Die Politik braucht Gott

Der nordkoreanische Herrscher Kim Jong-Un ließ im Dezember 2013 seinen Onkel Jang Song Thaek, einen hochrangigen Politiker brutal hinrichten. Er soll mit fünf seiner Helfer entblößt und in einen Käfig geworfen worden sein. Darin wurden sie bei lebendigem Leib von 120 Hunden angegriffen, getötet und vollständig gefressen. Die Tiere sollen drei Tage lang nicht gefüttert worden sein. Machthaber Kim Jong-un und 300 leitende Beamten hätten das grausame Schauspiel, das eine Stunde dauerte, verfolgt (Bericht von Focus). Nicht immer geht es in der Politik so grausam zu.
Immer wieder werden aber Rivalen aus Parteien ausgeschlossen. Neuestes Beispiel sind die Vorgänge in der FPÖ Salzburg, wo ein halbes Jahr gestritten wurde, jeder gegen jeden rivalisiert hat und wo der Bundesparteiobmann der FPÖ Christian Strache die zwei hochrangigsten Parteiführer Klubobmann Karl Schnell und Landesparteiobmann Rupert Doppler Anfang Juni 2015 aus der Partei ausgeschlossen hat (Bericht Salzburger Nachrichten). Der Sozialwissenschaftler René Girard nennt solche Exzesse einen „Sündenbockmechanismus“. Die Rivalen schließen Frieden indem sie jemanden opfern.
Einfacher ist es für Parteien, wenn sie nicht einen Feind im Inneren haben, sondern einen Außenfeind. Die Sozialdemokraten haben die Rechten, damit ihre inneren Rivalitäten gedämpft werden. Die Nationalen haben die Ausländer, Pegida hat die Moslem, die Linken haben die Faschisten und die Grünen die Rassisten. Dieser Mechanismus hat das Motto „Wir gegen die anderen“. Dadurch werden Rivalen zu Kampfgefährten gegen die ausgemachten Feinde und der Frieden ist innerhalb der Partei hergestellt. Dazu Carl von Clausewitz: „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“. Die westliche Zivilisation hat die Mittel für politische Rivalitäten begrenzt, sodass niemand seine Feinde den wilden Tieren zum Fraß vorwerfen darf. Diese Begrenzung, so denke ich, ist ein Erbe des Christentums. Es ist die Liebe Gottes zu allen Menschen, die ein Umdenken fordert.
Für Jesu Programm war es unmöglich, andere zu Feinden zu erklären und zu massakrieren. Lieber hat er sich kreuzigen lassen und auch seine Anhänger haben sich den wilden Tieren vorwerfen lassen, keine Rache geübt und keinen Aufstand begonnen. Sicher gab es auch Christen, die nicht in diese Jesusnachfolge gingen. Aber der neue Impuls der Feindesliebe und mit ihm der Jesus-Geist war nicht mehr umzubringen. Augustinus drückt die Liebe zu den Menschen und die Kritik an ihrem Verhalten so aus: Hasse die Sünde, aber liebe den Sünder. Ähnlich äußerte sich Jesus: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zu Recht (Matthäus 18,15).
Dieses andere Verhalten wurde abgesichert durch den Glauben an Gott, der alle liebt und den Schuldigen vergibt. Es wurde aber auch ermöglicht durch eine Liebe zu Gott, die aus Rivalen Söhne und Töchter Gottes macht. Und das hilft. Denn das Gebot der Nächstenliebe macht ohne Gottesliebe depressiv. Gottesliebe unterstützt und inspiriert die Nächstenliebe. Das Gebot lautet: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte und mit aller deiner Kraft!“ (Markus 12,30)
Die französische Revolution sprach von Brüderlichkeit und alle wussten damals, dass sie einen Vater im Himmel hatten. Nur so ist Brüderlichkeit möglich.
Politikerinnen und Politiker ohne Gott vergessen, dass sie Geschwister und Söhne und Töchter Gottes sind. Sie verfallen in Rivalitäten und sehen den Ausweg im Kampf gegen den jeweiligen Feind.
Politikerinnen und Politiker MIT GOTTESLIEBE müssen nicht rivalisieren und gegen Feinde kämpfen. Sie müssen keinen Gottesstaat errichten. Sie können sich für gute Projekte, gegen die Arbeitslosigkeit und für bessere Wohnungen einsetzen ohne dass sie in Rivalitäten sich aufreiben und sich gegenseitig den wilden Tieren zum Fraß vorwerfen. Deshalb ist Gott für eine gute Politik notwendig.

Eine Antwort zu “Die Politik braucht Gott

  1. Kann nur zu 100 Prozent zustimmen! Bravo!

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