Archiv der Kategorie: Aktuelles

40 Agenten des sudanesischen Sicherheitsdienstes gegen eine Christin

Vierzig Agenten des sudanesischen Inlandsgeheimdienstes NISS (National Intelligence and Security Service) wurden aufgeboten, um Meriam Ibrahim mit ihren zwei Kindern wieder am Flughafen zu verhaften. Angeblich haben die drei keine gültigen Ausreisepapiere. Die Christin wurde am Montag, 23.6.2014 frei gelassen, nachdem sie wegen der islamischen Scharia zum Tode und zur Auspeitschung verurteilt war. Es erinnert an kommunistische Staaten, in denen die Reisefreiheit ihrer Bürger verboten war. Im Sudan existiert anscheinend weder Religionsfeiheit noch Reisefreiheit. Um eine christliche Familie festzunehmen sind vierzig Agenten bestellt worden. James Copnall, ein früherer BBC Sudan Korrespondent vermutet, dass es verschiedene Interessen in der Regierung gibt, die ihre Muskeln spielen lassen.
BBC

Die Sexuallehre der Kirche ist nicht in Stein gemeißelt

Bischof Stephan Ackermann

Bischof Stephan Ackermann

Nach der Umfrage über Ehe und Familie, die Papst Franziskus angeregt hat, geht die Diskussion in der katholischen Welt weiter. Viele Katholikinnen und Katholiken sehen voreheliche Sexualität nicht als schwere Sünde an. Auch Wiederverheiratete sollen nicht generell von den Sakramenten ausgeschlossen werden. Die Lehre der Kirche ist eine sehr dynamische Sache. Im katholischen Volk Gottes gib es 5 Bereiche, in denen sich Gott dem Menschen mitteilt: 1. die Heilige Schrift mit dem Alten und dem Neuen Testament, 2. der Glaubenssinn aller Getauften (SENSUS FIDEI), 3. die Tradition der Gebete, Lieder, Glaubensbekenntnisse, Gottesdienste und Heiligen, 4. das Lehramt der Bischöfe und des Papstes und 5. die theologische Wissenschaft. Diese 5 Bereiche sind zu befragen, wenn die Sexuallehre der Kirche neu interpretiert werden soll. Bei der Umfrage zu Ehe und Familie, die Papst Franziskus angeregt hat, ist ein wichtiger Bereich hervorgehoben worden, der Bereich „Glaubenssinn“ des katholischen Volk Gottes. Hier spricht Gott durch alle Getauften. Es ist gut, dass die Bischöfe und der Papst auf das Gottesvolk hören. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann griff diese Stimmen auf und hat eine moderate Änderung der Sexuallehre vorgeschlagen: „Wir können die katholische Lehre nicht völlig verändern, aber Kriterien erarbeiten, anhand derer wir sagen: In diesem und diesem konkreten Fall ist es verantwortbar. Es geht nicht an, dass es nur das Ideal auf der einen und die Verurteilung auf der anderen Seite gibt.“
Grundlage der katholischen Wahrheit ist die Liebe, die Barmherzigkeit, das Verzeihen und die Versöhnung. Diese Kriterien zeigen sich in den 5 Bereichen: der Heiligen Schrift; im Glaubenssinn aller Getauften; in der Tradition der Gebete, der Lieder, der Glaubensbekenntnisse, der Gottesdienste und der Heiligen; im Lehramt der Bischöfe und des Papstes und in der theologischen Wissenschaft. Die Sexuallehre der Kirche ist ein dynamischer Prozess, der von der Offenbarung Gottes und seinem Willen ausgeht und in den 5 Bereichen vermittelt wird. Danke, Papst Franziskus, dass du das Gottesvolk befragst. Danke, Bischof Stephan Ackermann, dass du die Stimme des Volkes Gottes aufgreifst und niemanden verurteilst.
Allgemeine Zeitung
FAZ
Spiegel

20-Jährige Inderin wurde wegen eines Verhältnisses zu einem Moslem vergewaltigt

Am Dienstag, 21. Jänner 2014 wurde eine junge Frau von einem Dorfgericht dazu verurteilt, von 12 – 13 Männern ihres Dorfes und ihrer Verwandtschaft vergewaltigt zu werden. Sie stammt aus einem Dorf des Volkstammes der Santhal, dem größten Stamm von Westbengalen. Das Dorf liegt im Birbhum, einem Bezirk von Westbengalen. Der Freund der jungen Frau, Khaliq Sheikh, stammte aus dem Nachbardorf Chowhatta und ist Moslem. Das Dorfgericht verlangte von der Frau und ihren Eltern zuerst eine Geldstrafe von 25000 Rupien und als die Frau nicht zahlen konnte, wurde sie im Auftrag des Dorfältesten Balai Mardi, der ein Schnellgericht organisierte, von den Männern vergewaltigt. Ihre Familie brachte sie trotz der Drohungen der Männer zu einem Arzt, der sie ins regionale Krankenhaus einliefern ließ. Von dort wurde sie ins Zentralkrankenhaus von Suri gebracht, wo sie um ihr Leben bangt. Die Männer und der Dorfälteste wurden erst nach einem Großeinsatz der Polizei verhaftet. Ob sie nach 14 Tagen freigelassen werden, ist noch unklar.

Links: Daily Mail
Times of India
Hindustan Times
New York Times

Der Grund unseres Daseins wird ein Kind

Geburt des Gottessohnes und die Erscheinung Gottes

Geburt des Gottessohnes und die Erscheinung Gottes

„Am Heiligabend legen wir die Geschenke unter den Christbaum und dann gibt es ein Festessen.“ Christinnen und Christen beschenken sich und machen es Gott nach, der Leben schenkt und sich selber schenkt. Er ist der Grund, warum wir auf der Welt sind und dieser Grund wird ein Kind.
Das Kind wird in eine Futterkrippe gelegt, weil in der Herberge kein Platz ist. Armen Hirten erscheinen Engel, die sie auffordern, das Kind in Betlehem zu besuchen. Sterndeuter kommen aus dem Osten und bringen Weihrauch, Gold und Myrrhe. Der Herrscher Herodes trachtet dem Kind nach dem Leben und Josef und Maria müssen mit dem Kind nach Ägypten fliehen.
Mit dem Vorabend begann früher der Tag. Deswegen wird am 24. Weihnachten gefeiert. In der Christmette wird mit Lichtern die Geburt des Gottessohnes gefeiert.
Schon am 26. Dezember ist der Todestag eines Märtyrers: Stephanus wurde gesteinigt, weil er von Jesus Christus nicht abschwören wollte. Das Volk Gottes sieht ihn in der Herrlichkeit.
Am 28. Dezember wird der unschuldigen Kinder gedacht, die Herodes umbringen ließ.
Der Sonntag nach dem Christtag ist das Fest der Heiligen Familie mit dem Ziehvater Josef, der Mutter Maria und dem Jesuskind.
Am 31. Dezember 335 starb Papst Silvester und das Volk Gottes sieht ihn in der Herrlichkeit. Der 1. Januar mit dem Neujahrskonzert ist Weltfriedenstag und der Papst erteilt den Segen Urbi et Orbi. Es wird auch an das Konzil von Ephesus 431 gedacht, als der Glaube verteidigt wurde, dass Maria Gottesmutter ist.
Die Sternsinger der Jungschar machen sich auf den Weg, um für notleidende Menschen zu sammeln. Am 6. Jänner wird der Hl. Drei Könige oder der Sterndeuter aus dem Osten gedacht. Dieser Tag wird auch „Epiphanie“ – Erscheinung genannt. Der Sonntag danach ist der Taufe Jesu im Jordan durch Johannes gewidmet, als Gott-Vater und der Heilige Geist sich offenbarten. Jesus steigt in den Fluss der Menschheitsgeschichte, und mit ihm Gott.

Jesus lädt zur Sehschule ein

Jesus Christus offenbart Gott

Jesus sieht die Armen

Das Evangelium vom 3. Adventsonntag, Matthäus 11, 2-11 (Lesejahr A)

In der Bibelrunde fragten wir uns, was diese Geschichten bedeuten sollen. Dabei bin ich auf etwas gestoßen. Euch herzlichen Dank!

Johannes der Täufer ist im Gefängnis, weil er Herodes Antipas wegen seiner Heirat mit der Schwester seines Bruders kritisierte. Er schickt seine Jünger zu Jesus, um ihn zu fragen, ob er der ist, der kommen soll. Jesus verweigert die Antwort. Er lädt hingegen die Jünger des Johannes ein, auf etwas hinzuhören und etwas zu sehen. Was das ist, wird er erst am Ende der zweiten Erzählung sagen.
Zuerst lädt er die Jünger des Johannes ein, nicht dieser Frage des Johannes nachzugehen, sondern auf Blinde, Lahme, Aussätzige, Taube, Tote und Arme zu sehen. Denn Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote leben und Arme freuen sich über die gute Nachricht. Das ist eine neue Art des Sehens, die Jesus lehrt.

Auch in der zweiten Geschichte geht es um dieses neue Sehen. Er fragt die Menschen, was sie sehen wollten, als sie zu Johannes in die Wüste gingen. Oder wollten sie Johannes sehen, der wie ein Schilfrohr im Wind schwankt? Im Hintergrund steht für mich die Frage: Wollten sie die Aussätzigen sehen?
Oder wollten sie einen Mann in feiner Kleidung sehen? So einen findet man doch nur in den Palästen der Könige. Im Hintergrund steht für mich die Frage: Wollten sie einen Tauben sehen?
Oder wollten sie einen Propheten sehen? Im Hintergrund steht für mich die Frage: Wollten sie einen Lahmen sehen?
Oder wollten sie noch mehr sehen? Wollten sie hinter dem Star noch das Licht sehen, das auf den Propheten und den spirituellen Star fällt?

Jesus greift die Sehnsucht der Menschen auf, einen Star zu sehen. Er lobt Johannes, der der Größte unter den Menschen sei. Aber er ist in den Augen von Jesus der Größte, weil er der Bote Gottes ist, der den Weg für das Reich Gottes vorbereitet. Jesus lädt ein, nicht nur die großen Stars aufzusuchen. Er lädt ein, nicht nur auf die spirituellen Meister zu sehen, sondern auf das Reich Gottes. Im Reich Gottes sind die Kleinsten, die Kinder, die Kranken und die Armen die Größten.

In der Matthäusgemeinde wird das Reich Gottes Himmelreich genannt. Das verführt dazu, das Reich ins Jenseits zu verlagern. Aber Jesus sieht das Himmelreich hier auf Erden wachsen. Man muss nur auf die Kleinen schauen, auf die Blinden, die Lahmen, die Aussätzigen, die Tauben, die Toten und die Armen. Bei ihnen wächst das Himmelreich. Sie sehen wieder, sie gehen wieder, sie werden rein, sie leben und freuen sich über die gute Nachricht.

Ein guter spirituelle Meister wie Johannes der Täufer ist, wie Jesus ihn sieht, nur der Bote Gottes und der, der das Reich Gottes vorbereitet. Eine ähnliche Geschichte wird von Bischof Nikolaus erzählt, der einen armen Vater großzügig beschenkte. Als sich der sich bedanken wollte, sagte Nikolaus: „Bedanke dich nicht bei mir, bedanke dich bei Gott, ich bin nur sein Bote.“

Die Hinwendung zu den Armen geschieht auch bei Papst Franziskus, wenn er einer moslemischen Frau im Gefängnis die Füße wäscht oder wenn er einen entstellten Mann umarmt. Papst Franziskus lernt als Schüler in der Sehschule von Jesus.

Advent: Warten auf den Sinn des Lebens

Joachim und Anna

Joachim und Anna

Ich freue mich auf Weihnachten! Da gibt es Geschenke und eine Familienfeier. Die Zeit davor ist Advent, was so viel bedeutet wie „Ankunft“. Der Grund unseres Daseins kommt, um uns zu zeigen, warum wir auf der Welt sind. Sein Sohn macht sich auf, um uns den Sinn zu zeigen. Die Vorfreude drückt sich im 3. Adventsonntag („Gaudete!“) aus, der mit einer rosa statt violetter Kerze gefeiert wird.
Neun Monate vor der Geburt Jesu, am 25. März feiert das Volk Gottes das Ja von Maria, die vom Engel Gabriel gefragt wurde, und die Zeugung von Jesus durch Gott-Vater und den Heiligen Geist (im Hebräischen die Geistin Ruach). Marias Eltern Joachim und Anna haben sie im hohen Alter bekommen. Am 8. Dezember feiert das Volk Gottes Marias Zeugung, am 8. September ihre Geburt. Maria besucht Zacharias und ihre Cousine Elisabet, die mit Johannes (dem späteren Täufer) schwanger ist. Sie wird mit „Gegrüßt seist du Maria, voller Gnade!“ begrüßt.
Es gibt einige BegleiterInnen im Advent: Die Märtyrerin Barbara (4. Dezember) hat es abgelehnt, Christus abzuschwören, wurde getötet und ist die Patronin von Bergleuten (Tunnel, U-Bahn). Der Hl. Nikolaus (6. Dezember) beschenkt Arme und Kinder und ist der Patron der Matrosen. Die Hl. Luzia (13. Dezember) bringt das Licht in die Traurigkeit. Auch die Sterndeuter sehen den Stern und machen sich schon auf, um zur Geburt in Betlehem zu kommen.
Gott-Sohn wird ein Armer unter Armen, der Mitleid hat mit den Verzweifelten. Am Ende steht die Herrlichkeit.

Castellucci inszenierte ein christliches Drama „Sul concetto …“

Ein Mann pflegt geduldig seinen alten Vater, der Durchfall hat, inkontinent und dement ist. Dann reißt ihm der Geduldsfaden und er brüllt kurz auf. Er entschuldigt sich bei seinem Vater und geht zu einem überlebensgroßen Jesusbild von Antonello da Messina, das die ganze Zeit auf die hintere Wand der Bühne projiziert ist und flüstert „Jesus, Jesus, Jesus“. Soweit eine ergreifende Geschichte bei den Wiener Festwochen im Burgtheater. Jetzt kommen aber 13 Schulkinder, die das Jesusbild mit Plastikhandgranaten bewerfen und dabei höllischen Krach machen. Das erinnert an Bowling for Columbine, wo Schulkinder ein Massaker in einer Schule anrichten. Kindern wird beigebracht, wie man Kriegswaffen benutzt. Es erinnert an Kindersoldaten. Man kann nur hoffen, das diese jungen Schauspieler gut betreut werden. Dann wird das Passionsspiel mit der Zerstörung des Jesusbildes fortgesetzt. Blut fließt über das Gesicht des Gottessohnes, das zerstört wird und dahinter zwei Sätze freigibt: „Du bist mein Hirte“ und „Du bist nicht mein Hirte“. Das ist die Entscheidung, vor die jeder gestellt ist. Der Kairos wird hier veranschaulicht: Nehme ich Jesus Christus, den Sohn Gottes als meinen Hirten an? Der Regisseur Castellucci inszeniert ein modernes religiöses Drama, das zeigt, dass durchgehend moralisches Handeln ohne Gottesbeziehung zum Scheitern verurteilt ist. Schon Kinder üben Gewalt aus, wenn sie keine Freundschaft mit Christus haben. Das Einhalten des 4. Gebotes, „Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass du lange lebst und es dir wohl ergeht in dem Land, das Gott dir gibt“ ist ohne Gottesbeziehung nicht durchhaltbar. Da ist Streit mit Gott möglich, oft sogar notwendig. Aber auch Danken ist möglich. Ist es doch der lebendige Gott, der gütig handelt, was Menschen sehr überrascht.