Archiv der Kategorie: Leid

Erkenne die unsichtbaren Hinweise

Melker Altarkreuz von Arnulf RainerHerr M. ist traumatisiert. Ein Unfall hat ihn aus der Bahn geworfen. Er steht neben sich. Seine Lebendigkeit ist ihm abhandengekommen.
Frau S. fällt in tiefe Depression. Sie ist antriebslos und schaut ins Leere. Sie kann sich nicht spüren. Die Kälte umfasst sie.
Herr K. ist Manager einer Firma und sieht nur auf die Gewinne und die Verkaufserfolge. Die Mitarbeiter sind für ihn Faktoren der Produktivität. Er kommt sich perfekt und allmächtig vor. Ein Fehler stürzt ihn ins Burn-out. Er sieht nur noch eine große Leere vor sich.
Trauma, Depression und Narzissmus bekommen durch Therapien einen Verband. Eine sichere Rückbindung ans Leben braucht auch eine Verankerung im allumfassenden göttlichen Urgrund.
Herr K.: „Gott, du bist der tiefe Anker in meinem Leben. Auf dich schaue ich. Da blühe ich auf.“
Frau S.: „Ich öffne mein Herz für dich. Du bist meine Liebe.“
Herr M.: „Du ziehst mich jeden Tag hoch und setzt mich ins Leben.“
Die heilende Hand Gottes greift in die Geschichte ein. Teilhard de Chardin sah in der Entwicklung des ganzen Universums eine Richtung, die in Christus seine Vollendung findet. Schon auf dem Weg dorthin lässt er die Beziehungsfähigkeit und Lebendigkeit in unserem Leben wachsen.

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag:
Jesus fordert uns auf, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Wenn man sie in der Natur ansiedelt, protestieren die Naturwissenschaftler. Wenn Sonne, Mond und Sterne kulturelle, politische Symbolfiguren sind, dann ist es ein mächtiger Politiker oder eine kulturelle Bewegung, die Finsternis hervorbringt oder die Liebe zum Leuchten bringt. Jesus lädt ein, das Kommen Gottes im Leben wahrzunehmen.

Aber in jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. Seht euch also vor und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam! (Evangelium nach Markus 13, 24-47 Link zum Bibelwerk)

  1. Lesung aus Buch des Propheten Jesaja: Ich kann mein Trauma nicht heilen.
    Traumatisiert und in schmerzlicher Verzweiflung schauen wir auf Gott, der uns doch als Vater Liebe und Geborgenheit schenken kann. „Zeig dich und heile uns! Mach endlich, Gott!“ rufen wir ihm zu.

Du, Herr, bist unser Vater, «Unser Erlöser von jeher» wirst du genannt. Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, sodass wir dich nicht mehr fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Eigentum sind. Reiß doch den Himmel auf und komm herab, sodass die Berge zittern vor dir. Seit Menschengedenken hat man noch nie vernommen, kein Ohr hat gehört, kein Auge gesehen, dass es einen Gott gibt außer dir, der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen. Ach, kämst du doch denen entgegen, die tun, was recht ist, und nachdenken über deine Wege. Ja, du warst zornig; denn wir haben gegen dich gesündigt, von Urzeit an sind wir treulos geworden. Wie unreine Menschen sind wir alle geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind. Niemand ruft deinen Namen an, keiner rafft sich dazu auf, fest zu halten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns der Gewalt unserer Schuld überlassen. Und doch bist du, Herr, unser Vater. Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände. (Bibelwerk: Jesaja 63,16b-17.19b; 64,3-7)

Ex-Domspatz Probst: „Ich habe meinen Frieden gefunden“

Alexander Probst schrieb ein Buch über seine schlimmen Erlebnisse als Regensburger Domspatz. Er wurde als Kind sexuell  missbraucht. Anlässlich des Abschlussberichts, der an diesem Dienstag (18.7.2017)  in Regensburg vorgestellt wurde, blickt er im DeutschenWelle-Gespräch zurück – ohne Zorn.
DW: Sie sagten einmal, eine persönliche Entschuldigung sei Ihnen nicht mehr so wichtig. Warum?
Lange Zeit war es mein Wunsch, dass der Täter sich bei mir entschuldigen möge. Seitdem ich sehr viel mehr über ihn weiß, dass er sich zum Beispiel bis in die Neunziger Jahre noch an Kindern vergangen hat, wusste ich, dass eine Entschuldigung gar nicht möglich ist. Zum anderen hat Bischof Voderholzer um Verzeihung gebeten – obwohl er ja selbst nichts dafür kann. Dieses Gespräch war mir mehr wert als alle Entschuldigungen vergangener Täter.
Quelle: Deutsche Welle

Gegen Antisemitismus

Ich sah gerade relativ zufällig eine großartige Rede von Außenminister Sebastian Kurz zu 60 Jahre diplomatische Beziehungen von Österreich zu Israel https://www.youtube.com/watch?v=zp82KrtbEgE

Franziskus: Situation und Glaube wichtiger als Gesetze

Petrus und Paulus

Petrus und Paulus

In seinem Rundschreiben Amoris Laetitia geht es Papst Franziskus wie dem Apostel Paulus um eine neue Sicht auf die Not der Menschen. Weil der Messias Jesus das jüdische Gesetz des Moses erfüllte und damit wie in einem Schatzkästchen aufhob und bewahrte, konnte der Apostel Paulus erkennen, dass das „Gesetz des Moses“ durch das „Gesetz des Glaubens“ von Gott ersetzt wurde. Das Gesetz des Moses half den Menschen nicht immer, es zeigte ihnen ständig ihre Unvollkommenheit. Gott konnte mit dem Messias Jesus das mosaische Gesetz bewahren und den Glauben an den Messias Jesus begründen. Weil mit dem Messias Jesus die messianische Zeit begonnen hat, sind die Menschen in diesem „Kairos“ nicht mehr für die Einhaltung der mosaischen Gesetze verantwortlich, sondern für ihren Glauben. Glauben heißt hier „Geloben“. Es geht um die Beziehung und die Treue zu Christus Jesus. Ähnlich ist es auch mit den Kirchengesetzen. Sie können als Prinzipien, wie es Kardinal Schönborn betonte, bewahrt werden, aber wichtiger ist das „Gesetz des Glaubens“ oder, wie es Franziskus sagt, wichtiger ist die „Barmherzigkeit“. Gott schaut ins Herz und heilt. Paulus würde sagen: wichtiger als die Kirchengebote sind jetzt in der Zeit, die bleibt, die messianische Barmherzigkeit, die Freude und die Liebe.
Paulus im Römerbrief 3, 27
(vergleiche Giorgio Agamben, Die Zeit, die bleibt: Ein Kommentar zum Römerbrief, Frankfurt am Main 2006)

Amoris Laetitia auf deutsch

Der Terror bleibt uns!

Der Terror bleibt uns, solange wir die Ideologie des islamistischen Terrors nicht bekämpfen. Welches Institut beschäftigt sich wirklich ernsthaft mit der Ideologie der Attentäter? Erst wenn die Ideologie wahrgenommen und die Ideen dahinter erkannt werden, kann man Alternativen entwickeln. Irene Harand, die Wiener Antinationalsozialistin schrieb ihr Buch „Sein Kampf“ als Antwort auf das Buch „Mein Kampf“ von Adolf Hitler. Sie wusste, dass nur ein argumentativer Kampf diese Ideologie bekämpfen kann.  Da können wir noch so viel Polizei und Geheimdienste einsetzen. Solange es keine intellektuelle Anstrengung gibt, den islamistischen Terror systematisch zu untersuchen, solange werden wir in den nächsten 100 Jahren diesen Terror vor unserer Haustüre haben.
Die Selbstmordattentäter des 11. Septembers schreiben in ihren Memos: Reinige dein Herz … von allen irdischen Dingen … Die Zeit des Vergnügens und der Verschwendung ist vorbei … Sei optimistisch … Jeder hasst den Tod, fürchtet den Tod … Du wirst in das Paradies eingehen“. Sie haben ein politisches- apokalyptisches Ziel, die westliche Welt als Welt des Bösen in ihrem symbolischen Machtzentrum zu treffen und sie haben ein individuelles Ziel, selber ins Paradies zu gelangen. Sie verstehen sich als Kämpfer der guten Seite, der Welt Allahs. Sie stellen sich auf die richtige Seite und kämpfen gegen die böse Welt des Satans, die westliche Welt. Auch die Reinigung des Körpers und der Kleider, wie es die Attentäter in den Anweisungen „The last night: Step-By-Step“ beschreiben, gehören zu einem dualistischen Weltbild, wo zwei Götter, Allah und der Satan, gegeneinander kämpfen und die Reinheit Zeichen für die gute Seite ist.
Links:Nur Ideen, nichts als Ideen bringen die Welt voran
So viel Nazi-Ideologie steckt im Islamismus
Den Islamismus müssen wir mit Geist bekämpfen
Die apokalyptische Welt des IS

Der Gulag konnte die Katholikin nicht brechen

Sie war mit 27 Jahren für den Wiederaufbau in Österreich zuständig: Margarethe Ottillinger. Die sowjetischen Besatzer hielten sie für eine US-Spionin und entführten sie 1948 nach Sibirien. Sie war Wirtschaftsexpertin, Sektionsleiterin und eine der ersten Frauen im Management der Schwerindustrie. An der Ennsbrücke, der Grenze zwischen sowjetischer und amerikanischer Zone wird sie am 5. November 1948 verhaftet. Margarethe Ottillinger ist zu dem Zeitpunkt 29 Jahre alt und im Planungsministerium verantwortlich für den Wiederaufbau Österreichs. Es war der spektakulärste Entführungsfall im Österreich der Nachkriegszeit: Sie war Vorstandsdirektorin der ÖMV (Öster. Mineralölverwaltung), Gründungsmitglied des Afro-Asiatischen Instituts in Wien. Die tiefgläubige Katholikin setzte sich maßgeblich für den Bau der Wotruba-Kirche in Wien ein und trat dem 3. Franziskus-Orden bei. Die ORF-Spiel-Dokumentation „Margarethe Ottillinger – Die Frau, die zuviel wusste“ zeigt am  4.März 2016, 22.45 Uhr, ORF 2 den Spionagefall. Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Livestream auf der ORF-TVthek angeboten: Freitag, 4.3.2016, 22.45 Uhr, ORF2. Beiträge auch in Ö1 Wissen aktuell und in der ZIB2.

ORF-Spiel-Doku: „Margarethe Ottillinger – Die Frau, die zu viel wusste“. erzdioezese-wien.at|Von Erzdiözese Wien / Der SONNTAG / Agathe Gansterer http://science.orf.at/stories/1768087/

Die griechische Regierung verweigert die Grundsicherung für Arme

Ab April 2015 erhalten die Armen in Griechenland kein garantiertes Grundeinkommen mehr. Die Mutter eines Kinder bekam bis März 350 Euro im Monat. Ab April 2015 erhält sie nichts. Die stellvertretende Ministerin für Arbeit, Theano Fotiou findet, dass das garantierte Grundeinkommen eine „Armutsfalle“ sei. Die Weltbank, die EU und der zuständige letzte Pasok-Minister Vassilis Kegeroglu führten die Grundsicherung ein, damit die Armen nicht wegen jedem Almosen der Regierung wie Lebensmittelkarten, Wohngeld, Strom- und Arztkosten einen Antrag stellen müssen. Das Grundeinkommen war von 200 bis 500 Euro gestaffelt, je nach Kinderanzahl, darin enthalten freie Krankenversorgung und Umschulungsprogramme. Die Syriza-Regierung ließ die Grundsicherung auslaufen und nahm die 1,75 Millionen Euro von der EU nicht in Anspruch, um die technische Weiterentwicklung der Grundsicherung voranzutreiben. Syriza geht den alten Weg. Wohltaten hier und dort, sodass die Abhängigkeit von den Parteibonzen wächst. Die linke Syriza-Regierung bleibt damit in ihrer Ideologie gefangen und verschließt ihre Augen vor dem Elend der Armen.
Link:
Die Zeit: Michael Thumann, Das linke Märchen
Papst Franziskus denkt vor allem an krisenbetroffene Familien.