Jesus ist weggegangen. Was nun?

Christus ist zu seinem Vater gegangen und hat die Jüngerinnen und Jünger mit der Erinnerung an seine Wunder, seine Taten, sein Leiden und seine Worte allein gelassen. Es ist kein endgültiger Abschied, denn er hat uns versprochen, dass er wiederkommt.
Wenn Jesus zu seinem Vater geht, dann sind wir aber allein.

Wir, das Volk, die Versammlung, die Kirche wird ohne Jesus arm. Die Priester, Bischöfe und der Papst in Rom können nicht so tun, als würden sie als Stellvertreter Jesu in seiner Macht handeln. Denn dann müsste er anwesend sein, was er nicht ist. Papst Franziskus hat das angedeutet: Ich will eine arme Kirche. Arm sind wir, wenn Jesus nicht mehr da ist.

Zehn Tage nach Christi Himmelfahrt kommt aber jemand zu uns, der unsere Einsamkeit aufhebt. Der Heilige Geist kommt auf uns herab. Es ist Gott, der sich als Geist offenbart. Seit 2000 Jahren leben wir Christinnen und Christen mit diesem Schöpfer Geist.

Im Gottesdienst rufen wir ihn, damit er in unsere Gemeinschaften und unsere Herzen kommt. Wir bitten, dass er uns in unserem Handeln inspiriert. Wir rufen ihn auf Brot und Wein herab, damit er diese Nahrung zum Leib und Blut von Jesus Christus macht. In der Taufe und der Firmung kommt es zu uns. Mit dem Geist Gottes handeln wir prophetisch, jubeln und sind von seiner Freude ergriffen. Er schenkt sich uns.

Der Heilige Geist war immer schon eine Person. Schon im AT hat er durch die Propheten gesprochen. Er war bei der Menschwerdung Gottes dabei, begleitete Jesus im Leben und im Leiden. Er schafft die Einheit zwischen Vater und Sohn und zwischen uns Menschen und Jesus. Er ermöglicht damit das Gespräch mit Christus.

Gott zeigt sich im Heiligen Geist als anwesend und als Gott, der für uns da ist. Auch im brennenden Dornbusch offenbarte er sich als anwesender und helfender Gott. Inwiefern er in allen Kulturen als gutes, wahres und schönes Handeln anwesend ist, können wir erahnen.

Wir warten darauf, dass Jesus am Ende wiederkommt. Deswegen beten und singen wir: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit. (GL 201)

Für die Gegenwart hat uns Jesus den Heiligen Geist versprochen und sein Versprechen gehalten.

Ich lade ein, den Geist zu bitten:

Gl 342 Komm, Heilger Geist, der Leben schafft

1) Komm, Heil’ger Geist, der Leben schafft,
erfülle uns mit deiner Kraft.
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
Nun hauch uns Gottes Odem ein.

2) Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
du Beistand, den der Vater schenkt;
aus dir strömt Leben, Licht und Glut,
du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.

3) Dich sendet Gottes Allmacht aus
in Feuer und in Sturmes Braus;
du öffnest uns den stummen Mund
und machst der Welt die Wahrheit kund.

4) Entflamme Sinne und Gemüt,
dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut
in deiner Kraft das Gute tut.

5) Die Macht des Bösen banne weit,
schenk deinen Frieden allezeit.
Erhalte uns auf rechter Bahn,
dass Unheil uns nicht schaden kann.

6) Lass gläubig uns den Vater sehn,
sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.
Amen

7) den Vater auf dem ewgen Thron
und seinen auferstandnen Sohn,
dich, Odem Gottes, Heilger Geist,
auf ewig Erd und Himmel preist.
Amen

„Komm, Heilger Geist“; ist ein Hymnus zum Heiligen Geist („Hymnus de Spiritu Sancto“). Er stammt aus dem 9. Jahrhundert und geht textlich auf den heiligen Rhabanus Maurus zurück.
T: Nach „Veni, creator Spiritus“, Hrabanus Maurus (gest. 856) zugeschrieben, Ü: Friedrich Dörr [1969] 1972, M: Kempten um 1000 / Wittenberg 1524 / Mainz 1947
Joachim Koffler mit Gitarrenbegleitung
St. Michael Kirche Hildesheim

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