Ultra-Orthodox-Katholische und der Heilige Geist

Pius X. führte 1910 den Antimodernisteneid ein

Es soll alles so bleiben wie es ist. Priester, Bischöfe und Papst sollen alles bestimmen. Die Priester dürfen weiter nicht heiraten, die Homosexuellen dürfen keinen Partner haben, die Frauen dürfen nicht Diakoninnen werden, die Lesben dürfen keine Partnerin haben, liebende, nicht verheiratete Paare bekommen keinen Segen. Es soll alles so bleiben wie es ist. Einige haben sich in dieser ultra-orthodox-katholischen Welt eingerichtet.

Sie sagen: „Die anderen leben eben anders.“ „Wir leben katholisch.“ „Die anderes wollen sollen zu den Evangelischen gehen.“ „Die Kirche darf sich nicht an den Zeitgeist und an die Welt anpassen.“ „Die Bischöfe, die etwas anderes wollen, spalten die Kirche.“ „Alle, die sich nicht an unsere Regeln halten, sollen gehen.“

Diese Ultra-Orthodox-Katholischen vergessen aber den Heiligen Geist und die Erinnerung an Jesus. Sie leben mit den alten katholischen Regeln wie Kinder, denen die Eltern sagen, was richtig und falsch ist. Der Geist Jesu will aber, dass wir erwachsene und reife Menschen werden.

Christus ist nicht zum Vater gegangen, damit alles bleibt, wie es ist; dass die Einsamen einsam bleiben, die Ungebildeten ungebildet bleiben, die Armen arm bleiben, die Angst bleibt und die Kinder missbraucht werden. Nein, er hat den Heiligen Geist den Jüngerinnen und Jüngern – und damit uns allen – gesandt, damit dieser ab nun begleitet, inspiriert, erneuert, erfüllt und froh macht.

Der Heilige Geist ist die unsichtbare Seite der Christenheit, der christliche Versammlung, der Ekklesia, der Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil formulierte die komplexe Wirklichkeit der Kirche als vom Heiligen Geist geleitet:
– „Die mit hierarchischen Organen ausgestattete Gesellschaft und der geheimnisvolle Leib Christi, die sichtbare Versammlung und die geistliche Gemeinschaft, die irdische Kirche und die mit himmlischen Gaben beschenkte Kirche sind nicht als zwei verschiedene Größen zu betrachten, sondern bilden eine einzige komplexe Wirklichkeit, die aus menschlichem und göttlichem Element zusammenwächst.
– Deshalb ist sie in einer nicht unbedeutenden Analogie dem Mysterium des fleischgewordenen Wortes ähnlich.
– Wie nämlich die angenommene Natur dem göttlichen Wort als lebendiges, ihm unlöslich geeintes Heilsorgan dient, so dient auf eine ganz ähnliche Weise das gesellschaftliche Gefüge der Kirche dem Geist Christi, der es belebt, zum Wachstum seines Leibes (vgl. Eph 4,16). (Lumen Gentium I 8, erster Absatz)

Es ist eine Analogie, ein Vergleich: Es geht um zwei Dienste. So wie bei Christus die menschliche Natur dem Logos, dem Wort Gottes dient, so dient das gesellschaftliche Gefüge der Kirche dem Heiligen Geist.
Oder anders ausgedrückt: So wie bei Jesus der menschliche Körper, die menschliche Seele und der menschliche Geist der zweiten Person Gottes dient, so dient die sichtbare Gestalt der Kirche dem Heiligen Geist, der dritten göttlichen Person.

  • Die unsichtbare Seite der Kirche ist der Heilige Geist.
  • Die sichtbare Seite der Kirche zeigt die Sendung des Geistes zu den Menschen.
  • Das gesellschaftliche Gefüge hat ein Ziel, den Aufbau des Leibes Christi für die Menschen.

-„So ist die Kirche, auch wenn sie zur Erfüllung ihrer Sendung menschlicher Mittel bedarf, nicht gegründet, um irdische Herrlichkeit zu suchen, sondern um Demut und Selbstverleugnung auch durch ihr Beispiel auszubreiten.
– Christus wurde vom Vater gesandt, „den Armen frohe Botschaft zu bringen, zu heilen, die bedrückten Herzens sind“ (Lk 4,18), „zu suchen und zu retten, was verloren war“ (Lk 19,10).
– In ähnlicher Weise umgibt die Kirche alle mit ihrer Liebe, die von menschlicher Schwachheit angefochten sind, ja in den Armen und Leidenden erkennt sie das Bild dessen, der sie gegründet hat und selbst ein Armer und Leidender war.
– Sie müht sich, deren Not zu erleichtern, und sucht Christus in ihnen zu dienen.
– Während aber Christus heilig, schuldlos, unbefleckt war (Hebr 7,26) und Sünde nicht kannte (2 Kor 5,21), sondern allein die Sünden des Volkes zu sühnen gekommen ist (vgl. Hebr 2,17), umfaßt die Kirche Sünder in ihrem eigenen Schoße. Sie ist zugleich heilig und stets der Reinigung bedürftig, sie geht immerfort den Weg der Buße und Erneuerung.“ (Lumen Gentium I 8, zweiter Absatz)

Das hat Auswirkungen auf das Handeln der Kirche:

  • Die Christinnen und Christen müssen immer den Heiligen Geist rufen. Das griechische Wort dafür ist Epiklese. Im Gottesdienst wird der Heilige Geist auf die Gaben herabgerufen. Bei allen kirchlichen Versammlungen wird Gottes Geist gerufen.
  • Der Heilige Geist erinnert an Jesus. Die Erinnerung an Jesus wird durch den Heiligen Geist gegenwärtig. Das griechische Wort dafür ist die Anamnese. Die Erinnerung wird gegenwärtig.
  • Die Anwesenheit des Geistes kommt zuerst, dann erst können wir Jesus als Bruder, Freund und Herrn anerkennen. (1Kor 12,3)
  • Wenn jetzt der Heilige Geist in den Augenblicken der Entscheidung – griechisch Kairos, Kairoi – die Katholische Kirche leitet, dann ist sie gut beraten, auf ihn zu hören und die Zeichen der Zeit als seine Zeichen erkennen.
  • Da kann der Heilige Geist zeigen und sagen: Die Priester dürfen heiraten, die Homosexuellen dürfen einen Partner haben, die Frauen dürfen Diakoninnen werden, die Lesben dürfen eine Partnerin haben, die liebenden nicht verheirateten Paare bekommen den Segen Gottes, die Macht muss geteilt werden.

Danke, Heiliger Geist, dass du uns begleitest, heilst und erfüllst!

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