Archiv des Autors: Daxbacher Hannes

Ich hoffe und vertraue

Die Lehre Jesu ist ein Antidepressivum. Ich wusste gestern nicht, wie es weitergeht. Da lese ich, dass es mit dem Reich Gottes so ist, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät. Dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag. Der Same keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre.

Mir war, wie ich das gelesen habe, plötzlich hoffnungsvoll zumute. Da wächst etwas Gutes, das ich nicht mache. Ein gutes Gefühl. Jesus erzählt, erfüllt vom Heiligen Geist, das Gleichnis vom Wachsen und ich bekomme Hoffnung, Kraft und beginne Sinnvolles zu tun.

Bischof Bätzing: Priester müssen nicht im Zölibat leben.

Bischof Bätzing, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz: Der Zölibat und das Priestertum müssen nicht verknüpft sein. Die Macht muss in der Kirche geteilt und kontrolliert werden. Das System Kirche muss fundamental geändert werden.

Auf das innerkirchliche Systemversagen könne es nur systemische Antworten geben – und zwar fundamentaler Art. Limburgs Bischof Georg Bätzing wünscht sich eine Erneuerung der Kirche, die auch die bischöfliche und priesterliche Macht neu bewertet.

Quelle: katholisch.de

Systemänderung mit dem Heiligen Geist

Sollten die Bischöfe und der Papst auf das konkrete Leben der Menschen hinsehen, werden sie den Heiligen Geist entdecken, ihm in den Menschen dienen und damit auch den Menschen dienen. Dann wird das Weiheamt wirklich ein Dienstamt, ausgeübt von Frauen und Männern, Verheirateten und Unverheirateten.

Komm, Heiliger Geist, zeige uns einen Wandel wie du Brot und Wein wandelst!
Komm, Heiliger Geist, gib uns die Kraft, die Reform der Kirche konkret in kleinen Schritten anzugehen:

Abschaffung des Pflichtzölibats

Weihe von Diakonissinnen

Zulassung von Wiederverheirateten zur Kommunion

Ständige Synoden in den Diözesen

Freude, schöner Götterfunken

Beim Fronleichnamsfest kam die Sonne heraus und wir hatten endlich wieder das Sacré Coeur Kaffee, diesmal im Birkenhof. Die Gespräche flogen dahin und wir freuten uns an der Gemeinschaft. Es war, als ob die Engel „Freude, schöner Götterfunken!“ gesungen hätten. Die Geschwisterlichkeit bekommt eine Leichtigkeit, wenn uns Gott trägt.

Die Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ fußt auf den Losungen der Französischen Revolution 1789 und der europäischen Aufklärung. Obwohl die Kirchen dabei angegriffen wurden, hat die Parole christliche Wurzeln. Die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei, die Gottesebenbildlichkeit der Menschen und die Nächstenliebe sind die Wurzeln von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“.

Ich finde, dass die Brüderlichkeit oder besser die Geschwisterlichkeit leichter zu leben ist, wenn ich eine Beziehung zu Gott habe. Ich sehe sehr viele Gemeinschaften und Familien eher zerfallen, wenn die moralische Forderung nach Solidarität und Nächstenliebe allein ohne eine Liebe zu Gott gelebt wird. Eric Voegelin sagte dazu: „Wir haben es mit einer Krankheit des Geistes zu tun“, einer „Pneumapathologie“. Als Heilung bietet Jesus die Beziehung zum göttlichen Geist an, der Gottesliebe und Nächstenliebe verbindet. Mit ihm können wir im sonnigen und freien Garten fröhlich feiern.

(Quelle zu Eric Voegelin: https://christenwind.at/?cat=130)

Fronleichnam: Wandle mich

Keine Religion existiert ohne Ritual. Die Wandlung des Brotes in den Leib des Gottessohnes ist das zentrale Ritual der Christenheit. Beim jüdischen Osterfest, dem Pessach, begründete Jesus diesen Ritus.
Im Fronleichnamsfest wird diese Wandlung gegenwärtig. 10 Tage nach Pfingsten. Der Heilige Geist ist notwendig. Denn bevor die Abendmahlsszene gegenwärtig wird, wird der Heilige Geist herabgerufen, damit er das Brot wandelt. Deswegen knien sich viele Gläubige schon vor der Wandlung nieder.

„Bitte wandle mich.“ Ich brauche den Heiligen Geist. Damit er mich wandelt. Ich bin Brot. Ich werde Leib Christi. Jedenfalls zu einem Teil vom Leib Christi.

Wir, die Mitfeiernden werden zu einem „Körper“. Corpus Christi. Um der Liebe willen. Er begegnet mir. Ein Zwiegespräch. Ein paar Minuten. Endgültig kommst du in Herrlichkeit.

(Die Worte der Herabrufung des Geistes auf Brot und Wein: https://christenwind.at/?p=776)

Dreifaltigkeit: Drei Freunde

Drei Freunde treffen sich.

Gott Vater, Gott Sohn und Heiliger Geist. Sie schauen auf die Erde hinunter. Da stößt der Vater den Sohn an: „Was sagst? Da läuft doch einiges schief.“ Der Sohn zum Vater: „Ich halte das nicht aus. Ich geh.“ Darauf der Geist: „Da komm ich mit.“ Der Vater meinte dazu: „Na gut, aber passt aufeinander auf.“

Diese Szene habe ich erfunden, aber die Figuren habe ich nicht erfunden. Die Personen haben sich in der Menschheitsgeschichte gezeigt. Gott kann man nicht erfinden, jedenfalls nicht so einen Gott. Es ist der Gott, der uns erfindet. Das habe ich erfahren: Nicht ich erfinde Gott, sondern Gott erfindet mich. So ist es auch mit dem Glauben. Nicht ich glaube an Gott, sondern Gott glaubt an mich. Obwohl immer wieder Zweifel aufkommt, wie er an jemanden wie mich glauben kann.

Auch Moses hatte bei seiner Berufung Bedenken, dass er nicht gut reden konnte. Gott glaubte an ihn. Und obwohl Simon Petrus den verhafteten Jesus drei Mal verleugnete, glaubte Jesus an ihn: „Du bist der Fels, auf den ich meine Gemeinschaft baue.“

Aber der Sohn ging zum Vater und baute seine Gemeinschaft nicht auf. Da musste Gott noch einmal kommen. Aber Überraschung: Gott kommt jetzt als Heiliger Geist. Der baut seine Gemeinschaft auf. Die Vorteile liegen auf der Hand: Er kann immer anwesend sein. Er kann immer gerufen werden. Er glaubt an uns.

Tanz, Orgel und Rap im Heiligen Geist

Pfingsten heuer einmal anders: Wiener Stephansdom als Schauplatz einer künstlerischen Begegnung zwischen Rap, Ballett und Orgelmusik. Ein christlicher Rapper, eine Primaballerina, ein Solotänzer und der Domorganist treffen in der Mitte des Stephansdoms aufeinander. In ihren jeweiligen Genres interpretieren sie die Botschaft des Pfingstfests. Durch ihre musikalisch-künstlerische Begegnung zeigen sie, wie vielfältig Kirche ist.

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Heiliger Geist? Wer ist das?

Michael Böhnke, Professor aus dem bewegenden Wuppertal bringt mir eine Sichtweise, die meinem christlichen Leben Geist und Kraft gibt. Seine drei Bücher über den Heiligen Geist haben mich begeistert. Sie holen Vergessenes in die Gegenwart und beantworten Fragen, die im Christentum so noch nie beantwortet wurden. Für meinen Blog hat er einen Vortrag zur Verfügung gestellt, den er 2016 vor der Seelsorgeamtsleiterkonferenz gehalten hat und der seine aktuellen Untersuchungen darstellt. (HD)

Eberhard Busch hat berichtet, dass Karl Barth 1967 in einem Kolloquium über die Offenbarungskonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils den damals in Tübingen lehrenden Professor Ratzinger mit einer Frage verblüfft habe. Er wollte wissen, „ob die römisch-katholische Kirche vielleicht Angst vor dem Heiligen Geist habe: ‚Warum spielt die Tradition, auch wenn sie jetzt neu verstanden ist, immer noch eine so tragende Rolle für die katholische Kirche? Kommt das etwa aus einer Angst vor dem Heiligen Geist? Lieber Herr Ratzinger, ich frage nur, und Sie werden sich das wohl auch selbst fragen, ist Ihre Kirche vielleicht aufgebaut auf der Flucht vor dem Heiligen Geist?‘“[3]

Karl Barth

Zum Kontext dieser Anfrage ist zweierlei zu bemerken: Erstens hat Karl Barth erst in seinen letzten Lebensjahren – er ist 1968 verstorben – den Heiligen Geist wirklich entdeckt. Zwar findet sich bei Barth eine Pneumatologie, doch wird man diese als christozentrisch und in gewisser Weise als geistvergessen charakterisieren müssen. Im Rahmen seines Offenbarungsdenkens begegnet der Geist bei Barth als Kraft der Selbstvergegenwärtigung Jesu Christi. Er ist die „‘Selbstbezeugung Jesu‘ Christi“.[4] „Man kann vom Heiligen Geist und seinem Werk grundsätzlich und allgemein tatsächlich nicht mehr als dies sagen, dass er die Macht ist, in der Jesus Christus sich selbst bezeugt“, heißt es in der Kirchlichen Dogmatik.[5]

Erst im 1968 erschienenen Nachwort zur Schleiermacherauswahl formuliert Barth, dass man die gesamte Dogmatik pneumatologisch reformulieren könnte und sollte.

Joseph Ratzinger

Zweitens: Es ist unbedingt zu würdigen, dass sich Joseph Ratzinger um die Neuformulierung des Offenbarungsverständnisses und um die neue Sicht der Tradition, die durch die Dogmatische Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils Dei Verbum in der römisch-katholischen Kirche lehramtliche Geltung erlangt haben, verdient gemacht hat. Allerdings hat meinem Eindruck zufolge die Tradition während der Zeit seiner römischen Regentschaft – trotz der von ihm wiederholt betonten Vorordnung der Schrift vor Tradition und Lehramt – unter dem Label der Tradierung des Glaubens die Ausrichtung der Kirche dominiert. Ich nenne nur einige Beispiele: Die hohe Bedeutung, die er der Katechese beigemessen hat und die Wiederauflage der Textgattung Katechismus, die Grundsätze zur Konzilsinterpretation, das Entgegenkommen im Gespräch mit den Piusbrüdern, die liturgischen Reformen, all das ist vom Bemühen um Kontinuität geprägt. Das die Pastoral lange beherrschende Thema der „Weitergabe des Glaubens“ gehört dazu. Es setzt, anders als die für eine lokale Kirchenentwicklung stehende Formel der „Bezeugung des Glaubens“[6] ebenfalls auf Kontinuität als bewahrendes Element.[7]

Papst Franziskus

Nach drei Jahren Franziskus wird langsam deutlich, dass der Aspekt der Kontinuität und damit verbunden die der Tradition geltenden Sorge ein Übergewicht bekommen haben dürfte. So wird Franziskus unter diesem Aspekt bisweilen durch die Glaubenskongregation daran erinnert, dass die bewährte kirchliche Lehre nicht aufgegeben oder aufgeweicht werden dürfte. Das Normative hat sich mit dem Vergangenen verbündet. Das Künftige ist mit Franziskus allenfalls prophetisch erahnbar und durch die Hermeneutik der Barmherzigkeit präsent. Die scharfe Frage von Barth hat sich auch fünfzig Jahre später noch nicht erledigt: „…ist Ihre Kirche vielleicht aufgebaut auf der Flucht vor dem Heiligen Geist?“

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Pfingsten: Happy Birthday

In guter Atmosphäre können wir wachsen und wunderbar aufblühen. Einer, der uns dabei unterstützt, ist der Heilige Geist. Wir werden in ihm neu geboren. Jesus sagt zu Nikodemus: „Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ Und vorher sagt er: „Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von oben geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Johannes 3)

Diese Geburt von oben, durch den Heiligen Geist passiert immer wieder. Der Geist ist heutzutage wirksam. Wir werden alle neu geboren. Gratis. Da kommt der Geist auf uns herab. Da kommt das Brausen. Da kommen die Feuerzungen. Es ist die Geburtsstunde der versammelten Christinnen und Christen.

Kirche ist ursprünglich Ekklesia, Versammlung. Der Heilige Geist gründet mit Brausen und Feuerzungen die Kirche. Ohne ihn geht gar nichts. Er erinnert uns an Jesu Leben, Leiden und Handeln. Er beschenkt uns nicht nur mit Inspiration, sondern auch mit sich selbst. Wir können mit ihm in Liebe leben und handeln. Wir jubeln und singen zu diesem Geburtstag Halleluja!

Die gute Nachricht zum Pfingsten: Der Heilige Geist beglückt uns

Ein neues Pfingsten: katholische Ortskirchen werden in die Synode eingebunden

Generalsekretär der Bischofssynode Kardinal Mario Grech

Die Bischofssynode gibt sich ein neues Verfahren. Papst Franziskus wird im Oktober einen synodalen Weg in drei Schritten eröffnen, der mit breiten, weltkirchlichen Konsultationen und Unterscheidungsprozessen auf die Bischofssynode zum Thema Synodalität im Herbst 2023 zuführt. Das hat der Vatikan diesen Freitag bekannt gegeben.

https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-05/bischofssynode-ortskirchen-synodalitaet-synodaler-weg.html

Für eine synodale Kirche: Das Dokument der Bischofssynode im Wortlaut

Die Weltkirche soll sich auf den Weg eines neuen synodalen Prozesses machen. Die Etappen sind in einem Dokument skizziert, das Papst Franziskus genehmigt hat. Wir dokumentieren hier im Wortlaut die offizielle deutsche Übersetzung.

Grech zur Synodenreform: „Unterscheidung beginnt mit Zuhören“

Sinn der Umgestaltung der Bischofssynode ist eine breitere Beteiligung der Teilkirchen und ein besserer innerkirchlicher Austausch. Entscheidungen in der Kirche begännen immer mit Zuhören, betont der Generalsekretär der Bischofssynode im Interview mit den Vatikan-Medien: „Nur so können wir verstehen, wie und wohin der Geist die Kirche führen will“, so Kardinal Mario Grech.
https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-05/kardinal-grech-interview-synodos-episcoporum-reform-synode.html

New Pentecost: Pope Francis plans synodal shake-up

The next synod of bishops gathering in Rome has been postponed until 2023 so that an unprecedented consultation of Catholics can take place first.

More: Pope Francis plans synodal shake-up

In October, Pope Francis will open a three-year synodal journey with three phases (diocesan, continental, universal) of consultations and discernment, culminating with the assembly in October 2023 in Rome.

Cardinal Grech: Transformation of Synod to create space for People of God

Cardinal Mario Grech

Cardinal Mario Grech, the General Secretary for the Synod of Bishops, explores the new synodal process, saying the changes were made so that “every voice might be heard, the decision-making process in the Church always begins with listening… because only in this way can we understand how and where the Spirit wants to lead the Church.”

https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-05/kardinal-grech-interview-synodos-episcoporum-reform-synode.html

Synod of Bishops will begin in the local Churches

https://www.vaticannews.va/en/pope/news/2021-05/synod-of-bishops-will-begin-in-the-local-churches.html