Archiv der Kategorie: Soziales

Rache oder Verzeihen?

Beschenkt von GottIch erlebe mich in den letzten Tagen als Beschenkter. Ich bin erfüllt von Dankbarkeit. Ich denke, wir alle werden soooooo beschenkt von Gott, wir sind im Strom der Gnade! Gott, ich danke dir für die vielen Geschenke in meinem Leben!
Auch dir, Heiliger Geist, möchte ich für die Weisheit danken, für die Weisheit der Liebe, der Vernunft und des Verzeihens. Das Verzeihen löst von Verstrickung und eröffnet neue Perspektiven. Ich kann verzeihen, weil du mir hilfst!

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag: Ich will verzeihen.
Die Matthäusgemeinde erinnert daran, dass Jesus den Auftrag gibt, dem Anderen zu verzeihen. Wer nicht verzeiht wird vom König verlassen und das schmerzt.

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.(Evangelium nach Matthäus 18, 21-35)

Afrika, ihr schafft es ohne Hilfe von außen!

Wir Menschen in Afrika schaffen es!

Wir Menschen in Afrika schaffen es! Wir ermächtigen uns!

Was in Afrika fehlt ist Empowerment, ist Ermächtigung. Afrikanerinnen und Afrikaner sehen sich als Opfer, denen geholfen werden muss. Deswegen der Aufruf:
Afrikanerinnen und Afrikaner, ihr schafft es alleine, aus eurer eigenen Kraft. Mit Entwicklunghilfe werdet ihr infantil. Beginnt bei euch selber. Ihr schafft es. Ihr könnt euch gegen Diktaturen wehren, ihr könnt Schulen und Universitäten errichten und ihr könnt eine angepasste und nachhaltige Wirtschaft aufbauen! Ihr habt Talente, Fähigkeiten und Sinn für Gemeinschaft.

Dazu zwei Stimmen aus Afrika:
Kritik an der staatlichen Entwicklungshilfe kommt von der senegalesischen Autorin Ken Bugul. Afrika muss lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.
Eine zweite Kritik kommt von Asfa-Wossen Asserate, der die Ächtung autoritärer und korrupter Regime fordert.

Afrikanerinnen und Afrikaner, ihr schafft es aus eurer eigenen Kraft!

Wenn ich frustriert bin nehme ich ein Messer

„Wenn ich frustriert bin nehme ich ein Messer und stürze mich im Supermarkt oder am Bahnhof auf andere Menschen, schreie Allah-hu-Akbar und ramme ihnen das Messer in den Bauch. Dann bekennen sich meine Freunde im IS zu dem Attentat, ich bin berühmt und habe den Sinn in meinem Leben gefunden: ein guter Gefährte Mohammeds zu sein und nach dem Tod bei Allah mit allen Freuden des Himmels beschenkt zu werden. Juchhu! Das ist suuuuuper!“

Diese Ideologie hat eröffnte eine grandiose Hoffnung für Menschen, die frustriert sind. Verdammte dieser Erde, ihr braucht nur ein Messer oder einen LKW, ermordet damit einige Ungläubige oder Abgefallene, ihr werdet erfolgreich und bei den Gefährten Mohammeds berühmt.

Die Alternative zu dieser Ideologie ist die Freundschaft mit Jesus. Es ist nicht schwer, ein Freund von Jesus zu sein. Ich kann auf ihn vertrauen und ihn zum Vorbild nehmen. Er vertraute ganz auf seinen Vater und dieser weckte ihn vom Tod auf. Wenn ich als Christin oder Christ frustriert bin kann ich wie Jesus handeln. Ich kann diesen Frust unserem göttlichen Vater übergeben und neu anfangen. Dieser Neuanfang wird getoppt mit einem neuen Pfingsten, wenn der Heilige Geist uns neue Ideen der kreativen Liebe gibt. Am Ende unseres Lebens hoffe ich auf die paradiesische Herrlichkeit und Liebe bei Gott.

Ich brauche kein Mördermesser und keinen Mörder-LKW, sondern nur Vertrauen in Jesus, den Befreier von Frust, Angst und Einsamkeit.

Ein LIKE für dich

Heute war ich mit einem Freund in der Kirche. Auf einmal zündet der sich eine Zigarette an. Ich konnte es nicht glauben! Raucht der einfach eine Zigarette in der Kirche! Vor Schreck wäre mir fast mein Bier aus der Hand gefallen!
Die Erkenntnis aus diesem Witz: Bevor du die anderen kritisierst, schau zuerst auf dich. Du siehst in deiner Umgebung, dass da jemand etwas Komisches macht. Du fragst dich, ob du etwas dagegen tun sollst. Da hilft Jesus mit seinen Geschichten:

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag: Ich lass das Unkraut wachsen.
Die Matthäusgemeinde erinnert an das Gleichnis von dem Unkraut und dem Weizen. Wenn Menschen das Unkraut in ihrer Familie oder Gemeinde ausrotten, wird auch der Weizen ausgerissen. Die anderen Gleichnisse handeln vom Wachsen des Reiches Gottes: Es fängt klein an und wird immer größer. Am Ende werden alle Gerechten wie die Sonne bei Gott-Vater leuchten.

In jener Zeit erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.
Er erzählte ihnen ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.
Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen. Damit sollte sich erfüllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkünde, was seit der Schöpfung verborgen war.
Dann verließ er die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre! (Evangelium nach Matthäus, Erklärungen im Bibelwerk: Matthäus 13, 24-43)

Ein unmaßgeblicher Vergleich

Die Rechtspopulisten und ihre Feinde

Oh Gott, wer bin ich? Willibald Sandler schreibt in der Furche über Rechtspopulisten wie Norbert Hofer und stellt Überlegungen zur Feindbildproduktion an. Er warnt vor der Nachahmung der Rechtspopulisten durch ihre Gegner, die in dieselbe Falle der Produktion von Feindbildern tappen könnten. Die Lösung läge bei der nicht abgrenzenden, positiven Identität. Für Sandler ist das Hereinholen von Außenseitern ein beinharter „Community-Test“. Ich denke mir, René Girard hat schon Recht, wenn er vor der Nachahmung des Gegners warnt.
Eine Frage der Identität. Rechtspopulismus wird auch hierzulande zunehmend zur politischen Option. Dies bedeutet eine Herausforderung – gerade für Christen. Von Willibald Sandler in der Furche

Der Papst soll Europa helfen

Das Projekt Europa droht zu scheitern. Papst Franziskus bekommt den Karlspreis, und die höchsten EU-Repräsentanten erbitten Hilfe von oben.
Das schreibt Alexander Schwabe in Christ in der Gegenwart. Die Größen der Europäischen Union kamen nach Rom: Bundeskanzlerin Angela Merkel,  Parlamentspräsident Martin Schulz, Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Ratsvorsitzender Donald Tusk und Gesandte der Stadt Aachen, die ihm den Karlspreis für seine Verdienste um Europa verliehen. „In tiefer Sorge um den Zusammenhalt Europas kommen wir hierher“, sprach der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp in Rom. Die „Erosion des kulturellen und moralischen Fundamentes in Europa“ sei beängstigend, „rechtsextreme Parolen und Strukturen der Renationalisierung dringen in die Mitte der Gesellschaft vor“. Auch Martin Schulz wollte „es klar sagen: Europa durchlebt eine schwere Solidaritätskrise; unsere gemeinsame Wertebasis gerät ins Wanken“, Populisten trieben ihr böses Spiel, indem sie Ängste schürten. Der Papst teilte die Analyse und sprach selbst von einem „heruntergekommenen Europa“. „Was ist mit dir los, humanistisches Europa?“

Aus: Christ in der Gegenwart 15. Mai 2016