Archiv der Kategorie: Leid

Franziskus: Situation und Glaube wichtiger als Gesetze

Petrus und Paulus

Petrus und Paulus

In seinem Rundschreiben Amoris Laetitia geht es Papst Franziskus wie dem Apostel Paulus um eine neue Sicht auf die Not der Menschen. Weil der Messias Jesus das jüdische Gesetz des Moses erfüllte und damit wie in einem Schatzkästchen aufhob und bewahrte, konnte der Apostel Paulus erkennen, dass das „Gesetz des Moses“ durch das „Gesetz des Glaubens“ von Gott ersetzt wurde. Das Gesetz des Moses half den Menschen nicht immer, es zeigte ihnen ständig ihre Unvollkommenheit. Gott konnte mit dem Messias Jesus das mosaische Gesetz bewahren und den Glauben an den Messias Jesus begründen. Weil mit dem Messias Jesus die messianische Zeit begonnen hat, sind die Menschen in diesem „Kairos“ nicht mehr für die Einhaltung der mosaischen Gesetze verantwortlich, sondern für ihren Glauben. Glauben heißt hier „Geloben“. Es geht um die Beziehung und die Treue zu Christus Jesus. Ähnlich ist es auch mit den Kirchengesetzen. Sie können als Prinzipien, wie es Kardinal Schönborn betonte, bewahrt werden, aber wichtiger ist das „Gesetz des Glaubens“ oder, wie es Franziskus sagt, wichtiger ist die „Barmherzigkeit“. Gott schaut ins Herz und heilt. Paulus würde sagen: wichtiger als die Kirchengebote sind jetzt in der Zeit, die bleibt, die messianische Barmherzigkeit, die Freude und die Liebe.
Paulus im Römerbrief 3, 27
(vergleiche Giorgio Agamben, Die Zeit, die bleibt: Ein Kommentar zum Römerbrief, Frankfurt am Main 2006)

Amoris Laetitia auf deutsch

Der Terror bleibt uns!

Der Terror bleibt uns, solange wir die Ideologie des islamistischen Terrors nicht bekämpfen. Welches Institut beschäftigt sich wirklich ernsthaft mit der Ideologie der Attentäter? Erst wenn die Ideologie wahrgenommen und die Ideen dahinter erkannt werden, kann man Alternativen entwickeln. Irene Harand, die Wiener Antinationalsozialistin schrieb ihr Buch „Sein Kampf“ als Antwort auf das Buch „Mein Kampf“ von Adolf Hitler. Sie wusste, dass nur ein argumentativer Kampf diese Ideologie bekämpfen kann.  Da können wir noch so viel Polizei und Geheimdienste einsetzen. Solange es keine intellektuelle Anstrengung gibt, den islamistischen Terror systematisch zu untersuchen, solange werden wir in den nächsten 100 Jahren diesen Terror vor unserer Haustüre haben.
Die Selbstmordattentäter des 11. Septembers schreiben in ihren Memos: Reinige dein Herz … von allen irdischen Dingen … Die Zeit des Vergnügens und der Verschwendung ist vorbei … Sei optimistisch … Jeder hasst den Tod, fürchtet den Tod … Du wirst in das Paradies eingehen“. Sie haben ein politisches- apokalyptisches Ziel, die westliche Welt als Welt des Bösen in ihrem symbolischen Machtzentrum zu treffen und sie haben ein individuelles Ziel, selber ins Paradies zu gelangen. Sie verstehen sich als Kämpfer der guten Seite, der Welt Allahs. Sie stellen sich auf die richtige Seite und kämpfen gegen die böse Welt des Satans, die westliche Welt. Auch die Reinigung des Körpers und der Kleider, wie es die Attentäter in den Anweisungen „The last night: Step-By-Step“ beschreiben, gehören zu einem dualistischen Weltbild, wo zwei Götter, Allah und der Satan, gegeneinander kämpfen und die Reinheit Zeichen für die gute Seite ist.
Links:Nur Ideen, nichts als Ideen bringen die Welt voran
So viel Nazi-Ideologie steckt im Islamismus
Den Islamismus müssen wir mit Geist bekämpfen
Die apokalyptische Welt des IS

Der Gulag konnte die Katholikin nicht brechen

Sie war mit 27 Jahren für den Wiederaufbau in Österreich zuständig: Margarethe Ottillinger. Die sowjetischen Besatzer hielten sie für eine US-Spionin und entführten sie 1948 nach Sibirien. Sie war Wirtschaftsexpertin, Sektionsleiterin und eine der ersten Frauen im Management der Schwerindustrie. An der Ennsbrücke, der Grenze zwischen sowjetischer und amerikanischer Zone wird sie am 5. November 1948 verhaftet. Margarethe Ottillinger ist zu dem Zeitpunkt 29 Jahre alt und im Planungsministerium verantwortlich für den Wiederaufbau Österreichs. Es war der spektakulärste Entführungsfall im Österreich der Nachkriegszeit: Sie war Vorstandsdirektorin der ÖMV (Öster. Mineralölverwaltung), Gründungsmitglied des Afro-Asiatischen Instituts in Wien. Die tiefgläubige Katholikin setzte sich maßgeblich für den Bau der Wotruba-Kirche in Wien ein und trat dem 3. Franziskus-Orden bei. Die ORF-Spiel-Dokumentation „Margarethe Ottillinger – Die Frau, die zuviel wusste“ zeigt am  4.März 2016, 22.45 Uhr, ORF 2 den Spionagefall. Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Livestream auf der ORF-TVthek angeboten: Freitag, 4.3.2016, 22.45 Uhr, ORF2. Beiträge auch in Ö1 Wissen aktuell und in der ZIB2.

ORF-Spiel-Doku: „Margarethe Ottillinger – Die Frau, die zu viel wusste“. erzdioezese-wien.at|Von Erzdiözese Wien / Der SONNTAG / Agathe Gansterer http://science.orf.at/stories/1768087/

Die griechische Regierung verweigert die Grundsicherung für Arme

Ab April 2015 erhalten die Armen in Griechenland kein garantiertes Grundeinkommen mehr. Die Mutter eines Kinder bekam bis März 350 Euro im Monat. Ab April 2015 erhält sie nichts. Die stellvertretende Ministerin für Arbeit, Theano Fotiou findet, dass das garantierte Grundeinkommen eine „Armutsfalle“ sei. Die Weltbank, die EU und der zuständige letzte Pasok-Minister Vassilis Kegeroglu führten die Grundsicherung ein, damit die Armen nicht wegen jedem Almosen der Regierung wie Lebensmittelkarten, Wohngeld, Strom- und Arztkosten einen Antrag stellen müssen. Das Grundeinkommen war von 200 bis 500 Euro gestaffelt, je nach Kinderanzahl, darin enthalten freie Krankenversorgung und Umschulungsprogramme. Die Syriza-Regierung ließ die Grundsicherung auslaufen und nahm die 1,75 Millionen Euro von der EU nicht in Anspruch, um die technische Weiterentwicklung der Grundsicherung voranzutreiben. Syriza geht den alten Weg. Wohltaten hier und dort, sodass die Abhängigkeit von den Parteibonzen wächst. Die linke Syriza-Regierung bleibt damit in ihrer Ideologie gefangen und verschließt ihre Augen vor dem Elend der Armen.
Link:
Die Zeit: Michael Thumann, Das linke Märchen
Papst Franziskus denkt vor allem an krisenbetroffene Familien.

Rache oder Vergebung in Charleston

Nach dem Attentat auf afroamerikanische Christinnen und Christen in Charleston, USA, bei dem neun Menschen getötet wurden, sorgten die Angehörigen für Erstaunen. Bei einer Anhörung richteten sie sich an den Attentäter, verziehen ihm und forderten ihn auf, seine Tat zu bereuen, damit es ihm besser gehe. Gleichzeitig lehnten sie Rachegedanken ab und baten Gott, ihm zu verzeihen.
Auch US-Präsident Barack Obama war gerührt. Die Antwort der Familien der neun Toten sei „ein Ausdruck von Glauben, der unvorstellbar ist, aber der die Güte des amerikanischen Volkes widerspiegelt.“
Anthony Thompson, ein Angehöriger einer Toten sagte: „Ich vergebe dir, meine Familie vergibt dir“, Die Familien der Opfer würden es gerne sehen, dass der Attentäter Dylann R. Reue zeige. „Tue das und es wird dir besser gehen“.
Felecia Sanders überlebte das Massaker in der Emmanuel African Methodist Episcopal Church. Ihr Sohn hingegen wurde erschossen. „Wir haben dich am Mittwochabend mit offenen Armen in unserer Bibelgruppe willkommen geheißen“, sagte sie zum Attentäter. Er war in die Bibelstunde gekommen und hatte fast eine Stunde lang mit den Gläubigen zusammengesessen, bevor er das Feuer eröffnete. „Du hast einige der wunderbarsten Menschen getötet, die ich kenne“, sagte Sanders zu R. „Jede Faser meines Körpers tut weh.“ Und dann: „Möge Gott dir gnädig sein.“
Bethane Middleton-Brown verlor ihre Schwester DePayne, die als Geistliche in der Gemeinde aktiv war: „Ich bin ‚work in progress‘, ich gebe zu, dass ich sehr zornig bin. Aber DePayne lehrte mich, dass unsere Familie durch Liebe errichtet wurde. Wir haben keinen Platz für Hass, wir müssen vergeben. Ich bete zu Gott für deine Seele.“
Obwohl ihr Großvater Daniel Simmons und die anderen Opfer durch eine Tat des Hasses gestorben seien, sagte Alana Simmons bei der Anhörung bei Gericht, werde der Hass nicht gewinnen.
Richter James Gosnell sagte: „Charleston ist eine sehr starke Gemeinschaft. Wir haben große Herzen. Wir sind eine liebende Gemeinschaft“, Er forderte die Bürger von Charleston auf, auch der Familie des jungen Mannes durch diese schwere Zeit zu helfen.
Pastor Thomas Dixon fasste die Botschaft der Angehörigen zusammen: Liebe statt Hass, Vergebung statt Rache. Das sei die Macht, die dem Täter weggenommen worden sei. „Der Schmerz des Siegs, den er erwartete – der ist nicht mehr da. Weil sie ihm vergeben haben. Er dachte, er würde einen Rassen-Krieg auslösen. Aber er traf Menschen, die ihm vergeben, damit sie weiterleben können.“
Die Toten: Rev. Clementa Pinckney, Cynthia Hurd, Tywanza Sanders, Sharonda Singleton, Rev. DePayne Middleton-Doctor, Rev. Daniel Simmons, Susan Jackson, Ethel Lance, Myra Thompson
Die Bilder
Die Familie von Rev. DePayne Middleton-Doctor: Gott heile unsere gebrochenen Herzen!

Anhänger des IS! Die Liebe geht euch nach

In einer Video-Botschaft an die Dschihadisten des IS reagieren Christen auf ein Todesdrohungsvideo. Sie sagen: Kommt, legt eure Waffen ab. Eine Liebe, die überfällig und überwältigend ist, fließt durch eure Städte. Werdet unsere Brüder! Heute Nacht, Brüder, gibt es Vergebung.
Das ist eine Übersetzung des Video-Textes:
Die Welt redet über euch. Eure apokalyptischen Träume der Endzeit und eure spektakulären Sünden wecken nun den Mittleren Osten auf. In eurem heiligen Krieg, der auf heiligen Boden trifft. Kommt, Kinder Abrahams, die Leute des Kreuzes kommen vor eure Tore mit einer Botschaft.
Liebe geht euch nach. Wie ein Sturm, der über den Pazifik streift von den Bergen des Ölbergs bis zu den Wüstenwinden vom Jordan, von den Zedern des Libanons über die Seidenstraßen des Ostens. Eine Armee kommt. Nicht mit Panzern oder Soldaten, sondern eine Armee von Märtyrern, treu bis in den Tod. Sie tragen eine Botschaft des Lebens, die Leute vom Kreuz, sie kommen, um an euren Toren zu sterben. Wenn ihr die Botschaft nicht über die Worte versteht, dann zeigen wir sie euch mit unserem Leben.
Für jede Kehle, die ihr aufschlitzt und jede Frau, die ihr vergewaltigt, für jeden Menschen, den ihr verbrennt, und jedes Kind, welches zu Asche wird, klebt Blut an euren Händen, Brüder.
Aber kommt, Brüder, kommt.
Kommt mit euren blutbeschmierten Händen, kommt mit euren Augen, voller Mordgedanken gegen die Leute des Kreuzes! Kommt, legt eure Waffen und Messer am Fuß des Kreuzes ab. Eine Liebe, die überfällig und überwältigend ist, fließt durch eure Städte.
Auch wenn eure Sünden scharlachrot sind, können sie reingewaschen werden, weiß wie Schnee! Auch wenn ihr euch Diener nennt, er wird euch zu Söhnen machen. Wohin könnt ihr fliehen vor Seiner Liebe? Nicht einmal die Dunkelheit kann euch verstecken.
Kommt, Brüder, kommt! Da ist der Klang eines starken Regens, der eure Sünde wegnimmt und eure Wunden verbindet. Ihr sterbt für euren Gott, aber Gott starb für uns. Der König der Könige wird zum Opferlamm, ermordet am Altar, an unserer Stelle. Jesus Christus, der Messias, er geht durch den Mittleren Osten.
Heute Nacht, Brüder, gibt es Vergebung. Es gibt Heilung der Sünden. Es gibt keinen Unterschied zwischen uns. Getrennt von Christus sind wir nicht besser als der schlechteste Dschihadist. Christus wurde gekreuzigt, ein für alle Mal und für jeden. Um Menschen wie du und ich zu Geschwistern zu machen. Gerade dich. Gerade jetzt.


Video: YouTube-Video
Das Video stammt von International Christian Concern, einer christlichen Gruppe, die sich für verfolgte Christen einsetzt.
LINKS:
GekreuzSiegt

Bild.de
RP Online
The Text:
The world is talking about you
Your apocalyptic dreams and spectacular sins
Are now awakening the middle east
In your holy war, come to holy ground
Come children of Abraham come
The people of the cross gathers at your gates with a message
Love is coming after you.
Like a rush of wind grazing over the pacific
From hills of the mount of olives to the desert winds of Jordan
From the cedars of lebanon to the silk roads of the East
An army comes. With no tanks or soldiers
But an army of martyrs faithful unto death
Carrying a message of life
The people of the cross
Comes to die at your gates.
If you wont hear our message with words
Then we will show you with our lives
Laid down.
For every throat you slit and every woman you rape
For every man you burn and every child you turn to dust
There is blood on your hands brother
But Come Brothers Come
Come with your bloodstained hands,
Come with your eyes full of murder for the people of the Cross,
Come lay your guns and your knives at the foot of the cross
A love that is overdue and overwhelming
Breathes through your cities
Though your sins are like scarlet
They can be washed white as snow
Though you call yourselves servants
He will make you into Sons
Where can you run from His love?
Even the darkness cannot hide you
Come Brothers Come
There is the sound of a rushing rain
To remove your sins and bind your wounds
You die for your god but our God died for us
The King of Kings comes to be the sacrificial lamb
Slain on the altar where we should have been
Jesus Christ, Isa Al Masih
Walks through the Middle East
There is forgiveness tonight oh brother
There is healing for your sins oh brother
We are no different.
Apart from Christ, we are no better than the worst jihadist
Christ has been crucified once, and for all.
To make sinners like you and me into brothers
Even you.
Even now.

TTIP: Gerechter Handel? Kirche kritisiert Verhandlungspraxis

TTIP-Gegner vor dem Wiener Parlament

TTIP-Gegner vor dem Wiener Parlament

Das mögliche Freihandelsabkommen TTIP zwischen USA und EU sorgt für Diskussionen. Dabei geht es auch um die Regelungen für den Finanz- und Bankensektor. Die USA hat nach der Finanzkrise ab 2007 schärfere Regelungen durchgesetzt. Riskante Finanzprodukte wurden teilweise verboten. Jetzt wollen Großbritannien und englische Lobbisten diese Regelungen durch das TTIP aufweichen. Durch das TTIP soll ein transkontinentaler Binnenmarkt mit über 800 Millionen Kunden entstehen, eine „Transatlantic Free Trade Area“, TAFTA. Präsident Obama, Kanzlerin Merkel und Kommissionspräsident Juncker sind sich grundsätzlich einig. Was das aber für die Menschen innerhalb der TAFTA, in den Schwellenländern und in den armen Ländern bedeutet, ist völlig unklar. Welche Auswirkungen auf die Umwelt es hat, wenn  der transatlantische Transport der Güter und Dienstleistungen zunimmt? Die nicht öffentlichen Verhandlungen sollen Ende 2015 abgeschlossen sein. Die katholische Kirche der USA verlangt mehr Transparenz und der Münchner Jesuit Johannes Müller fordert mehr demokratische Mitbestimmung. Der Linzer Bischof Ludwig Schwarz sieht dramatische Folgen für arme Länder. Am Samstag, 18. April 2015 gab es Kundgebungen und Demonstrationen in 45 Ländern.

Le Monde diplomatique: TAFTA/TIPP – Die große Unterwerfung
Kath. Kirche der USA für mehr Transparenz bei TTIP
Katholische Kirche Deutschlands kritisiert TTIP
Jesuit Müller: Mehr demokratische Beteiligung bei TTIP
Bischof Schwarz sieht dramatische Folgen
Blätter für internationale deutsche Politik M. Krätke: TAFTA
ATTAC: TTIP CETA stoppen
Wikipedia: TTIP

Wikipedia: TAFTA
ORF: Tausende Demonstrieren
Standard: Demonstrationen
Spiegel: Kostümiert gegen TTIP