Fronleichnam: Gott dreht für uns das Opfer um.

Fronleichnam

Fronleichnamsprozession in Meckenbeuren im Jahr 2007, Bild: Andreas Gälle, Wikipedia

Fronleichnam ist die Demonstration einer Umdrehung. In archaischen, alten Religionen wird Gott oder den Göttern Opfer gebracht. Das sind Tieropfer, Menschenopfer und Pflanzenopfer. Gott soll beschenkt werden und er garantiert als Gegenleistung den Segen und den Frieden. Im Christentum dreht Gott das Opfer um. Nicht die Menschen opfern Gott, sondern Gott opfert sich den Menschen. Gott wird zum Lamm, zum „Lamm Gottes“, zum „Agnus Dei“, das am Kreuz stirbt.

Eine Opferkritik sieht man schon im Alten Testament bei den Propheten, wenn sie Gott sagen lassen: Gerechtigkeit will ich und nicht Opfer.  Aber es brauchte Gott selber,  der als Messias Jesus die Umkehrung des Opferkultes verkündet: Nehmt und esst, das ist mein Leib! Er ersetzt das Lamm mit dem einfachen Brot, das alle, auch die Armen essen. Das Opferfleisch, das im Jerusalemer Tempel nicht verbrannt wurde, bekamen die Priester. Das Brot hingegen, auch das spezielle Brot zum Paschafestes, das Jesus bevorzugte, konnten alle konsumieren. „Nehmt und esst, das ist mein Leib“ ist an alle gerichtet, die sich in den Neuen Bund mit Gott begeben möchten. Die Prozession zu Fronleichnam ist eine Demonstration dieses Geschenks an alle Menschen. Es ist eine Einladung, das heilende Geschenk Gottes anzunehmen.

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