Der Hunger nach mehr

Neben den Beziehungskillern wie Gewalttätigkeit oder Wahnideen gibt es alltägliche Missverständnisse, die uns ärgern. Hilfreich ist für mich das Vier Ohren Modell von Friedemann Schulz von Thun mit Appellohr, Beziehungsohr, Selbstoffenbarungsohr und Sachohr. Aber die Missverständnisse lassen sich nur klären, wenn ich nachfrage: Wie hast du das gemeint? Wie siehst du das? – Ich glaube, ich muss da einiges noch tun.

Übrigens: Geschenke erhalten die Freundschaft. Ich muss mir immer sagen: Pflege deine Freundschaften und deine Beziehungen.

Auch die Beziehung zu Gott. Sie ist für mich wichtig geworden. Vorsichtig formuliert: Zu Gott Vater sehe ich mich als einen seiner Söhne. Zu Jesus bin ich ein Freund. Zum Heiligen Geist erfahre ich mich als Medium, aber auch als Beschenkter und unruhiger Geist. Die Unruhe liebe ich und verstehe Augustinus, wenn er zu Gott sagt: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.“

Jesus stellt im Johannesevangelium (Joh 6,24-35) ein Brot vor, das den Tod überwindet. Dieses Brot gibt Jesus. Ihn hat der himmlische Vater mit einem Siegel beglaubigt. Das Siegel ist der Heilige Geistes. Mit dieser Formel werden die Firmlinge zu Geistträgern bestätigt: Der Firmspender sagt zu jeder Person: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“

Die Juden fragen Jesus nach dem eigenen Handeln. Sie wollen im Sinne Gottes handeln. Das überrascht. Jesus gibt zur Antwort, sie sollen an den von Gott Gesandten, nämlich an ihn, glauben. Das ist im Sinne Gottes.

Jetzt fragen die Juden nach Zeichen, um an ihn glauben zu können. Sie haben aber ohnehin ein Zeichen gesehen, nämlich die Speisung der 5000. Da könnten sie an ihn ja glauben. Ist er ein Prophet wie Moses?

Die Juden vergleichen diese Speisung mit dem Manna, das Gott ihren Vorfahren in der Wüste geschenkt hat und das „Brot vom Himmel“ genannt wird. Wenn die Speisung der 5000 ein ähnliches Geschenk Gottes ist wie das Manna, dann ist Jesus ein Prophet wie Moses. Aber da dreht Jesus eine Stufe höher.

Er beginnt mit einem doppelten Amen, das nur er verwendet: Amen, Amen, ich sage euch.

Er geht auf den Vergleich ein und korrigiert die Vorstellung, dass Moses das Manna ihnen gegeben hätte. Nicht Moses, sondern Gott gab ihnen das Brot. Jetzt offenbart Jesus seine Beziehung zum Vater: „Mein Vater im Himmel“ und macht das Handeln des Vaters öffentlich. Sein Vater im Himmel gibt ihnen „das wahre Brot vom Himmel“. Sie werden in ihrer Situation mit dem wahren Brot vom Himmel beschenkt. In diesem Handeln Gottes manifestiert sich der Heilige Geist. Er stellt die Verbindung zwischen dem Vater und dem wahren himmlischen Brot her. Dieses Brot kommt vom Himmel und bringt das Leben. Dieses Brot ist der Sohn Gottes.

In dieser Szene zeigt Jesus eine neue Dynamik. Der Vater schenkt den Menschen seinen Sohn. Der Sohn schenkt sich als Brot den Menschen. In diesem Schenken zeigt sich der Heilige Geist.

Das erinnert an dass Wirken des Geistes, als Maria in Nazaret mit dem Sohn Gottes schwanger wird.

Es erinnert auch an die Wandlung im Gottesdienst, wenn der Geist bewirkt, dass das Brot im Gottesdienst der Leib des Sohnes wird. Dieses außergewöhnliche himmlische Brot wir zum Medium, in dem wir Gott erfahren und das ewige Leben bekommen.

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