Archiv der Kategorie: Mann und Frau

Sudanesische Christin wurde freigelassen!

Die Mutter von zwei Kindern, die wegen der Ehe mit einem Katholiken zu hundert Peitschenschlägen und wegen ihrer Weigerung, zum islamischen Glauben überzutreten, zum Tode verurteilt wurde, ist auf internationalen Druck hin freigelassen worden. Sie ist bei ihrer orthodoxen Mutter aufgewachsen, wurde Ärztin und hat in der katholischen Kirche von Khartum den Sudanesen Daniel Wani geheiratet. Die islamischen Verwandten ihres Mannes zeigten sie bei Gericht an und sie wurde im Sinne der Scharia doppelt verurteilt. Nach den internationalen Solidaritätsaktionen hat sie ein Khartumer Berufungsgericht am Montag, 23.6.2014 freigelassen. Sie befindet sich an einem geschützten Ort, weil ihr Halbbruder Todesdrohungen gegen sie ausgesprochen hat. Er wolle sie töten, sollte nicht ein Gericht die Hinrichtung veranlassen. Meriam Ibrahim brachte im Gefängnis ein Mädchen zur Welt und es war schockierend, dass sie bei der Geburt die Fesseln nicht ablegen durfte. Erst der internationale Druck und die Unterschriftenlisten bewirkten, dass sie die letzten Tage ohne Fesseln ausharren konnte. Ihr Mann, der im Rollstuhl sitzt und mittlerweile ein US-Bürger ist, hofft, dass sie jetzt in den USA Flüchtlingsstatus bekommt.
DailyMail

Meriam bringt im Gefängnis ein Mädchen auf die Welt

Meriam Yahia Ibrahim und Daniel Wani

Meriam Yahia Ibrahim und Daniel Wani

Nachdem sie im Sudan zum Tode verurteilt wurde, bringt die Christin ihr Kind auf die Welt. Wir gratulieren ihr herzlich zur gesunden Geburt von Maya. Meriam wurde von einem islamischen Gericht wegen Glaubenswechsel zum Tode verurteilt. Sie befindet sich mit ihrem zweijährigen Sohn im Gefängnis. Die ausgebildete Ärztin ist mit einem Christen verheiratet. Nach der Scharia ist eine Heirat einer Muslima mit einem Christen Ehebruch. Sie wurde deswegen zusätzlich zu 100 Peitschenhieben verurteilt. Sie versteht sich seit ihrer Kindheit als Christin. Ihre Mutter ist Christin, ihr Vater, der die Familie verlassen hat, ist Moslem. Wenn ein Elternteil islamisch ist, sind nach der Scharia die Kinder automatisch Moslems. Meriam ist bei ihrer Mutter aufgewachsen und sieht sich als Christin. Meriams Rechtsanwalt möchte die Verurteilungen bis zum Höchstgericht anfechten.
Es gibt eine Unterschrifteninitiative bei CitizenGO.
Links:
BILD
The Telegraph

Zum Tode verurteilte schwangere Christin soll zuerst gebären

Meriam und Daniel

Meriam und Daniel

Die im Sudan wegen Glaubensabfall zum Tode verurteilte schwangere Christin kann noch einige Monate leben. Sie soll zuerst das Kind austragen und gebären und wird nach zwei Jahren gehängt. Ihre Mutter, eine orthodoxe Christin war mit einem Muslim verheiratet, der die Familei verließ. Jedes Kind ist nach islamischem Recht durch einen muslimischen Vater automatisch Muslim/a. Meriam Yahia Ibrahim wurde als Christin erzogen. Nachdem sie einen Christen heiratete, wurde sie von den Verwandten ihres Vaters angezeigt. Als Muslima ist die Heirat mit einem Christen nach islamischem Recht Ehebruch und wird – wie im Koran festgelegt – mit einhundert Peitschenhieben bestraft. Es gibt eine andere Rechtstradition, die auf Hadiths (Geschichten Mohammeds) zurückgehen, die Steinigung gebietet. Weil Meriam dazu steht, Christin zu bleiben, wird sie wegen Glaubensabfall zum Tode verurteilt. Glaubensabfall bedeutet gleichzeitig Beleidigung Allahs. Die 27 Jahre alte Meriam Ibrahim befindet sich mit ihrem 20 Monate alten Sohn im Gefängnis. Dem Richter erklärte sie immer wieder, sie sei Christin und die Ehe mit ihrem Mann sei kein Ehebruch. Ihr Ehemann Daniel Wani ist verzweifelt: „Da kann ich nur beten.“ Ihr Anwalt möchte das Urteil beim Höchstgericht anfechten. Kürzlich wurde eine 18-jährige Äthiopierin, die von mehreren Männern vergewaltigt worden war, wegen Ehebruchs und Prostitution verurteilt. Angesichts dieser Vorgänge fragt man sich, ob diese Art des Islam eine Religion ist. Um als Religion anerkannt zu werden, sollten gewisse Kriterien erfüllt werden.
Links:
Berliner Zeitung
n-tv.de
Zeit online
Focus
ORF online

Toleranzbotschaft von Kardinal Schönborn und die Geschichte der Toleranz

Kardinal Christoph Schönborn

Kardinal Christoph Schönborn

Kardinal Christoph Schönborn freut sich mit Thomas Neuwirth, der als Conchita Wurst einen so großen Erfolg hat. Er betet für ihn um Gottes Segen. Dies schreibt er in der Zeitung ¨Heute¨ (16.5.14) und erinnert an die Schöpfung: Gott schuf den Menschen als sein Abbild … Als Mann und Frau schuf er sie. Das Leben werde erst spannend durch die Anziehung von Mann und Frau. Sie ergänzen sich. Und es gibt im Garten Gottes eine bunte Vielfalt. Nicht alle fühlen gleich und doch verdienen alle Respekt.
Schönborn erinnert an die Intoleranz von Boko Haram, die 276 christliche Mädchen zwangsislamisiert und an die Todesstrafe für Homosexualität in einigen Ländern dieser Welt. Toleranz, die die Welt braucht, ist für den Kardinal die Achtung vor dem Anderen, auch wenn man seine Ansicht nicht teilt. Link zu Heute
NACHTRAG: Eine Historikertagung 1994 kam zu dem Ergebnis, dass die Toleranz, wie wir sie heute erleben, im christlichen Mittelalter schon geprägt wurde. Der Begriff Toleranz ist nach dem Historiker Klaus Schreiner eine altchristliche Hervorbringung.  Die alten vorchristlichen Lateiner verstanden unter „tolerantia“ das Ertragen von Unrecht, Folter und Hunger, nicht aber das Dulden andersdenkender Menschen. Wer dem Kaiser nicht opferte, wurde den wilden Tieren vorgeworfen. Die christlichen Philosophen haben aus „tolerantia“ eine soziale Tugend gemacht. Sie wollten keinen Zwang ausüben, sondern sie argumentierten und benutzten Verstand und Vernunft.
Entschieden wurde auf einem Konzil, das als Forum der Diskussion diente. Das Apostelkonzil in Jerusalem beschloss mit der Formel: „Der Heilige Geist und wir haben beschlossen.“ (Apg 15,28). Nicht nur der Heilige Geist bestimmt alles, sondern die Apostel bestimmen mit ihm zusammen. Ziel der Beratungen war, die Gemeinschaft wieder herzustellen oder den Ausschluss (die Anathema) auszusprechen. Die christliche Gemeinschaft unterschied sich von anderen Religionen darin, dass keine körperliche Beseitigung verordnet wurde, wie es später im Islam und ab dem Spätmittelalter (!) in manchen Ländern Europas aus nationalen Gründen geschah.
Zwei Bibelworte wurden für den Verzicht auf körperliche Gewalt maßgeblich:
•    Das Gleichnis vom Unkraut und dem Weizen, wo es heißt: Lasst beides wachsen, das Unkraut mit dem Weizen. Erst Gott wird am Ende gut richten.
•    Die Aufforderung, in allem die Liebe walten zu lassen: „Die Liebe erträgt alles (caritas tolerat omnia), glaubt alles, hofft alles, hält allem stand“ (1Kor 13,7)
(Vergleiche: Arnold Angenendt, Toleranz und Gewalt, Das Christentum zwischen Bibel und Schwert, Münster, 2007, S. 232 und Jobo72’s Weblog)

Die Toleranz-Botschaft von Conchita und Jesus

Jesus Christus

Jesus Christus

Eine Diskriminierung von Lebensformen ist abzulehnen. Das stellt der Pastoraltheologe Paul Zulehner bezüglich des Eurovisions-Songcontests und Conchitas Toleranz-Botschaft fest. Moralisches Aburteilen ist schon vor Papst Franziskus ein No Go in der Kirche gewesen. Das Conchita-Erscheinungsbild erinnert den Religionsforscher an Jesus-Darstellungen im romantisierenden Nazarener-Stil.
Wien, 13.05.2014 (KAP) http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/62313.html Katholische Presseagentur Österreich.

Conchita Wurst: unsterblich!

Kunstfigur Conchita Wurst

Conchita Wurst: eine Kunstfigur

Conchita, der Phönix aus der toten Asche

Conchita: spanisch, Inmaculada Concepción

Die Auferstehung des Travestiekünstlers Thomas Neuwirt

Conchita: spanisch, reine Empfängnis

Die Leugnung des Todes und die Leugnung des Unterschieds der Geschlechter bedeuten ein und dasselbe: Gott sein.
Der große Psychoanalytiker Conrad Stein (1924-2010) beschreibt einen Traum, bei dessen Niederschrift er sich mit einer Bäckerin identifizierte. „Von da aus sah ich mich, über eine weibliche Identifizierung, im Rahmen dessen, was Freud als Bisexualität eines jeden von uns bezeichnet, hinaus genötigt, auf eine Identität anderer Art zu schließen. Sie ist ich – ich bin sie. Ein einziges Wesen. Dabei handelt es sich nicht darum, die Attribute beider Geschlechter zu haben, sondern von dem einzigen Geschlecht zu sein, was voraussetzt, daß man dieses einzige Attribut besitzt, ja daß man es ebensogut auch ist. So bedeuten die Leugnung des Todes und die Leugnung des Unterschieds der Geschlechter ein und dasselbe. Gott sein.“ (Stein, 314f)
Adam und Eva wollen wie Gott sein und sind peinlicher weise nur nackt. Sie hängen sich Lendenschurze um, um ihre Peinlichkeit zu bedecken. Die Lendenschurze sind die neuen Autos, die angestrebte große Karriere, das Statussymbol, das die Sterblichkeit überdeckt. Wurde Conchita Wurst von Menschen gewählt, die sich verzweifelt bemühen, die eigenen Peinlichkeiten zu bedecken? Ist sie die geniale Verkörperung einer Lendenschurzgesellschaft, die sich überbietet, die eigene Sterblichkeit zu verstecken – und mit dieser Verkleidung die Unsterblichkeit zu erlangen? Möchte die Gesellschaft wie ein Phönix aus der toten Asche auferstehen? Wurde es ein Ostergottesdienst im Eurovision Song Contest? Wurde Conchita Wurst durch den ESC die populäre Kunstfigur des auferstandenen Christus?
Literatur: Conrad Stein, Das Unsterblickeitsverlangen
Sandler Willibald, Der verbotene Baum im Paradies (Was es mit dem Sündenfall auf sich hat), http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/800.html

Endlich: Voraussetzungen für die 2. Ehe!

Die Sakramente als vornehmste Mittel der Seelsorge

Die Heilskraft der Sakramente geht nicht verloren.

Bertram Stubenrauch unternimmt die schon längst überfällige Aufgabe, theologische Orientierungspunkte in der Frage der Zulassung Wiederverheirateter Geschiedener herauszuarbeiten: Die Kirche lehrt die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe, sorgt sich um Schuld, Umkehr und Vergebung, hat als vornehmstes Mittel der Seelsorge die Sakramente und sieht den Glauben wichtiger an als das Ethos.
Bertram Stubenrauch schreibt dies im Maiheft 2014 der „Stimmen der Zeit„. Er schlägt eine Schneise mit drei traditionellen Überlegungen in den dogmatischen Wald: Buße, Heilung und Glaube.  Zur Buße:
1. Wird eine sakramentale Ehe durch eine zweite Ehe ignoriert, wird die Heilkraft schuldhaft verhindert. 2. Die vergebende Barmherzigkeit Gottes kann aber von Menschen nicht eingeschränkt werden. 3. Reue und Lossprechung überwinden die Trennung von Gott.
Zur Heilung: 1. Sakramente heilen und bewahren vor dem Bösen. 2. Das Versiegen des Heilsangebotes der Ehe versperrt nicht die anderen sakramentalen Heilsgeschenke. 3. Die anderen Sakramente können die verhinderten Heilsmöglichkeiten der Ehe ausgleichen.
Zum Glauben: 1. Nicht die moralische Unschuld, sondern der Glaube mit der Kirche berechtigt zum Sakramentenempfang. 2. Unabhängig von der persönlichen Tragik ist jede und jeder vorbehaltlos in die sakramentale Feier „einbezogen“, wer „Ja“ zu dem sagt, was in ihr geschieht. Es „entzieht sich in seiner Tiefendimension dem öffentlichen Urteil“. 3. Nur der Glaube der Kirche im Blick auf Christus, der seine Treue beweist, spricht einem Sakrament die Gültigkeit zu.  „Wer deshalb trotz belasteter Lebenssituationen – der zuvor geschlossene Ehebund ist ja nicht aufgehoben – alle Hoffnung an den Heilsglauben der Kirche hängt, darf nicht vom Sakramentenempfang ausgeschlossen werden.“
Stubenrauch bringt fünf Konsequenzen für die Glaubwürdigkeit der kirchlichen Seelsorge: 1. Die Unauflöslichkeit der Ehe bleibt. 2. Schuld wird bekannt und vergeben. 3. Die Sakramente bleiben in Geltung. 4. Es braucht keine Berufsverbote, um christliches Zeugnis zu bewahren. 5. Die Lehre wird nicht verändert, nur ausgeschöpft.
Ausgerichtet an Gott und an Christus schlägt Bertram Stubenrauch einen gangbaren Weg durch den dogmatischen Wald, sodass gerade jenen, die die Gnade Gottes brauchen, der Kairos der Gegenwart Gottes nicht vorenthalten wird.
Literatur: Bertram Stubenrauch, Wiederverheiratete Geschiedene und die Sakramente. Ein Denkspruch zur dogmatischen Diskussion. Stimmen der Zeit 5, Mai 2014, S. 346f.