zum Guten, wie der römische Hauptmann. Und bis heute wirkt Jesu gewaltfreies Handeln als Vorbild. Wobei er sich schon gewehrt hat, aber nicht mit Gewalt. Seine gewaltlosen Reaktionen zeigte er in Worten und in seinen Zeichen und Wundern.
Seine noch größeren Reaktionen waren aber seine Auferstehung, sein Erscheinen bei seinen Jüngerinnen und Jüngern und die Sendung des Wahrheitsgeistes. Der Auferstandene wird damit nicht zum Rivalen von Pontius Pilatus, sondern zeigt die kreativen Handlungsmöglichkeiten – auch, wenn er dabei stirbt und auferstehen muss. Da merkt man, dass Gott sich wehrt, aber nicht mit Gewalt im Sinne „Ich schlage zurück“, sondern in Heilungen, Stärkungen und im Überschreiten der Grenzen.

Gott zeigt mir damit seine Beziehung zu den Menschen, die von einer Liebe geprägt ist, die sich siegreich bis ins Jenseits durchsetzt. Diese Liebe kann aber schon im Kleinen von uns als Nächstenliebe und Gottesliebe mit seinem Segen gelebt werden.
Hannes

Gelungene Partnerschaft

Gelassenheit
In welcher Zeit lebe ich? Ich fühle mich vom Coronavirus nicht sonderlich bedroht. Ich möchte nur nicht krank werden und andere mit dem Virus anstecken. Ich gehe jetzt gerne spazieren, lese viel, werke im Haus und Garten und organisiere die Lieder und den Newsletter für die Sacré Coeur Gemeinde. Fast alle Menschen kämpfen gemeinsam gegen das Coronavirus, das Krankheit und Tod bringt. Dieser Kampf fordert Einschränkungen, zurückstellen von Unwichtigem, bringt aber auch Arbeitslosigkeit und Verarmung mit sich. Der Staat ist gefordert und wir sind persönlich herausgerufen zu helfen, wo es Not tut.

Wir Christinnen und Christen haben nicht nur das Gebot der Nächstenliebe, sondern sind auch in Verbindung mit Gott, der uns immer wieder einlädt, nachzudenken und uns inspirieren zu lassen. Wir werden – ähnlich wie er – kreativ. Durch die Verbindung mit Christus vermeiden wir, dass unser Herz verwirrt wird. Wir können realistisch abschätzen, was zu tun ist. Damit überfordern wir uns nicht in der Sorge und den Tätigkeiten. Wir können mit unseren Grenzen leben und es anderen und Gott überlassen, manche Aufgaben zu erfüllen. Diese Gelassenheit tut mir gut. Ich sehe mich als Partner von Gott.
Hannes

Wir werden alle irgendwann sterben

Die Schutzmasken, das Händewaschen und das Abstandhalten helfen, dass weniger Menschen sterben und dass die Intensivmedizin nicht zusammenbricht.

Die Toten machen mich traurig. Sie zeigen mir, dass wir sterbliche Wesen sind. Ich weiß, dass auch ich am Ende sterben werde. Wenn ich dann auf mein Leben blicke, frage ich mich: Das soll es nun gewesen sein? Genau davon singt auch Wolf Biermann (Link): Das muss doch irgendwo hingehen. Da muss doch noch irgendwas kommen!
Ich frage mich: Was passiert uns nach dem Tod?

Ich mache die Erfahrung, dass es Augenblicke gibt, wo ich ganz sicher bin, dass es nach dem Tod ein wunderbares Leben bei Gott gibt. Diese Erfahrung ist ein guter Vorgeschmack darauf.

Gott beschützt uns und rettet uns

Im Evangelium vom nächsten Sonntag erzählt Jesus in zwei Gleichnissen, wie eine gute Gotteserfahrung möglich sein kann. Jesus ist die richtige Tür und Gott der gute Hirte. Da ist lebendiges Leben, nicht nur Überleben möglich.

Gottesdienste sind in Österreich ab Mitte Mai mit Auflagen möglich

Die österreichische Kultusministerin Susanne Raab und Kardinal Christoph Schönborn stellten am Donnerstag die Bedingungen vor, unter denen Gottesdienste nach dem Freitag, 15. Mai 2020 stattfinden können. Eine Woche später wurden Erleichterungen veröffentlicht.

  1. Zum Ersten werde es eine Beschränkung der Gesamtteilnehmerzahl je nach Größe des Gotteshauses geben. Pro Person müssen 10 Quadratmeter der Gesamtfläche des Gottesdienstraumes zur Verfügung stehen.
  2. Zweitens sei ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten, wenn Menschen nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben.
  3. Kontrollen werde es beim Eingang und durch Ordnerdienste geben. Wie der Zugang geregelt wird, soll noch in den Kirchen ausgearbeitet werden.
  4. Mund-Nasen-Schutz sei ebenfalls Pflicht, mit Ausnahme von Kindern bis zum sechsten Lebensjahr.
  5. Flächen und Vorrichtungen, die oft angegriffen werden, würden desinfiziert.
  6. Diese Vereinbarung ist weder eine Verordnung, noch wird sie ein Gesetz. Die 16 anerkannten Religionsgemeinschaften und Kirchen sind für die Umsetzung selbst verantwortlich.
  7. Weihwasser wird es weiter nicht geben.
  8. Kommunion wird nicht so leicht möglich sein.
  9. Risikogruppen sollen nicht zu den Gottesdiensten kommen. Religionsausübung ist auch zu Hause mit Gebet, Singen, TV- und Radiogottesdienste und Internet möglich.
  10. Ob Priester oder Lektoren Masken tragen müssen, hänge von den Größenverhältnissen in den Kirchen ab. Bei einem Sicherheitsabstand von etwa fünf Metern eher nicht.
  11. Begräbnisse mit max. 30 Personen sind möglich.
  12. Für Hochzeiten wird man sich eventuell an diese Regelung anlehnen.
  13. Gottesdienste über Fernsehen, Radio, Streaming und interaktives Video wird es weiter geben.
  14. In manchen christlichen Gemeinden bietet sich die Möglichkeit von Freiluft-Gottesdiensten an, wenn die Regierung Versammlungen zulässt.

Quellen:
Österreichischer Rundfunk ORF.at online am 23.4.2020
Pressekonferenz ZIB13 in ORF2 am 23.4.2020
Erzdiözese Wien Nachrichtenmagazin vom 23.4.2020
Kleine Zeitung Ab 15. Mai Gottesdienste

Der Unterschied zwischen Einkäufen und Gottesdiensten

Die Bischöfe in Österreich arbeiten an einem Stufenplan, wie öffentliche Gottesdienste wieder möglich sind. Auch Freiluftgottesdienste werden angedacht. Die Bischofsvikare Stephan Turnovszky und Petrus Hübner haben zu den Unterschieden von Geschäften und Kirchen einen Brief veröffentlicht:

Kardinal Schönborn: Es braucht einen kreativen und gesundheitlich verantwortbaren Weg

„Immer wieder hören wir die verständliche Verwunderung von Gläubigen, warum Geschäfte öffnen dürfen, in der Kirche aber weiterhin keine Gottesdienste gestattet sind. Im Gespräch mit einem Arzt aus dem Krisenstab der Regierung haben wir diesbezüglich verstanden:

Die Dosis macht‘s

Der Krankheitsverlauf ist abhängig von der Dosis, mit der man infiziert wird. Wenn man sich auch nicht alle Viren vom Leib halten kann, so kann man versuchen, keiner zu großen Zahl in kurzer Zeit ausgesetzt zu werden. Dann kann das Immunsystem besser damit umgehen. Das bedeutet, dass die Zeitspanne, in der wir Viren ausgesetzt sind, bedeutend ist und wir Menschen vor zu langem Aufenthalt im Umfeld von Viren zu schützen haben.

Risiko durch Verweildauer und Singen

Der Unterschied besteht vor allem in der Verweildauer neben denselben Personen. In Geschäften bewegt man sich und entfernt sich nach Annäherung wieder. Übliche Gottesdienste sind hingegen Hochrisiko-Szenarien. Warum?

  • Sie finden in geschlossenen Räumen statt.
  • Man bleibt auf demselben Platz.
  • Die Dauer der Veranstaltung ist ausschlaggebend: 45 Minuten am selben Platz hat ein hohes Gefahrenpotential.
  • Selten gibt es in Kirchen so gute Luftumwälzsysteme wie in Geschäften.
  • Die luftige Raumhöhe der Kirchen bringt relativ wenig, weil sich die Schwebeteilchen im Umfeld der Person, die sie ausatmet, halten.
  • Ganz schlecht ist Gesang, weil man da viel Feuchtigkeit (samt Partikeln) an die Umgebungsluft abgibt, schlecht ist auch Sprechen.
  • In Gottesdiensten sind viele Menschen aus der Risikogruppe zu erwarten.

(Stephan Turnovszky, Wiener Weihbischof, Bischofsvikar des Nordvikariates und P. Petrus Hübner, Bischofsvikar der Südvikariates, in: Der Sonntag, Nr. 17, 26.4.2020, erschienen am 23. April 2020)

Wenn ich ihn berühre

Jesus lässt sich berühren
Gemeinschaft in der Coronazeit

Die interaktiven Video-Gottesdienste haben sich in dieser Coronazeit in unserer Sacré Coeur Gemeinde in Pressbaum bewährt.
Durch das Programm Zoom haben wir nicht nur eine Übertragung der Messe, sondern die Teilnehmer können aktiv teilnehmen. Die Lieder werden entweder eingespielt oder es gibt Musikerinnen, die mit Gitarre das Lied singen. Die Lesungen und die Fürbitten werden von verschiedenen Mitfeiernden gelesen und nach der Messe gibt es immer viele Gespräche. Vor allem viele junge Familien sind dabei.
Leider gibt es immer Menschen, die den Zugang mit Zoom nicht haben oder nicht schaffen. Hoffentlich gibt es – wir sind ja kreativ – andere Möglichkeiten (z.B. über Telefon oder Brief).
Damit die Woche nicht zu lange wird, biete ich am Mittwoch einen kleinen Plaudernachmittag über interaktives Video an. Kaffee, Tee und Kuchen kann zwar nur Zuhause getrunken werden, aber einiges ist doch gemeinsam.
Der nächste Sonntag bringt den Bericht vom ungläubigen Thomas und in der Apostelgeschichte erzählt Lukas von der urchristlichen Gemeinde, die mitsammen das Brot brach, die Wunder wahrnahm und Gott lobte. Die Gläubigen teilten und gaben jedem so viel, wie er nötig hatte.

Ostern: Jesus hat den Tod besiegt – Halleluja!

Unsere Hoffnung hat einen Grund
Der Stein ist weg, das Grab ist leer
Gott handelt
Tod, wo ist dein Stachel?

Hallelujah – Jesus ist auferstanden.
So dürfen wir in der Osternacht und am heutigen Ostersonntag jubeln. Wir wissen, was damals geschehen ist, glauben an die Auferstehung. Was für eine Herausforderung muss es für die Jünger Jesu gewesen sein?
Maria von Magdala kommt frühmorgens, es ist noch Nacht, zum Grab. Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Verwirrt läuft sie zu den Jüngern, holt Petrus und Johannes. Sie untersuchen das Grab. Gegen einen Diebstahl des Leichnams sprechen die römischen Wachsoldaten und die ordentlich zusammengelegten Leinenbinden. Sie wissen noch nichts von der Auferstehung.
Was uns so selbstverständlich ist, der Glaube an die Auferstehung Jesu, muss in ihnen noch geweckt werden und wachsen. Petrus und Johannes kehren nach Hause zurück. Das leere Grab alleine reicht nicht. Es braucht die persönliche Begegnung mit dem auferstanden Herrn.
Maria von Magdala bleibt beim Grab. Ihr wird die erste Begegnung mit dem Auferstandenen geschenkt, sie ist die erste Zeugin.
Sie sieht Jesus hinter ihr stehen, ohne zu wissen, dass es Jesus ist, ohne ihn zu erkennen. Erst als er sie anspricht, beim Namen nennt, weiß sie, wer da vor ihr steht: Der Meister, der Herr. Von ihm wird sie zu den Aposteln gesandt. Sie ist die erste Zeugin, wird zur ersten Verkünderin der Frohen Botschaft: ich habe den Herrn gesehen – er lebt.
Michael Scharf

Rückblick auf den Karsamstag:
Haben wir eine begründete Hoffnung?
Die ganze Welt hält den Atem an
Karsamstag, der Tag der Grabesruhe. Ein stiller Tag, der an die Atempause zwischen zwei Atemzügen erinnert. Jesus Christus ist gekreuzigt und in das Grab gelegt. Nun herrscht gespannte Stille, Atemholen vor der Auferstehung.
Das Bild des Karsamstags passt gut in die jetzige Zeit. Die ganze Welt hält den Atem an, gespannt wartend ob es eine Auferstehung aus der Pandemie geben wird.
Als Christen dürfen wir aus der Hoffnung auf Auferstehung leben. Wir wissen, dass Jesus Christus den Tod besiegt hat, das Grab konnte ihn nicht festhalten.
Auch heuer feiern wir Osternacht, feiern Seine Auferstehung.
Wie schon gewohnt über die Videokonferenzplattform Zoom.
Ich wünsche Euch die Erfahrung Seiner Nähe, Seine Kraft und Seinen Segen.
Möget Ihr die Kraft der Auferstehung in Euch spüren und erfahren.
Ich wünsche Euch ein gesegnetes Osterfest.
Michael Scharf