Die Sexuallehre der Kirche ist nicht in Stein gemeißelt

Bischof Stephan Ackermann

Bischof Stephan Ackermann

Nach der Umfrage über Ehe und Familie, die Papst Franziskus angeregt hat, geht die Diskussion in der katholischen Welt weiter. Viele Katholikinnen und Katholiken sehen voreheliche Sexualität nicht als schwere Sünde an. Auch Wiederverheiratete sollen nicht generell von den Sakramenten ausgeschlossen werden. Die Lehre der Kirche ist eine sehr dynamische Sache. Im katholischen Volk Gottes gib es 5 Bereiche, in denen sich Gott dem Menschen mitteilt: 1. die Heilige Schrift mit dem Alten und dem Neuen Testament, 2. der Glaubenssinn aller Getauften (SENSUS FIDEI), 3. die Tradition der Gebete, Lieder, Glaubensbekenntnisse, Gottesdienste und Heiligen, 4. das Lehramt der Bischöfe und des Papstes und 5. die theologische Wissenschaft. Diese 5 Bereiche sind zu befragen, wenn die Sexuallehre der Kirche neu interpretiert werden soll. Bei der Umfrage zu Ehe und Familie, die Papst Franziskus angeregt hat, ist ein wichtiger Bereich hervorgehoben worden, der Bereich „Glaubenssinn“ des katholischen Volk Gottes. Hier spricht Gott durch alle Getauften. Es ist gut, dass die Bischöfe und der Papst auf das Gottesvolk hören. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann griff diese Stimmen auf und hat eine moderate Änderung der Sexuallehre vorgeschlagen: „Wir können die katholische Lehre nicht völlig verändern, aber Kriterien erarbeiten, anhand derer wir sagen: In diesem und diesem konkreten Fall ist es verantwortbar. Es geht nicht an, dass es nur das Ideal auf der einen und die Verurteilung auf der anderen Seite gibt.“
Grundlage der katholischen Wahrheit ist die Liebe, die Barmherzigkeit, das Verzeihen und die Versöhnung. Diese Kriterien zeigen sich in den 5 Bereichen: der Heiligen Schrift; im Glaubenssinn aller Getauften; in der Tradition der Gebete, der Lieder, der Glaubensbekenntnisse, der Gottesdienste und der Heiligen; im Lehramt der Bischöfe und des Papstes und in der theologischen Wissenschaft. Die Sexuallehre der Kirche ist ein dynamischer Prozess, der von der Offenbarung Gottes und seinem Willen ausgeht und in den 5 Bereichen vermittelt wird. Danke, Papst Franziskus, dass du das Gottesvolk befragst. Danke, Bischof Stephan Ackermann, dass du die Stimme des Volkes Gottes aufgreifst und niemanden verurteilst.
Allgemeine Zeitung
FAZ
Spiegel

2 Antworten zu “Die Sexuallehre der Kirche ist nicht in Stein gemeißelt

  1. Die Sexuallehre der Kirche ist nicht in Stein gemeißelt

    Wie die Antworten auf die päpstlich initiierte Umfrage ergeben haben, ist die kirchliche Ehe- und Sexualdoktrin den Menschen völlig schnurzpiepegal. Sie leben nach ihrem je eigenen Gewissen und siehe, es hat die Welt nicht ins Chaos gestürzt. Für das Chaos sorgen ganz andere Menschen und deren Verbrechen; Ehen sind schon immer gescheitert, heute erkennt man es nur eher.
    Also ist eine Änderung der katholischen Sexualdoktrin, die ich pünktlich zum Sankt Nimmerleinstag erwarte, völlig bedeutungslos für die allermeisten Menschen.
    Und selbst wenn der römisch katholische Klerus über seinen Schatten springen sollte, dürfte es dafür längst zu spät sein. Wer weg ist, ist weg. Man sollte sich jetzt auf die Menschen konzentrieren, die man mit der jesuanischen Kernbotschaft noch erreichen kann und zum ganzen Themenblock Sexualität und Ehe ein fünfhundertjähriges Busschweigen einhalten. Das könnte der katholischen Kirche vielleicht wieder ein Quäntchen Glaubwürdigkeit zurück bringen.

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  2. Mit dem 500jährigen Bußschweigen sind Sie in bester Gesellschaft: Papst Franziskus bedauerte, damals noch Erzbischof von Buenos Aires (nachzulesen im Buch El Jesuita / Mein Leben. Mein Weg), dass viele, die sich für besonders fromm halten, sprächen „am liebsten über die Sexualmoral, das heißt über alles, was in irgendeinem Bezug zur Sexualität steht: ob man das oder jenes darf oder nicht darf. Ob man schuldhaft gehandelt hat oder nicht. Und so vergessen wir den Schatz des lebendigen Christus, den Schatz des Heiligen Geistes in unserem Herzen“.

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