Die Heilige Mutter Geistin

Dreifaltigkeit Schässburg

Dreifaltigkeit aus der Bergkirche in Schässburg /Sighișoara/Segesvár, Rumänien

Gestern gab mir eine Nachbarin dieses Bild der Dreifaltigkeit aus Schässburg in Rumänien mit dem Satz: „Schau, da ist die Mutter!“ Wirklich, der Heilige Geist schaute sehr feminin aus. Ihn als Mutter zu bezeichnen war für mich neu.  Mutter Maria ist mit ein Begriff, aber Mutter Geistin ist doch überraschend.
Ich erinnere mich, dass im Hebräischen der Heilige Geist weiblich ist, die Ruach genannt wird und dass in der Genesis diese Heilige Geistin wie ein Muttervogel auf dem Wasser schwebt. Aber dass die Heilige Ruach wirklich als Mutter verehrt wird, war mir jetzt neu.
Das Bild von Segesvár, Rumänien zeigt eine Figur mit drei Gesichtern. In der Mitte Gott-Vater, rechts Gott-Sohn und links schaut die Heilige Geistin ein wenig nach links. Gottes rechte Hand formt eine Kugel, ein Hinweis vielleicht auf die Weltenkugel, die die Kaiser in der Hand halten und die Erdkugel symbolisieren. In der linken Hand hält der dreifaltige Gott locker ein Buch. Es könnte das göttliche Buch sein, in dem die Menschen alle verzeichnet sind.
Die Bergkirche von Schässburg mit dem Bild der Heiligen Dreifaltigkeit wurde in der Reformation von einer katholischen Nikolauskirche zu einer Reformationskirche  umgestaltet. Es gibt in der Christenheit wenige Darstellungen der Heiligen Dreifaltigkeit mit drei Gesichtern. Das Bild aus Segesvár gefällt mir sehr. Nicht nur, weil es mir meine Nachbarin mit Freude geschenkt hat, sondern auch weil Gott-Vater keine Augen und die Geistin weibliche, junge Züge hat.

Links:
Wikimedia Sighișoara
Wikipedia Segesvár
Wiki Voyage Reiseinformation Schässburg

2 Antworten zu “Die Heilige Mutter Geistin

  1. Eckhard Rudolph

    Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei der weiblichen Figur der Dreieinigkeit Gottes um die „Heilige Sophia“ oder auch „Weisheit“, wie sie uns in der Bibel in den Sprüchen 8, 22-31 überliefert ist. (Außerdem bei Jesus Sirach 1 und 24, sowie Hiob 28). Sie ist das erste Geschöpf Gottes, Ratgeberin und zuständig für eine gerechte Weltordnung. In der Spätzeit des Alten Bundes wird sie mit der „ruach“, der Geistkraft in Verbindung gebracht. In der Kunst ist sie das weibliche Gesicht Gottes, siehe auch die Darstellung von Urschalling in der Nähe des Chiemsees. Für eine Mutter ist das Gesicht der weiblichen Seite Gottes zu jung. „Sophia“ bekommt in der Bibel sogar ein eigenes Buch, die „Weisheit“. Beachte besonders Weisheit 7, 29 – 8,1 – Es gibt im Übrigen in der Kirche von Malmkrog eine weitere Darstellung der „Heiligen Dreieinigkeit“, nur anders gestaltet.
    Eckhard Rudolph
    Siehe auch den Artikel von Helen Schüngel-Straumann in „Kirche heute“ Ausgabe 33, Basel 2011

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  2. Hannes Daxbacher

    Die Verehrung der Weisheit finde ich sehr wichtig. Wenn sie ein Geschöpf Gottes ist, partizipiert sie an der Weisheit Gottes.

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