Unser Körper ist heilig

Im MohnfeldWir Menschen sind mit unserem Körper ein Teil der lebendigen Natur dieser Erde. Er arbeitet und bewegt sich unbewusst. Das Herz schlägt und Lunge und Brust atmen ohne dass wir es steuern müssen. Der KÖRPER speichert Erlerntes wie Gehen, Reden, Radfahren oder Schwimmen ab, das schnell präsent ist. Alles, was wir mit unserem Körper erlebt haben, ist nach katholischer Auffassung im Himmel aufgehoben. Dies wird zum Unterschied vom Körper LEIB genannt. Die SEELE ist die unsichtbare Seite des Körpers. Sie ist für die Bewegung, die Gefühle, die Träume und die Reaktionen auf die Umwelt zuständig. Die Gedanken, die Sprache; der Verstand und die Ideen eines Menschen sind hingegen sein GEIST. Seele und Geist zusammen sind die unsichtbare Geistseele des Menschen. Auch sie wird für immer bei Gott aufgehoben. Nach dem Tod kommen alle Menschen ohne den verwesenden Körper (Leiche), aber mit Leib und Seele zu Gott. Die katholische Christenheit glaubt, dass der Leib jedes Menschen ein Tempel des Heiligen Geistes sein kann. Dieser Gottesgeist heiligt den Leib und die Seele des Menschen, wenn Menschen ihn in ihr Herz aufnehmen.

8 Antworten zu “Unser Körper ist heilig

  1. Wenn die Aussage „unser Körper ist heilig“ auch von der römisch katholischen Kirche geteilt und für wahr gehalten werden würde, hätte es bei der Debatte um die Genitalverstümmelung von kleinen Jungs oder gar Neugeborenen, einen Hurrikan der Entrüstung gegeben, der jede Beschneidung in Deutschland genau so verhindert hätte, wie aktive Sterbehilfe. Was war in Wirklichkeit? Betretenes Schweigen.
    Fazit: die Aussage „unser Körper ist heilig“ ist falsch, weil die römisch katholische Kirche immer Recht hat.

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  2. Die Beschneidung von 8 Tage alten Neugeborenen im Judentum und von 8-jährigen Jungen im Islam hat eine lange Tradition. Im Judentum wird der männliche Säugling mit dieser Praxis in das „heilige Volk“ aufgenommen! Die katholische Kirche hält sich mit der Verurteilung der Praxis anderer Religionen zurück, um keinen unnötigen Streit zu beginnen und überlässt die Beweiswürdigung den staatlichen Gerichten. Diese entscheiden, ob die Beschneidung das Kind seelisch schädigt und die Beschneidung deswegen verboten werden muss. Die Gerichte würdigen die Sachverständigengutachten und fällen dann die Urteile. Solange die Gerichte kein eindeutiges Urteil fällen, kann man von der katholischen Kirche nicht verlangen, dass sie unnötig Partei ergreift.

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  3. Sklaverei hatte eine noch viel längere Tradition und war noch dazu über Jahrtausende vom Naturrecht untermauert, bis sie die allgemeine Erklärung der Menschenrechte auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt hat. Und dass sich die katholische Kirche mit Kritik an anderen Religionen zurück hält oder je gehalten hat, ist doch etwas geschönt. Es ist noch nicht allzu lange her, in der glorreichen Adenauer-Ära, da duldete es der Bischof von Würzburg nicht einmal, dass bei einer Betriebseinweihung die protestantischen Pfarrer in Amtstracht erschienen. Und wenn ich manch hohe Kirchenfürsten heute über Ökumene reden höre, klingt das eher nach feindlicher Übernahme als nach Zurückhaltung mit Kritik.
    Und mit Verlaub, sich hinter Richterroben zu verstecken war in Fällen, die der katholischen Hierarchie halbwegs wichtig waren (Schwangerschaftsabbruch, Sterbehilfe, Präimplantationsdiagnostik), noch nie deren Metier. Und jetzt will man plötzlich auf die Präzedenzurteile des Kassationshofes warten? Das ist doch moralische Leisetreterei hoch drei! Und einer Kirche, der der menschliche Körper angeblich „heilig“ ist, völlig unwürdig.
    Ein Stein mehr auf die Mauer der Unglaubwürdigkeit, mit der sich die katholische Kirche einmauert. Sehen können wir die Launs, Meisners und Overbeck schon lange nicht mehr, weil sie sich nicht mehr als Menschen geben, sondern hinter ihren Ämtern und Titeln verstecken und eine Sprache verwenden, die niemand mehr versteht. Die Umfrageergebnisse bestätigen das bis jetzt absolut. Wenn die Mauer nur hoch genug wird, werden die Menschen sie gar nicht mehr hören.

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  4. In der Kirche besteht eine lange Tradition gegen den Totalitarismus sowie gegen die Vertechnisierung des Menschen. Sie hat historisch mitunter geirrt, aber der Mensch wird im Wesentlichen durch die Kirche geschützt und nicht den menschenfeindlichen Mächten ausgeliefert.

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  5. In der Kirche besteht eine lange Tradition gegen den Totalitarismus …

    Das kommt schon sehr darauf an,welchen Totalitarismus Sie meinen. Bei linkem Totalitarismus haben Sie Recht. Wenn ich aber an die massive Unterstützung des Franquistischen Totalitarismus im Spanien des Caudillo denke, liegen Sie völlig daneben.
    Ebenso darf ich Sie daran erinnern, dass der einzige Vertrag, den das totalitaristische Hitlerdeutschland geschlossen hat, der immer noch in Kraft ist, das Konkordat mit der römisch-katholischen Kirche ist.
    Und wenn ich die glorreiche Adenauer Zeit, mit ihren totalitaristischen Restaurationsversuchen vor Augen halte, der deutsche Klerus hat sogar versucht, die kirchliche Eheschliessung mit der Zivilehe gleichstellen zu lassen, dann hat die römisch katholische Kirche selbst einen absolut totalitaristischen Machtanspruch, mit dessen Hilfe sie bis in die aller intimsten Details des menschlichen Lebens und zwar des Lebens ALLER Menschen, nicht nur der Katholiken, hinein regieren will.
    Damals hat die römisch katholische Hierarchie ja auch mit Zähnen und Klauen versucht, das deutsche Strafgesetzbuch immer weiter zur strafbewehrten Erzwingung katholischer Moral, vor allem der Sexualmoral, zu missbrauchen. Funktioniert hat dieser totalitäre Machtanspruch der katholischen Kirche bis zum Aufstand der studentischen Jugend, in dessen Folge das deutsche Strafrecht ja geradezu entrümpelt werden musste, von katholischem Restmüll.
    Und auch die Reste, die immer noch die katholische Moral im Strafgesetzbuch verankern, stehen seit langem auf dem Prüfstand kritischer Juristen und Mediziner. Denken Sie nur an die Diskussionen um aktive Sterbehilfe oder die reproduktiven Sparten der modernen Medizin.

    Im ganzen gesehen ist Ihre Aussage, die ich oben zitiert habe, völlig falsch! Wo die katholische Kirche die Gelegenheit hat, ihren totalen Machtanspruch durch eine Verbindung mit den zivilen Macthabern durchzusetzen, wird sie selbst zum totalitaristischen Diktator.

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  6. Wow, da wird ein Feindbild aufgebaut, das an phobischen Elementen seinesgleichen sucht. Einen Sündenbock und ein Opfer braucht man immer. Nach den Juden ist es jetzt die Kirche.
    Übersehen wird, dass sich die Kirche und das Volk Gottes immer selbst reformiert. So geschehen mit Franz von Assisi, dem Tridentinum und dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Ecclesia semper reformanda. Ohne Kirche keine Menschenrechte, ohne Kirche keine soziale Gerechtigkeit, ohne Kirche keine Vergebung der Schuld, ohne Kirche keine Versöhnung, ohne Kirche keine Menschenwürde.

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  7. Feindbild ist gut! Sie wollen doch hier nicht etwa behaupten, dass sich die römisch katholische Kirche in Spanien nicht mit dem totalitaristischen Blutsäufer Fracisco Franco ins Bett gelegt hat?
    Um dann Ihre Geschichtsklitterungen von der Gegnerschaft des katholischen Klerus zum Totalitarismus aufrecht erhalten?
    Wenn ich nicht wüsste, dass Sie hier erzkatholische Propaganda betreiben und das weniger zur pro paganda fide -zur Verbreitung des Glaubens, sondern zur Exculpation des katholischen Klerus von den, nennen wir’s mal milde, Verfehlungen der Vergangenheit und vielleicht auch Gegenwart, dann würde ich Ihre Behauptung, dass in der katholischen Kirche eine lange Tradition gegen den Totalitarismus bestehe, als eklatanten Verstoß gegen die zehn Gebote rubrizieren.
    Ich habe die letzten Zuckungen des Machtanspruchs der Kirche bis in die intimsten Angelegenheiten der Menschen und Familien hinein zu regieren noch erlebt. Erzählen Sie mir also bitte nichts über die angeblich ach so liberale, antitotalitäre Kirche. Das glaubt Ihnen keiner, der älter als fünfzig ist.
    Die jungen Menschen haben sich, Gott sei Dank, aus dieser engen Bevormundung gelöst (sagt uns zumindest das bisherige Ergebnis der päpstlichen Umfrage) bis auf ein paar arme Opfer in katholischen Internaten vielleicht.
    Also, hier wird kein Feindbild aufgebaut, sondern auf die Realität der katholischen Kirchengeschichte geschaut. Und die war schon immer ganz schön totalitär, wenn man sie nicht mit Macht daran gehindert hat. Dazu muss man keine Feindbilder aufbauen und sich als nächstes „Opfer“ nach den Juden hinzustellen ist einfach geschmacklos und lächerlich.
    Deswegen ist hier Schluss.

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  8. Dem Kommentator zum Totalitarismus möchte ich antworten, dass alle Historiker und Politologen eine klare Abgrenzung zwischen totalitär und autoritär-repressiv treffen. Als totalitär gelten nur der Nationalsozialismus und der Stalinismus, weil dort die Menschen systematisch und ohne jede gerichtliche Verurteilung vernichtet wurden. Spanien unter Franco, aber auch Deutschland unter Adenauer mögen zwar für Oppositionelle höchst unerfreulich gewesen sein, Spanien trug gewiss auch faschistische Züge, aber muss eine Differenz zu den totalitären Regimen aufrecht erhalten, da diese sonst verharmlost werden. Die Kirche hat in Spanien schwere Fehler begangen, aber sie hat in ihrer Geschichte stetig dazugelernt und eigene Fehler aufgearbeitet. Ihre Aufgabe ist es nicht Opposition zu sein, sondern konkreten Menschen in der Not beizustehen, jenseits politischer Kalküle. Und das Konkordat diskreditiert die Kirche noch nicht, das ist ein Vertrag zweier souveräner Staaten. Auch andere Staaten schlossen Verträge mit Hitler-Deutschland und der Sowjetunion Stalins. Hitler hat gleichwohl diese Verträge vielfach gebrochen. Aber grundsätzlich würde ich doch meinen, dass man als Vertragspartner dem Gegenüber noch keinen Persilschein ausstellt. Das Verhalten von Papst Pius XII wurde vielfach kritisiert, aber heute haben selbst hochrangige jüdische Intellektuelle diesen Papst und sein Verhalten nicht nur „rehabilitiert“, sondern einer Revision unterzogen. Es würde mich freuen, wenn auch Sie eine Neubewertung treffen könnten.

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