Archiv der Kategorie: Christentum

Evolutionstheologie

Darwin und die Evolution wurden oft als Gegensatz zur Religion empfunden. Immerhin widerspricht die Evolutionstheorie dem Wortlaut der Schöpfungsberichte. Andererseits kommt man als Christ nicht mehr vorbei an der modernen Naturwissenschaft. Dabei zeigt diese auch interessante Details, die nahelegen, christlichen Glauben in neuer Sicht zu deuten. Manches kann man sogar besser verstehen, und bisherige Widersprüche verschwinden. Gott – und insbesondere, wie er den Menschen geschaffen hat – muss man sich meiner Ansicht nach etwas anders vorstellen als vielleicht zuvor.

Erblast statt Erbsünde

Die Genesis lastet das Böse den ersten Menschen an – und die katholische Theologie sprach daher bisher von Erbsünde. Hier wurde zwar – auch im Sinne der Evolution* – richtig erkannt, dass eine erbliche Komponente enthalten ist. Der Ausgangspunkt war jedoch nicht die Tat (oder Sünde) eines Menschen, sondern die Selektion: Sie ist Teil jener Evolution, die Gott zur Entwicklung des Lebens geschaffen hat. Bereits im Tierreich – lange vor dem Menschen – wurden Angeberei (Uhl and Voland 2002), Selbstsucht und Aggressivität* im weitesten Sinne positiv selektioniert. Konrad Lorenz nannte es das ‚sogenannte Böse‘ (Lorenz 2006). Den Proponenten brachte es Vorteile. Unser Intellekt klassifiziert es als ‚böse‘, weil es Leid bei anderen (malum morale) erzeugt.

Viele aus dem Tierreich geerbte Mechanismen sind für uns Menschen unzumutbar: Sie sind eine Erblast.

Was bedeutet das für das Christentum? Ist Gott deswegen Mensch geworden?

Weiterlesen auf „Dialog Theologie & Naturwissenschaft

Buch: Göttliches Spiel. Evolutionstheologie von Wolfgang Schreiner, mit einem Vorwort von Erhard Busek. Verlag Holzhausen
Rezension von Göttliches Spiel. Evolutionstheologie, W. Schreiner, von Andreas Losch
Artikel: Zufall als Plan, Wolfgang Schreiner
Artikel: Wolfgang Schreiner / Hubert Philipp Weber, Evolution und die Güte Gottes. Fragestellungen zur Theodizee, Theologisch-praktische Quartalschrift 158/1 (2010)

Die Klauen des Todes sind überwunden

MGrünewaldsAuferstehungIch möchte diese heiligen Tage zu Ostern mit Jesus gehen. Er begleitet mich und geht mit mir in meine tiefste Verzweiflung. Mit ihm kann ich seine Verlassenheit in Jerusalem und die Verlassenheit der Menschen um mich herum wahrnehmen. Mit ihm kann ich alles vor unseren Gott-Vater hinlegen: Mein freudig pochendes Herz, mein Leiden und meine Schmerzen. Ich sehne mich mit ihm nach Heilung. Die Welt soll geheilt werden. Die Beziehungen sollen geheilt werden. Die Ängstlichen sollen Mut fassen. Ich sehne mich danach, dass die Finsternis der Gottferne mit dem Licht des Glaubens erhellt wird. Ich möchte, dass alle Menschen nicht nur nach dem Tod eine Auferstehung erfahren, sondern in der Gegenwart. Die Auferstehung schenkt Gott jetzt. Ich kann mit Jesus auferstehen und ein neues Leben beginnen. Ja, mit ihm werde ich mutig und – froh.

Steinigung oder Liebe?

jesus-schreibtBin ich froh, dass Gott Mensch geworden ist. Er konnte als Jesus zeigen, dass die Steinigung eines Menschen gegen seinen Willen stattfindet. In Brunei wurde die Steinigung vor einigen Tagen wieder eingeführt. George Clooney protestierte dagegen. Der steinreiche Sultan von Brunei beruft sich auf die Gesetze Allahs und lässt Menschen hinrichten. Ich weiß zwar nicht immer, was Gott will, aber eines weiß ich: Todesstrafe will er auf keinen Fall. Im Katholischen Katechismus wurde die Todesstrafe immer nur als allerletztes Mittel des Staates beschrieben. Aber unter Papst Franziskus wurde auch das gestrichen. Das ist gut so. Wir sind nicht die Herren über Leben und Tod. Auch ist unsere Religion ein Heilmittel. Jesus verstand sich als Arzt, der die Beziehung zu Gott als Heilmittel anbot: „Dein Glaube hat dir geholfen“.

Die giftigen Gesetze verwehen im Wind

Jesus+EhebrecherinEs ist eine berühmte Szene. Schriftgelehrte bringen eine Ehebrecherin in den Tempel und fragen Jesus, ob er die mosaischen Gesetze der Tora (5 Bücher Moses) kennt und anwenden lehrt.  Jesus schreibt mit dem Finger auf den Boden, auf die staubigen Steine. Er schreibt, wie es Gott am Berg Sinai gemacht hat, als er mit dem Finger die 10 Gebote in Stein schrieb (Exodus 31,18). Diese Steine zerschlug Moses aus Zorn über den Abfall der Israeliten. Moses musste sie noch einmal selbst auf Stein schreiben. Diese Steintafeln gingen bei der Zerstörung des ersten salomonischen Tempels 586 v. Chr. verloren. Die israelischen Gesetze wurden in der Tora, den 5 Büchern Moses aufgezeichnet.
Die Schriftgelehrten glauben nun zu wissen, was der Wille Gottes ist: Die Ehebrecherin muss getötet werden.  Jesus setzt ein Zeichen und schreibt mit dem Finger zweimal auf den Steinboden des Tempels.  Er setzt die Schrift in den Sand und zeigt, dass der Wind sie verweht, auch die schriftlich fixierten Gesetze.
Jesus ist in seiner Verbindung mit seinem Vater auf einer neuen Spur. Diese Ahnung und seine Liebe zu den konkreten Menschen lässt ihn diese neuen Zeichen setzen. Er weiß, dass der Ankläger den ersten Stein werfen muss. Zu den Männern sagt er: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Es ist den Schriftgelehrten anzurechnen, dass sie jetzt weggehen. Jesus wendet sich an die Frau und redet mit ihr. Beziehung ist ihm wichtiger als Gesetze – Liebe statt Steinigung, Bekehrung statt Todesstrafe, Umarmung statt Schläge. Das heilt.

Johannes 8,1-11

Ab heute ist Maria schwanger

Maria sagte JA

Maria sagt Ja

Heute ist ein großer Festtag. 25. März. Heute kommt der Engel Gabriel zu Maria und fragt sie, ob sie den Erlöser auf die Welt bringen will. Sie sagt nach einem kurzen Hin und Her: Ich bin einverstanden. Mir geschehe, wie du es gesagt hast.

Die ganze heilige Dreifaltigkeit Gottes ist anwesend:
Maria sagt zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortet ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Sie besucht einige Monate später als Schwangere ihre Cousine Elisabet, die ebenfalls schwanger ist, und wird von ihr mit „Du bist voll der Gnade, der Herr ist mit dir“ begrüßt.

Nach neun Monaten wird Jesus Christus in Betlehem geboren.

(Erklärung im Bibelwerk: Lukas 1,26-38)

EXCLUSIVE: Priest says he will return to work | CTV News Montreal

Quelle: EXCLUSIVE: Priest says he will return to work | CTV News Montreal

Montreal priest stabbed at Mass ‚eager‘ to return

Report on CNA

Rector of Montreal oratory stabbed during televised Mass | The Catholic Sun

MONTREAL (CNS) — Fr. Claude Grou, rector of St. Joseph’s Oratory of Mount Royal, was stabbed during a Mass March 22. The motive for the attack remains unknown.

Quelle: Rector of Montreal oratory stabbed during televised Mass | The Catholic Sun

Der Tod ist nicht das Letzte

Verlorener Sohn

Der barmherzige Vater hat offene Arme für seinen verlorenen Sohn

Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann? „Niemand!“ Schrien wir als Kinder und rannten auf einen Fänger zu. Es war ein großer Spaß. Wenn heute gefragt wird: Wer fürchtet sich vor dem Tod? Schreien dann auch alle „Niemand“? Einige scheuen den Tod und einige erklären schon im Vorfeld: „Das Wichtigste ist die Gesundheit.“ Aber der Tod ist trotz gesundem Leben unausweichlich. Und was ist dann? Einige fürchten sich vor Gott, der uns nach dem Tod begegnen könnte und sagen: „Wer weiß schon, was dann passiert?“ Ich persönlich glaube, dass Gott uns mit offenen Armen empfangen möchte. Jetzt, in diesem Augenblick und auch im Tod. Das ist der eine Grund, warum ich die Freundschaft mit Gott pflegen möchte. Es gibt noch zwei andere Gründe:
Einerseits entspricht es meiner menschlichen Natur, dass ich mich einem Größeren liebevoll zuwende und damit eine gute seelische Gestimmtheit habe.
Andererseits kann ich Miseren und Nöte besser durchhalten, wenn ich diese Beziehung mit Gott pflege. Mit dem Blick auf Jesus Christus gehe ich nicht unter – im Alltag nicht und auch nicht im Tod.