Der Handlungstext zur Aufhebung des Berufszölibats ist angenommen.

Handlungstext „Versprechen der Ehelosigkeit im Dienst des Priesters“ des Synodalen Weges der katholischen Kirche Deutschlands ist mit großer Mehrheit angenommen worden: 181 Stimmen und 95,26 % Ja, 9 Stimmen und 4,74% Nein, 8 Enthaltungen, Gesamt 198 Stimmen.

Die Frage nach dem priesterlichen Zölibat bewegt viele Gläubige. Wir wollen, dass nicht nur Fach-Theolog*innen unseren Ausführungen folgen können und haben uns deshalb für eine verständliche Sprache und eine klare Gliederung entschieden. Zudem möchten wir unsere Unterscheidung der Geister transparent machen und lassen deshalb alle an unserem Gedankengang teilnehmen.


Ein siebenfaches „Ja“ steht am Beginn unserer Überlegungen:
− Ein Ja zur Sakramentalität der Kirche.
− Ein Ja zum sakramentalen Priestertum, das für unsere katholische Kirche konstitutiv ist.
− Ein Ja dazu, dass Menschen Priester erleben können, die ihnen an den Knotenpunkten menschlicher Existenz und in ihren Höhen und Tiefen Heil zusagen und es erfahrbar machen.
− Ein Ja dazu, dass der priesterliche Dienst auf vielfältige Weise die bleibende Gegenwart und Wirksamkeit Jesu Christi mitten in der Welt erlebbar sein lässt.
− Ein Ja dazu, dass die Menschen, die zu diesem Dienst bestellt sind, mit ihrem ganzen Leben und ihrer ganzen Existenz als Zeugen des Glaubens beansprucht werden.
− Ein Ja zu einem priesterlichen Lebensstil, der von den evangelischen Räten – Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam – geprägt ist. Hier sprechen wir jedoch primär vom Zölibat.
− Ein Ja zum priesterlichen Zölibat als einem angemessenen Zeugnis, als realem Symbol der Ausrichtung des Lebens auf den Herrn hin, gesättigt durch eine lange Tradition und geistliche Erfahrung, die auch durch das Wissen um die Stärke der Wir-Entscheidung der im Zölibat lebenden Priester getragen ist. Deren vielfältige Begründungen können hier aufgrund der Kürze nur stichwortartig wiedergegeben werden.
Gleichzeitig nehmen wir im Volk Gottes – und auch in uns selbst – eine Unruhe wahr, die schon viele Jahrzehnte andauert. Sie verstärkt sich eher als dass sie sich abschwächen würde. Innere Unruhe wie innere Ruhe sind in der Tradition der Unterscheidung der Geister Anzeichen, die ernst genommen werden müssen. Sie wollen unterschieden werden, weil Gott durch sie und in ihnen wirken kann. Kann es sein, dass Gott uns durch diese Unruhe auf etwas hinweisen will?
Konkret geht es um folgende Aspekte:
Wir sehen: Der Zölibat ist ein angemessenes Zeugnis. Gleichzeitig ist er nicht das einzige angemessene Zeugnis. Auch die sakramentale Ehe vergegenwärtigt die Liebe und unverbrüchliche Treue Gottes zu seinem Volk, wie es schon im Epheserbrief dargelegt wird (Eph 5,31f). …

Die Synodalversammlung ist überzeugt, dass die Aufhebung des verpflichtenden Zölibats die Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen als „besondere Gabe Gottes“ (Can 277) besser sichtbar machen und ihre Zeichenhaftigkeit für das anbrechende Reich Gottes stärker zur Geltung bringen wird. So wie es eine theologische Hierarchie der Wahrheiten gibt, so gibt es auch in der Ausgestaltung des Heilsdienstes in der Kirche immer neu zu erringende Vor- und Nachordnungen. Dabei gilt: Was Mittel zur Erreichung eines übergeordneten Zieles sein soll, darf das Erreichen eben dieses Zieles nicht behindern. (4.2.2022)

Quellen und weiterlesen:
– Handlungstext: https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/SV-III-Synodalforum-II-Handlungstext.VersprechenDerEhelosigkeitImDienstDesPriesters-Lesung1.pdf
– Andere Texte: https://www.synodalerweg.de/dokumente-reden-und-beitraege
– Synodaler Weg in Deutschland: https://www.synodalerweg.de/

Danke, Heiliger Geist, dass du bei diesen Entscheidungen deiner Kirche mitwirkst und Neues schaffst.

Eine Antwort zu “Der Handlungstext zur Aufhebung des Berufszölibats ist angenommen.

  1. Man darf neugierig sein, wie die Aufhebung des Zölibats schwule Priester davon abhalten kann, über Meßdiener herzufallen.
    Aber vielleicht ist das ja nur der erste Schritt und im Hintergrund wartet schon die Homoehe für Priester…

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..